Warum sich die FPÖ als “Familienpartei” sieht und NÖ-Kollegen nicht bewerten will

Ländle-Blaue fordern 1000 Euro zusätzlich für Mütter, die ihr Kind länger betreuen möchten.
Bregenz “Wir sind die Familienpartei”, sagt der Vorarlberger FPÖ-Chef Christof Bitschi (31) im Brustton der Überzeugung. Man müsse Müttern echte Wahlfreiheit beim Umgang mit ihren Kleinkindern geben, fordert Bitschi. Konkret fordern er und Familiensprecherin Andrea Kerbleder (46) 1000 Euro zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld für jene Mütter, die ihre Kinder länger im Familienverband betreuen müssen.
Frauen, die so früh wie möglich wieder in den Arbeitsprozess zurückkehren wollen, dürften andererseits nicht durch finanzielle Einbußen wegen Investitionen für außerfamiliäre Kinderbetreuung büßen müssen. “Für die muss es ein Gratis-Betreuungsmodell geben”, betont Kerbleder.

Zweistelliger Millionenbetrag
Als Ausdruck ihrer Forderungen bringen die Blauen einen Antrag in den Landtag ein. Bitschi schätzt, dass für die Finanzierung des FPÖ-Antrages ein “niedrigen zweistelligen Millionenbetrag” notwendig sei. Es sei Geld, das nach Ansicht von Bitschi und Kerbleder gut investiert sei. “Wir brauchen Kinder in unserer Gesellschaft, und wir wollen ein kinderfreundliches Umfeld schaffen”, sind sich die FPÖ-Vertreter einig. Dafür werben sie bei anderen Parteien und sehen vor allem die ÖVP als möglichen Partner.

“Haben andere Probleme”
Stichwort ÖVP und FPÖ vor dem Hintergrund der heftig diskutieren schwarz-blauen Koalition in Niederösterreich: Der Vorarlberger FPÖ-Chef will Forderungen wie das Werbeverbot für Covid-Impfungen samt Rückzahlungen von Strafzahlungen wegen Verstößen gegen die Maßnahmen als auch die verpflichtende Verwendung der deutschen Sprache in Pausenhöfen nicht als Bedingungen für eine mögliche Koalition im Land nach den nächsten Wahlen in den Mittelpunkt rücken. “Wir haben andere Probleme: die Teuerung oder die Entlastungsstraße, um nur zwei Beispiele zu nennen.”
Die Aufregung um die Förderung von Wirtshäusern mit heimischem Speiseangebot in Niederösterreich sieht er als aufgebauscht. “In Tirol gibt es das ja schon längst. Nur in Niederösterreich macht man wegen der FPÖ ein Theater.”