Darum steht das Skigebiet Alberschwende vor dem Aus

Vertrag mit Grundstücksbesitzer endet. Eine Verlängerung ist unwahrscheinlich.
Alberschwende “Man muss das befürchten, ja.” Alberschwendes Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann redet auf die Frage nach dem drohenden Ende des kleinen und so beliebten Familienskigebiets nicht um den heißen Brei herum. Sie ergänzt: “Ganz haben wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Es gibt noch ein Gespräch.”

Die Gemeindechefin möchte nichts über jenen Grundbesitzer sagen, der die Ära Skigebiet Alberschwende beenden könnte. Sie will ihn nicht verärgern, kein Öl ins Feuer schütten. Aber bekannt ist: Der Anrainer möchte keine Genehmigung für die Beschneiung der Skipisten geben, und auch bei der Nutzung der Privaten gehörenden Parkflächen steht bezüglich Pachtverlängerung die Ampel auf Rot.


Vor 60 Jahren …
Der Niedergang der Skiregion Alberschwende würde dadurch im endgültigen Aus gipfeln. Vor 60 Jahren begann alles mit der Eröffnung des Skilifts Tannerberg, zwei Jahre später folgte der Skilift Dresslerberg. Im Jahre 1967 wurde der Brüggelekopf-Sessellift seiner Bestimmung übergeben, fünf Jahre später der parallel dazu verlaufende Skilift. Mit dem 2005 in Betrieb genommenen Kinderlift bei der Talstation Brüggelekopf wurde Alberschwende endgültig zum beliebtesten Skigebiet für Anfänger in der Region. Die gute Erreichbarkeit mit entsprechendem Parkplatzangebot machte Alberschwende zum perfekten Familienwintersportort.

Ein Bild aus unbeschwerten Tagen am Tellerlift in Alberschwende. Das Ende des Skibetriebs scheint nun aber besiegelt. VN/Stiplovsek
Ende Sessellift 2018
Schweren Herzens nimmt auch Reinold Baumann, Geschäftsführer der Alberschwender Skilifte, diese Entwicklung zur Kenntnis. “Es wäre sehr bitter, wenn es wirklich so kommt. Aber ich weiß nicht, wie es verhindert werden soll.”
Noch vor wenigen Jahren wälzte man in Alberschwende sogar Ausbaupläne für ein Skigebiet, das die drei Standorte Tannerberg, Dresslerberg und Brüggelekopf verbinden sollte. Doch die Pläne scheiterten ebenso wie der Versuch einer Ersatzlösung für den Brüggelekopf-Sessellift, der 2018 seinen Betrieb einstellte.

Leistbares Skifahren
Bürgermeisterin Schwarzmann sieht das wahrscheinliche Aus für das Skigebiet als herben Verlust für den ganzen Ort. “Davon wären auch die Gastronomie und der Sporthandel betroffen”, betont sie.

Aber nicht nur den Ort Alberschwende würde das Ende des Skibetriebs hart treffen. Die ganze Region hätte daran zu knabbern. “Traurig für alle kleinen Skifahrer aus dem ganzen Land. . . . Leistbares Skifahren wird somit zwangsläufig verhindert!!! Schade für die kleinen Skizwerge und die zukünftigen Nichtskifahrer”, postet etwa der Leiter der Skischule Schwarzenberg, Daniel Paluselli. Für die Skischule Schwarzenberg selbst hätte das Aus auch Folgen. Sie könnte mit ihren Kursen nicht mehr nach Alberschwende ausweichen, wenn es am Bödele wieder einmal keinen Naturschnee gibt.


