Abschied vom Wildpark: Zwei Luchse gehen auf Reisen

Die Wildnis ruft: Zwei Jungluchse des Wildparks Feldkirch werden in Polen ausgewildert.
Feldkirch Für Maia und Nya galt es frühmorgens am Donnerstag dem Ardetzenberg Lebewohl zu sagen. Die Reise führt den Luchsnachwuchs ins rund 1000 Kilometer entfernte Jabłonowo in Nordwestpolen. Der Nationalpark, der sich auf die Erhaltung und Ansiedlung der scheuen Raubkatzenart in der freien Natur spezialisiert hat, soll die neue Heimat der einjährigen Geschwister werden.
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„Die Tiere aus Feldkirch werden in Polen zunächst in einem sogenannten Adaptionsgehege unterkommen, wo sie sich an die neue Umgebung gewöhnen und sich auf das Überleben in der Wildnis vorbereiten können“, erklärt Tierpflegerin Birgit Wedl vom Wildpark Feldkirch.

Zwei Brüder
Vor ihrer Abreise am Donnerstag wurden die Tiere unter Narkose noch geimpft, gewogen und mit einem GPS versehen. Auch die Patenfamilien konnten Abschied von den Samtpfoten nehmen. Bei Maia und Nya handelte es sich entgegen der ersten Vermutung jedoch nicht um zwei Schwestern, sondern um Brüder. Da sich weder die 20 Kilogramm schweren Pinselohren noch ihre Betreuer an der Diskrepanz stören und sich alle an die Namen gewöhnt haben, blieben diese vorerst erhalten.

Nachdem die Formalitäten durch Tierärzte erfolgreich abgewickelt wurden, ging es gemeinsam mit dem Team des Wildparks rund um Leiter Christian Ammann sowie dem dreiköpfigen polnischen Nationalparkteam auf die rund 13-stündige Autofahrt nach Westpommern. Seit 2017 ist dort das EU-geförderte Projekt der Western Pomeranian Nature Society darum bemüht, den Luchs wieder anzusiedeln. Mit Erfolg: Bereits drei Luchse aus dem Wildpark sind durch das Projekt nun wieder in der freien Wildbahn unterwegs.

Geschützte Tierart
69 Tiere aus Österreich, Deutschland, Estland und Lettland haben dieses Prozedere bereits hinter sich und wurden erfolgreich ausgewildert. Im Wildpark Feldkirch wird der Auszug der beiden Pinselohren begrüßt. „Es ist für uns eine tolle Chance, dieses Projekt zu unterstützen. Durch eine Auswilderung in Nationalparks oder Schutzgebieten kann der Erhalt von artgeschützten Tieren, und dazu zählt der Luchs, gewährleistet werden”, erklärt der Wildpark-Leiter.



Gute Plätze für Jungtiere zu finden, sei grundsätzlich sehr aufwendig und mühsam, weiß Ammann aus Erfahrung. Dass der Wildpark überhaupt gezwungen ist, die Jungluchse abzugeben, liegt im Tierschutzgesetz begründet. Darin ist etwa die Anzahl der Tiere je nach Gehegegröße klar geregelt.
Somit sind noch zwei Luchse – nämlich die Eltern von Maia und Nya – im Wildpark, die sich über Besucherinnen und Besucher freuen.



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