Sperrung des Arlbergtunnels: Das gibt es zu beachten

Asfinag empfiehlt, weiträumig auszuweichen.
Langen am Arlberg Eine Fahrt durch den Arlbergtunnel ist nicht gerade behaglich. Die Wände sind verdreckt, es ist dunkel und die Fahrbahn ist teilweise ziemlich rau. An manchen Stellen ruckelt es gewaltig. Doch das soll sich ändern. Ab Montag wird der Tunnel zur Großbaustelle. Fünf Monate wird die wichtigste Verbindung zwischen Vorarlberg und Tirol gesperrt sein. Das hat natürlich massive Auswirkungen auf den Verkehr.
“Die Ulmen sollen wieder schön strahlen und die Fahrbahn wird ruhiger”, erklärt Tobias Cologna (35), Projektleiter bei der Asfinag. Sprich: Der Tunnel soll heller und freundlicher werden. Dafür werden die komplette Fahrbahn über knapp 16 Kilometer und die Beschichtung an den Wänden erneuert. Das sei knapp 45 Jahre nach der Eröffnung des Tunnels einfach an der Zeit gewesen.

Bevor die neue 22 Zentimeter dicke Fahrbahn aufgetragen werden kann, muss die alte aber erst mal entfernt werden. “Da kann es natürlich zu Überraschungen kommen”, sagt Autobahnmeister Stefan Falch (50). Niemand weiß so ganz genau, wie die Straße vor knapp 50 Jahren gebaut wurde.
75 Millionen Euro kosten die Baumaßnahmen
“Unser Ziel ist es, die Sicherheit im längsten Straßentunnel Österreichs für die täglich rund 8000 Durchfahrenden zu gewährleisten”, betont Cologna. Zudem wird die Bauphase genutzt, um beispielsweise auch die Entwässerungsleitung zu sanieren. Insgesamt nimmt die Asfinag 75 Millionen Euro für die Bauarbeiten in die Hand. In Spitzenzeiten sind zwischen 200 und 250 Arbeiter der Unternehmen Porr und Chembau in mehreren Schichten rund um die Uhr im Einsatz.


Ab Montag wird der Tunnel auf der S 16 dafür bis zum 6. Oktober komplett gesperrt. Es sind nach 2015 und 2017 – als es hauptsächlich um Technik und Sicherheit ging – die nächsten großen Maßnahmen. “Eine einseitige Sperrung ist nicht möglich, das haben wir untersucht”, sagt Cologna. Aus Sicherheitsgründen, und weil die Maßnahmen sonst viel länger dauern würden. Und das geht nicht. Der Zeitdruck ist groß. Am 13. Oktober beginnen die ÖBB mit Arbeiten an den Schienen im parallel verlaufenden Zugtunnel durch den Arlberg.


Weiträumig ausweichen empfohlen

Um die Rettungswege zwischen den zwei Tunneln zu ermöglichen, können nicht beide gleichzeitig gesperrt sein. Zudem kann im Winter nicht der gesamte Verkehr über den Arlbergpass geschickt werden. Der bietet die klassische Ausweichroute.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Sonstige angezeigt.
“Wir empfehlen, großräumig auszuweichen”, sagt Cologna. Vor allem der Schwerverkehr wird beispielweise über Deutschland oder die Schweiz geleitet. Denn es gibt strenge Regeln, wer über den Pass fahren darf. “Ab der ersten Minute wird die Polizei kontrollieren, Fahrzeuge zurückschicken und Strafen verhängen”, berichtet Autobahnmeister Falch. Reisende sollten je nach Wochentag und Uhrzeit etwa eine halbe Stunde mehr Zeit einplanen.
Noch mehr Infos zu den Bauarbeiten gibt´s im Netz auf asfinag.at. Dort steht auch genau, wer alles über den Pass fahren darf.

Über ihre Jahresmautkarte müssen sich Kunden aber keine Sorgen machen. “Die Gültigkeit des Jahrestickets wird um die Dauer der Sperre automatisch verlängert”, teilt die Asfinag mit. Das gilt auch für kommendes Jahr. Denn 2024 steht die nächste große Sperrung an, von 15. April bis 22. November 2024.
Der Arlbergtunnel
Länge: 13.972 Meter plus knapp zwei Kilometer Tunnelgalerie
Inbetriebnahme: 1. Dezember 1978
Betonfahrbahn: 23.500 Kubikmeter
Asphalttragschicht: 105.000 Quadratmeter
Tunnelbeschichtung: 110.000 Quadratmeter
Hintergrund: In diesem Jahr wird der Tunnel ab der Mitte Richtung Tirol saniert. Im kommenden Jahr ist dann die Vorarlberger Hälfte dran. Wer im Winter also durch den Tunnel fährt, dürfte die Unterschiede direkt merken. Und wenn alles gut läuft, sollte die Fahrbahn dann mindestens für die nächsten 30 Jahre halten.