Warum der Achraintunnel wieder gesperrt ist

Frühjahrsputz steht an: Die VN haben sich im Achraintunnel auf die Spuren des Reinigungstrupps der Straßenmeisterei begeben.
Schwarzach Montagmittag und die Ampeln stehen auf Rot. Vor den Portalen des Achraintunnels weisen Schilder wieder einmal auf eine Sperre und Umleitung hin. Der Grund: Wartungs- und Reinigungsarbeiten.


Jeweils im Frühjahr und Herbst rückt ein Reinigungstrupp der Straßenmeisterei an, um die nötigen Putzarbeiten für die Verkehrssicherheit durchzuführen. “Hier sieht man die Ablagerungen deutlich”, sagt Oliver Berger (46), der stellvertretende Straßenmeister, und streift mit dem Schuh über die Tunnelwand beim Portal. In der Röhre haben sich Staub und Schmutz während der Wintermonate zu einer grauen Schicht gesammelt. Für den Reinigungstrupp nicht verwunderlich, würden doch täglich zwischen 12.000 und 15.000 Autos und Lastwagen durch den Tunnel rollen. Hinzu kommen Luftzug und Steigung.


Mit Bürsten geht es für den Waschzug an diesem Nachmittag zuerst an die Beleuchtung. “Fast vier Stunden brauchen die Mitarbeiter allein um alle Lampen und die Beleuchtungseinrichtung zu reinigen”, erklärt Berger und zeigt auf den Traktor mit dem Reinigungsbalken, der quasi im Schritttempo durch den Tunnel rollt. “Danach wird getrocknet”, führt der 46-Jährige weiter aus, während ein Mitarbeiter die Lampen mit einem Wischer abzieht und wieder für gute Sichtverhältnisse sorgt.


Achraintunnel in Zahlen
2009 wurde der Tunnel nach zehn Jahren Bauzeit eröffnet
3340 Meter lang ist die Röhre
12.000 bis 15.000 Autos und Lastwagen fahren täglich im Schnitt durch die Röhre
“Die Wände werden dann im Frühjahr mit Bürsten und im Herbst mit Sprühbalken gereinigt”, erklärt Berger. Zweimal jährlich steht auch die Reinigung der Straßenentwässerung an. “Würde das nicht getan, würden die Schächte durch den Straßendreck, der auch durch Heutransporte verursacht wird, total verstopft.”
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Während sich der Waschzug um die Beleuchtung kümmert, heben zwei weitere Arbeiter gerade einen Deckel in einer der Nischen, wo sich die Röhren für die Tunnelentwässerung befinden. Im Gebiet ist das Wasser bekanntlich sehr kalkhaltig. Wie bei Waschmaschinen wird deshalb auch hier regelmäßig gewartet und gereinigt, damit das Wasser abfließen kann.


Der Waschzug der Straßenmeisterei ist diese Woche nicht nur im Achraintunnel, sondern auch im Oberland und im hinteren Bregenzerwald unterwegs. Versucht wird, die Verkehrsbehinderungen für Autofahrer so gering wie möglich zu halten.

Am Dienstag ab 20 Uhr geht es im Achraintunnel weiter. Dann ist dieser erneut dicht. “Aufgrund der Querneigungen der Straße muss komplett gesperrt werden”, erklärt Berger. Sprich, wenn es für den Waschzug mit Hochdruck und Bürsten und Seife zur Sache geht, fließt das Putzwasser über die gesamte Fahrbahn. “Und alleine die gesamte Fahrbahn zu reinigen dauert acht Stunden.” Wenn der Tunnel wieder blitzblank ist, werden in der Nacht auf Freitag schließlich noch alle elektrischen Sicherheitseinrichtungen geprüft.

“Kamelbuckel” als nächste Baustelle
Auch auf der Zufahrt zum Achraintunnel von Richtung des Kreisverkehrs Dornbirn-Nord dürfte es bald wieder zu Verkehrsbehinderungen kommen. Denn hier stehen bald Arbeiten an, wie Gerhard Schnitzer vom Straßenbauamt des Landes auf VN-Nachfrage erläutert. Dort machen sich nämlich die sogenannten “Kamelbuckel” inzwischen schon länger wieder deutlich bemerkbar. Bereits 2012 hatte man mit einer Sanierung, die 225.000 kostete, gehofft, das Problem in den Griff zu bekommen (die VN berichteten).

“Es handelt sich hier um einen setzungsempfindlichen Boden. Beim Bau konnte aus technischen Gründen keine Vorlagschüttung gemacht werden”, erläutert Schnitzer die Hintergrunde und fügt hinzu: “Wir werden heuer noch das Niveau ausgleichen. Dann sollte das erledigt sein.” Wann die Arbeiten starten, sei noch nicht fixiert worden.