Harder Senioren übersiedeln nach Lauterach

Das Seniorenhaus am See muss dringend saniert werden. Auf einer Dauerbaustelle zu wohnen, kann den Bewohnern aber nicht zugemutet werden.
HARD Die 35 Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenhauses am See in Hard ziehen während der Umbauarbeiten um. Einige haben bereits Zimmer in Pflegeeinrichtungen in Dornbirn bezogen, die meisten erhalten vorübergehend Zimmer im Neubau des Sozialzentrums der SeneCura in Lauterach.
Das wurde den Bewohnern und den Angehörigen bei einer Versammlung mitgeteilt. Termin für den Umzug ist in wenigen Wochen, spätestens bis Juni. Auch die Harder Gemeindevertretung diskutierte das Thema am 14. April bei einer Sondersitzung im Haus am See.

Wie ausführlich berichtet, gab es allerhand Aufregung über die Pläne der SeneCura. Der Zustand des 50 Jahre alten Pflegeheims lässt aber keine andere Lösung zu. Das betonten SeneCura-Regionalleiter Christian Längle, Hausmeister Christian Gröber sowie Architekt Michael Heim vor den Gemeindepolitikern.
Zahlreiche Mängel am Haus
Es gab Überlegungen, auf Gemeindekosten das undichte Dach des Heims reparieren zu lassen. Allerdings gibt es im Haus etliche andere Mängel, die laufend auftreten. So muss etwa die Wasserversorgung regelmäßig mit Heißwasser gespült werden, um die Gefahr der Legionellen-Krankheit zu vermeiden. Bürgermeister Martin Staudinger, SPÖ: „Der Hausmeister erläuterte, dass er es kaum mehr schafft, das Objekt in Betrieb zu halten.“
Dauerbaustelle
Umbau und Sanierung dauern rund zweieinhalb Jahre. Das würde bedeuten, dass die Bewohner ständig mit Staub und Lärm konfrontiert wären. Dazu kommt der Neubau der Erweiterung in unmittelbarer Nachbarschaft am Platz des früheren Altersheims. Für dieses Projekt sind auch Abbrucharbeiten am Haus am See erforderlich.
Großzügiger Neubau in Lauterach
„Natürlich hätten wir den Betroffenen diesen Umzug gerne erspart. Es ist aber alten Menschen nicht zumutbar, in einer Dauerbaustelle zu leben“, unterstreicht Bürgermeister Staudinger. Die Entscheidung liege allerdings beim Betreiber SeneCura, dem die Marktgemeinde das Haus 2019 verkauft habe. „Der gerade fertiggestellte Neubau beim Sozialzentrum Lauterach bietet wesentlich großzügigere Zimmer.

Einige Angehörige, die dieses Haus im Zentrum der Nachbargemeinde besichtigt haben, zeigen sich sofort mit dem Übersiedeln einverstanden. Andere haben Probleme damit. Zwei der Bewohner können freie Betten im Pflegeheim in der Harder Wirke beziehen. Martin Staudinger: „Mit der SeneCura ist vereinbart, dass jedes dort frei werdende Bett Harderinnen und Hardern angeboten wird, die jetzt nach Lauterach ziehen.“
Vertraute Pflegekräfte
Für ihn ist wichtig, dass endlich eine klare Entscheidung getroffen wurde. „Jetzt haben Bewohnerinnen, Bewohner und Angehörige Gewissheit.“ Die Zwischenlösung mit Lauterach ist nur möglich, weil auch ein Großteil des Harder Fachpersonals mit übersiedelt. So bleiben den Senioren die vertrauten Gesichter erhalten. Zudem hat Cornelia Reibnegger vom Sozialsprengel Hard bei der Sitzung der Gemeindevertretung berichtet, dass der Mobile Hilfsdienst gerne dazu bereit ist, die Betreuung für all jene Bewohnerinnen und Bewohner, die in der SeneCura in Lauterach untergebracht werden, fortzuführen.
Beirat beschlossen
Die SeneCura lädt alle Gemeinden, in denen sie Seniorenheime betreibt, dazu ein, einen Beirat einzurichten. Dieser hält laufend Kontakt zur Heimleitung und Verwaltung. Anstehende Fragen lassen sich so auf kurzem Weg klären, es können Wünsche deponiert werden. Auch in Hard gab es dieses Angebot, allerdings wurde es nie in Anspruch genommen. Bei der Sondersitzung im Haus am See beschloss die Gemeindevertretung, einen solchen Beirat einzurichten. AJK