Wie Christoph Scheffknecht vom Tüftler zum obersten Umweltkontrolleur wurde

Vorarlberg / 13.04.2023 • 17:45 Uhr
Christoph Scheffknecht mit seinem Mitarbeiter Norbert Lerchster in der Umweltanalytik. Dort war Scheffknecht vor seiner Übernahme des Umweltinstituts tätig. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Christoph Scheffknecht mit seinem Mitarbeiter Norbert Lerchster in der Umweltanalytik. Dort war Scheffknecht vor seiner Übernahme des Umweltinstituts tätig. VN/Paulitsch

Seit einem Jahr leitet der 59-jährige Lauteracher das Vorarlberger Umweltinstitut.

Bregenz Christoph Scheffknecht lässt die Tür zu seinem Chefbüro offen. Unaufdringlich, aber doch wahrnehmbar dringt vom Gang der Geruch von Lösungsmittel herein. Man ist an einem besonderen Ort. Im Umweltinstitut Vorarlberg in der Bregenzer Montfortstraße. Dort, wo geforscht, analysiert und evaluiert wird. Wo Chemiker und Ingenieure durch die Gänge wandeln und in Räumen mit hochtechnologischen Geräten wieder verschwinden. Dort, wo ein elementares Stück Landessicherheit täglich definiert und kontrolliert wird.

Natürlich gibt es für den Leiter des Umweltinstituts auch viel Büroarbeit zu erledigen.
Natürlich gibt es für den Leiter des Umweltinstituts auch viel Büroarbeit zu erledigen.

Der Experimentierkasten

Scheffknecht leitet das Umweltinstitut seit einem Jahr. Er folgte dem langjährigen Chef Dietmar Buhmann nach. Für den zweifachen Familienvater ist es der Endpunkt einer Entwicklung, deren Anfänge ihn zum sentimentalen Schmunzeln bringen. “Ich hatte schon als Kind ein großes Interesse an Naturwissenschaft und am Experimentieren. Eines Tages kauften mir meine Eltern einen Experimentierkasten.” Die Erinnerung an sein damaliges Meisterstück zaubert ihm heute noch ein spitzbübisches Lächeln ins Gesicht. “Ich baute einen Empfänger, mit dem ich den Funkverkehr der über uns fliegenden Flugzeuge abhören konnte.”

In seiner Freizeit ist Christoph Scheffknecht zu Hause noch immer gerne selber am Basteln und Experimentieren.  <span class="copyright">Scheffknecht</span>
In seiner Freizeit ist Christoph Scheffknecht zu Hause noch immer gerne selber am Basteln und Experimentieren. Scheffknecht

Geradlinige Karriere

Scheffknechts Zukunft war vorgezeichnet. Nach der Matura am BG Bregenz Blumenstraße studierte er Chemie an der Universität Innsbruck. 1994 folgte die Promotion mit Auszeichnung, ehe es den gescheiten jungen Mann nach Vorarlberg an jenen Ort zog, dem er bis heute treu geblieben ist. Als Sachverständiger in der Abteilung Umweltchemie wechselte er später in die Leitung der Abteilung Umweltanalytik. Und jetzt ist er der Chef des ganzen Instituts, verantwortlich für 85 Mitarbeiter.

Unter anderem mit regelmäßigem Joggen hält sich der 59-jährige Lauteracher fit.
Unter anderem mit regelmäßigem Joggen hält sich der 59-jährige Lauteracher fit.

Drei Chefs

“Ich habe gleich drei Chefs”, erzählt Scheffknecht mit Humor. “Es sind dies die Landesräte Martina Rüscher im Bereich Lebensmittelsicherheit, Christian Gantner für den Bereich Wasser und Daniel Zadra beim Thema Umweltschutz.”

Im Laufe seiner Tätigkeit am Umweltinstitut durfte Scheffknecht bahnbrechende Entwicklungen begleiten. “Was wir heutzutage mit hochentwickelter Technologie und den modernen Messgeräten alles entdecken können, wäre vor 30 Jahren noch undenkbar gewesen”, erzählt Scheffknecht. Er erwähnt organische Spurenstoffe genauso wie die Nachweisbarkeit des Coronavirus in den Abwässern. Diesbezüglich hat er beruhigende Nachrichten: “Das Virus spielt kaum mehr eine Rolle.”

Bei seiner Kickerrunde darf für Christoph Scheffknecht (Vierter von links) auch die Geselligkeit nicht fehlen. <span class="copyright">Scheffknecht</span>
Bei seiner Kickerrunde darf für Christoph Scheffknecht (Vierter von links) auch die Geselligkeit nicht fehlen. Scheffknecht

Kicken und joggen

Das Umweltinstitut ist der unbestechliche Seismograf für den Zustand der Umwelt in unserem Land. Gewässer, Luft, Lärm – alles wird gemessen, evaluiert und analysiert. “Es gibt dir ein gutes Gefühl, in Sachen intakter Umwelt und gesunder Lebensmittel den Bürgern dienstbar sein zu können”, beschreibt Christoph Scheffknecht die Zufriedenheit in seinem Job.

Die Zufriedenheit außerhalb des Instituts holt er sich bei seiner Familie und beim Sport. Immer noch kickt der bald 60-Jährige mit seinen Kumpel. Und auch das Joggen hält seinen Körper fit.

Zur Person

Dr. Christoph Scheffknecht

Geboren: 18. Februar 1964

Beruf: Chemiker

Familie: verheiratet, zwei Töchter

Wohnort: Lauterach

Hobbys: Elektronik, Sport

Lieblingsfarbe: Blau