Eisexpedition auf dem Bodensee

Seegfrörne 1963: Auch am letzten Tag war auf den See noch viel los.
Bregenz Der 5. März 1963 war ein Dienstag. Die Schüler der ersten Klasse des Bubengymnasiums Bregenz hatten am Nachmittag frei. Nachdem sie bereits am Vortag von Präfekt Ehrenreich Bereuter auf einen besonderen Ausflug nach Lindau vorbereitet wurden, machte sich die Truppe nach dem Mittagessen auf zum Bregenzer Hafengelände.







“Rektor Richard Flatz und unser Präfekt waren Bergsteiger und wussten, wie man über die Eisfelder und Gletscher im Gebirge geht. In Anlehnung daran nahmen sie zwei Seile mit. Der vorderste Schüler wurde jeweils an das Seil angebunden, für die anderen waren am Seil nur Schlaufen, damit sie sich halten konnten. Rektor Flatz ,sicherte’ beide Seile mit einem alpinen Eispickel, den er auch dazu verwendete, um alle paar Kilometer die Eisdicke zu messen”, schildert Johannes Schüssling.




30 Zentimeter
Laut Messung war das Eis rund 30 Zentimeter dick. Außer ihnen seien an diesem Tag noch viele Leute unterwegs nach Lindau gewesen, berichtet Schüssling. “Nach einem Fotoshooting und einer kurzen Jause machten wir uns wieder auf zum Rückmarsch nach Bregenz. Als wir im Hafengebiet von Bregenz ankamen, ließen die Behörden niemanden mehr auf den See hinaus.”







Josef Simeaner (79) aus Wolfurt war drei Tage vor der Marianumklasse auf dem See unterwegs. Auch er erinnert sich an das Naturspektakel und das Donnern des Eises, als ob es gestern gewesen wäre. “Am 2. März sind noch ganze Kolonnen nach Lindau hinüber gelaufen. Mitten auf dem See war ein zirka 20 Zentimeter breiter Spannungsriss. Da hat man das Wasser gesehen”, erzählt der Wolfurter, der zu dieser Zeit gerade seinen Grundwehrdienst absolvierte.




