Große Verwechslungsgefahr: Wie man Bärlauch erkennt

Vorarlberg / 15.03.2023 • 15:30 Uhr
Große Verwechslungsgefahr: Wie man Bärlauch erkennt
Klaus Zimmermann erklärt, welche Dinge beim Pflücken von Bärlauch beachtet werden müssen. VN/PEm

Worauf beim Pflücken vom Bärlauch geachtet werden sollte, erzählt der Experte Klaus Zimmermann.

Dornbirn Die Frühlingszeit kommt bereits schleichend und mit ihr auch die ersten Blumen und Pflanzen. Für manche bedeutet das ebenfalls Bärlauch-Zeit. Die früh im Jahr austreibende Pflanzenart wird nicht nur aus kulinarischen Gründen, sondern auch aufgrund ihrer heilenden Wirkung gesammelt.

Der Bärlauch wächst bereits im März.<span class="copyright"> vn/pem</span>
Der Bärlauch wächst bereits im März. vn/pem
Das Blatt des Bärlauchs. <span class="copyright">vn/pem</span>
Das Blatt des Bärlauchs. vn/pem

“Es ist eine heilwirksame Pflanze, blutreinigend und antibiotisch. Sie ist sehr gut für die Leber, daher ist sie auch als Heilkraut gefragt”, erklärt Klaus Zimmermann, Biologe in der inatura. “Es ist eine gute Pflanze für Frühjahreskuren aller Art.”

Zimmermann warnt vor den giftigen Pflanzen. <span class="copyright">vn/pem</span>
Zimmermann warnt vor den giftigen Pflanzen. vn/pem

Bärlauch wächst bereits im März, jedoch sollte er idealerweise vor seiner Blütezeit im Mai gepflückt werden. “Aber auch dann ist eine Ernte möglich. Die Blütenknospen kann man wie Kapern verwenden”, erklärt Zimmermann. “Wenn die Blüte vorbei ist, dann verliert er sozusagen seine Kraft und steckt die Energie in die Blüten.”

Klaus Zimmermann ist Fachberater bei der inatura Vorarlberg. <span class="copyright">vn/pem</span>
Klaus Zimmermann ist Fachberater bei der inatura Vorarlberg. vn/pem
Beim Pflücken müssen einige Sachen beachtet werden. <span class="copyright">vn/pem</span>
Beim Pflücken müssen einige Sachen beachtet werden. vn/pem

Beim Pflücken ist dennoch Vorsicht geboten. Oft wird der Bärlauch mit seinen Genossen wie Herbstzeitlose, Maiglöckchen und Aronstab vertauscht, da sie alle in unmittelbarer Nähe zueinander wachsen. “Die Verwechslung kann tödlich sein”, warnt der Biologe. Insbesondere kann das Gift Colchicin der Herbstzeitlosen große Nachwirkungen haben, die zum Tod führen können. “Es ist ein Zellgift, das praktisch zu einer sehr raschen Vergiftung des ganzen Körpers führt, erst recht der Leber.” Aronstab ist hingegen stark toxisch für Kinder und verursacht Schleimhautreizungen und Magen-Darm-Infekte. Der Aronstab kann durch seine Herzform erkannt werden.

Der Aronstab wächst in unmittelbarer nähe zum Bärlauch. <span class="copyright">vn/pem</span>
Der Aronstab wächst in unmittelbarer nähe zum Bärlauch. vn/pem
Aronstab hat ein herzförmiges Blatt. Im Hintergrund ist das Blatt vom Bärlauch.<span class="copyright">vn/pem</span>
Aronstab hat ein herzförmiges Blatt. Im Hintergrund ist das Blatt vom Bärlauch.vn/pem

Anderseits sieht die Herbstzeitlose dem Bärlauch sehr ähnlich. “Man kann sie dadurch identifizieren, dass die Blätter bis zum Boden breit sind und gleich mehrere Blätter aus dem Boden herauskommen. Beim Bärlauch kommt jedes Blatt einzeln raus und hat einen dünnen Stiel”, erklärt Klaus Zimmermann.

Die Blätter bei der Herbstzeitlosen wachsen mehrfach aus dem Boden. <span class="copyright">vn/pem</span>
Die Blätter bei der Herbstzeitlosen wachsen mehrfach aus dem Boden. vn/pem
Die Herbstzeitlose wächst auch in der Nähe des Bärlauchs. <span class="copyright">vn/pem</span>
Die Herbstzeitlose wächst auch in der Nähe des Bärlauchs. vn/pem

Das ist eines der wichtigsten Merkmale des Bärlauchs. Hinzu kommt, dass seine Blätter leicht längs geadert sind und sie beim Zusammendrücken verschmieren. Der Experte rät jedoch, sich vom Knoblauchgeruch nicht beirren zu lassen. “Wenn man das Blatt des Bärlauchs zerreibt, riechen die Finger danach und bei der nächsten Pflanze auch automatisch, das kann irreführend sein. Der Knoblauchgeruch ist also ein schlechter Ratgeber.”

Bärlauch gibt beim Zerreiben der Blätter Farbe ab . <span class="copyright">vn/pem</span>
Bärlauch gibt beim Zerreiben der Blätter Farbe ab . vn/pem

Generell betont der Biologe, dass man beim Pflücken vorsichtig sein sollte: “Wer die Pflanzen nicht auseinanderhalten kann, sollte es selbst lieber nicht machen und stattdessen zum Markt gehen.”

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Bärlauch-Pesto-Rezept

200 g Bärlauch

25 g Pinienkerne

25 g Parmesan

1 Teelöffel Salz

150-250 ml Olivenöl

Zubereitung

Den Bärlauch gründlich waschen und trocknen. Anschließend in kleine Streifen schneiden. Die Pinienkerne in der Pfanne ohne Öl leicht anrösten, damit sie Farbe abbekommen (Pinienkerne können auch durch Sonnenblumenkerne oder andere Nüsse ersetzt werden). Daraufhin die Kerne in die Küchenmaschine geben und klein zerhacken. Den Parmesan währenddessen fein reiben. Dann alle Zutaten miteinander vermengen und die sämige Masse mixen. Wenn das Pesto zu dickflüssig sein sollte, einfach noch mehr Öl hinzugeben. Und natürlich abschmecken, bei Bedarf noch nachsalzen. Für mehr Geschmack kann auch Knoblauch hinzugefügt werden. Parmesan ist kein Muss. Das Bärlauch-Pesto kann bis zu zwei Wochen im Kühlschrank halten.

Die Stiele muss man wegmachen.<span class="copyright"> VONA</span>
Die Stiele muss man wegmachen. VONA