Große Verwechslungsgefahr: Wie man Bärlauch erkennt

Worauf beim Pflücken vom Bärlauch geachtet werden sollte, erzählt der Experte Klaus Zimmermann.
Dornbirn Die Frühlingszeit kommt bereits schleichend und mit ihr auch die ersten Blumen und Pflanzen. Für manche bedeutet das ebenfalls Bärlauch-Zeit. Die früh im Jahr austreibende Pflanzenart wird nicht nur aus kulinarischen Gründen, sondern auch aufgrund ihrer heilenden Wirkung gesammelt.


“Es ist eine heilwirksame Pflanze, blutreinigend und antibiotisch. Sie ist sehr gut für die Leber, daher ist sie auch als Heilkraut gefragt”, erklärt Klaus Zimmermann, Biologe in der inatura. “Es ist eine gute Pflanze für Frühjahreskuren aller Art.”

Bärlauch wächst bereits im März, jedoch sollte er idealerweise vor seiner Blütezeit im Mai gepflückt werden. “Aber auch dann ist eine Ernte möglich. Die Blütenknospen kann man wie Kapern verwenden”, erklärt Zimmermann. “Wenn die Blüte vorbei ist, dann verliert er sozusagen seine Kraft und steckt die Energie in die Blüten.”


Beim Pflücken ist dennoch Vorsicht geboten. Oft wird der Bärlauch mit seinen Genossen wie Herbstzeitlose, Maiglöckchen und Aronstab vertauscht, da sie alle in unmittelbarer Nähe zueinander wachsen. “Die Verwechslung kann tödlich sein”, warnt der Biologe. Insbesondere kann das Gift Colchicin der Herbstzeitlosen große Nachwirkungen haben, die zum Tod führen können. “Es ist ein Zellgift, das praktisch zu einer sehr raschen Vergiftung des ganzen Körpers führt, erst recht der Leber.” Aronstab ist hingegen stark toxisch für Kinder und verursacht Schleimhautreizungen und Magen-Darm-Infekte. Der Aronstab kann durch seine Herzform erkannt werden.


Anderseits sieht die Herbstzeitlose dem Bärlauch sehr ähnlich. “Man kann sie dadurch identifizieren, dass die Blätter bis zum Boden breit sind und gleich mehrere Blätter aus dem Boden herauskommen. Beim Bärlauch kommt jedes Blatt einzeln raus und hat einen dünnen Stiel”, erklärt Klaus Zimmermann.


Das ist eines der wichtigsten Merkmale des Bärlauchs. Hinzu kommt, dass seine Blätter leicht längs geadert sind und sie beim Zusammendrücken verschmieren. Der Experte rät jedoch, sich vom Knoblauchgeruch nicht beirren zu lassen. “Wenn man das Blatt des Bärlauchs zerreibt, riechen die Finger danach und bei der nächsten Pflanze auch automatisch, das kann irreführend sein. Der Knoblauchgeruch ist also ein schlechter Ratgeber.”

Generell betont der Biologe, dass man beim Pflücken vorsichtig sein sollte: “Wer die Pflanzen nicht auseinanderhalten kann, sollte es selbst lieber nicht machen und stattdessen zum Markt gehen.”
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Bärlauch-Pesto-Rezept
200 g Bärlauch
25 g Pinienkerne
25 g Parmesan
1 Teelöffel Salz
150-250 ml Olivenöl
Zubereitung
Den Bärlauch gründlich waschen und trocknen. Anschließend in kleine Streifen schneiden. Die Pinienkerne in der Pfanne ohne Öl leicht anrösten, damit sie Farbe abbekommen (Pinienkerne können auch durch Sonnenblumenkerne oder andere Nüsse ersetzt werden). Daraufhin die Kerne in die Küchenmaschine geben und klein zerhacken. Den Parmesan währenddessen fein reiben. Dann alle Zutaten miteinander vermengen und die sämige Masse mixen. Wenn das Pesto zu dickflüssig sein sollte, einfach noch mehr Öl hinzugeben. Und natürlich abschmecken, bei Bedarf noch nachsalzen. Für mehr Geschmack kann auch Knoblauch hinzugefügt werden. Parmesan ist kein Muss. Das Bärlauch-Pesto kann bis zu zwei Wochen im Kühlschrank halten.
