Große Angst um unsere Bienen. Das droht ihnen.

Vorarlberg / 15.03.2023 • 02:00 Uhr
Wie kommen die Bienen heuer durch Frühling und Sommer? Und wie viel Honig werden sie uns schenken? Auch heuer sind das bange Fragen. <span class="copyright">dpa</span>
Wie kommen die Bienen heuer durch Frühling und Sommer? Und wie viel Honig werden sie uns schenken? Auch heuer sind das bange Fragen. dpa

Durch den Klimawandel gibt es wohl kein Futter mehr für sie im Sommer. Der Mensch ist gefragt.

Wolfurt Gerhard Mohr, Präsident des Vorarlberger Imkerverbandes, gibt sich keinen Illusionen hin. “Die Bienen haben großteils gut überwintert”, darf er feststellen. Aber: “Ein Teil der Kolonien ist ist aufgrund der Wärme zum Jahreswechsel schon seit Anfang Jänner in Brut. Das bedeutet: Sie müssen auch bei schlechtem Wetter Wasser und Pollen einbringen.” Daher bräuchten sie mehr Futter.

Füttern im Sommer

Dieses Futter finden sie im Frühjahr auch. Doch durch die Klimaverschiebung hat sich das Nahrungsangebot insofern verschoben, als dass es dann im Hochsommer nichts mehr für die umtriebigen Honigproduzenten gibt. “Hungrige Bienen erhöhen die Krankheitsanfälligkeit. Es kann sein, dass wir sie im Sommer bei schönstem Wetter füttern müssen”, befürchtet der höchste Imker des Landes.

Imkerpräsident Gerhard Mohr weiß: Die heimischen Honigbienen werden im Sommer gefüttert werden müssen. <span class="copyright">VN/Sams</span>
Imkerpräsident Gerhard Mohr weiß: Die heimischen Honigbienen werden im Sommer gefüttert werden müssen. VN/Sams

Andere Imker hegen sogar noch größere Befürchtungen. Durch das bereits stattfindende Brüten erhöhe sich die Gefahr durch die Varroa-Milbe. In der jetzigen Phase sei auch keine entsprechende Behandlung möglich. Erfahrene Bienenexperten sprechen zudem von einer zunehmenden Verwirrung der Bienen. Sie würden sich aufgrund der Klimaverschiebung nicht mehr auskennen.

Bienen brauchen Blühendes

Nicht alle sehen die Perspektive der Bienen so negativ. “Die Wildbienen passen sich dem Nahrungsangebot an. Abgesehen davon sind nicht alle Wildbienen-Arten gleich gefährdet”, meint inatura-Experte Klaus Zimmermann. “Ich habe schon mehrere Bienen und Hummeln in meinem Garten gesehen. Die waren so früh da wie die Blüten.” Schwieriger werdende Rahmenbedingungen ortet Zimmermann jedoch auch. “Die Landschaften sind ausgeräumt. Mähroboter lassen nichts mehr zum Wachsen kommen. Ich kann da nur appellieren: Leute, lasst es blühen.”

inatura-Sprecher Klaus Zimmermann hat eine klare Botschaft an alle, die Bienen lieben: "Lasst es blühen, Leute."
inatura-Sprecher Klaus Zimmermann hat eine klare Botschaft an alle, die Bienen lieben: "Lasst es blühen, Leute."

1500 Imker im Land

Düstere Zeiten erlebten die Summer jedenfalls im Vorjahr. Ausgerechnet die Blütezeit fiel nass und und unfreundlich aus – Gift für die Bienen.

In Vorarlberg gibt es derzeit 1500 Imkerinnen und Imker, die in 40 Vereinen organisiert sind. Sie betreuen insgesamt 11.000 Bienenvölker. 700 Wildbienenarten ergänzen die landwirtschaftlichen Nutztierbienen österreichweit. In Vorarlberg sind es 300.

2019 wurde in Vorarlberg ein Bienenprojekt zum Schutz und und zur Förderung von Honigbienen aus der Taufe gehoben. Die klimatisch problematischen Jahre haben dem Bestand dennoch zugesetzt.