Flohmarkt ist nicht mehr gleich Flohmarkt. Weil nämlich …

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Dornbirner Messehallen wurden am Wochenende gestürmt. Tausende suchten “Züg” und fanden es auch.
Dornbirn Chantal Hundertpfund (22) aus Bludenz und ihr Freund Tarik Köken (23) aus Nüzders haben es gewusst: “Wir haben wirklich Sachen gefunden, die uns gefallen.” Chantal zeigt die Silbertabletts, die sie erworben hat, Tarik zeigt auf seinen Koffer. “Da ist eine Olivetti-Schreibmaschine drinnen. Reine Liebhaberei.” Klamotten hat das das junge Pärchen auch noch gefunden. Ein Verkäufer eilt mit einem Damenstiefel herbei. “Der würde dir doch super passen”, sagt er zu Chantal.

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Nachhaltigkeit ist Trumpf
AJ, alias Michael Riedmann (43), den die beiden getroffen haben, ist auch zufrieden. Er suchte nach alten Sachen für ein Fotoshooting und verlässt zufrieden den Dornbirner Großflohmarkt. Noch sind tausende Besucher da, obwohl es am Sonntag bereits kurz vor zwölf ist und die ersten Ansagen auf das nahe Ende der Veranstaltung hinweisen.

Organisator Sunny Fässler (50) kommt kurz vor der Schließung nicht in Panik. “Es wird noch eine Weile dauern, bis es hier leer wird.” Die Freude über den Erfolg des ersten Post-Coronaflohmarkts ist bei ihm riesengroß. “Es war echt toll. Die Leute sind in Massen gekommen, die Qualität der Waren war hervorragend. Und man sieht, dass sich das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in einem Flohmarkt widerspiegelt. Es ist keine Schande, gebrauchte Sachen zu verwenden.”

Sachen für die Kinder
Diese Haltung teilen auch Christine (53) und Arno Holten (57) aus dem Oberland. Christine ist Freizeitpädagogin. Sie hat Sachen gesucht, die sie für ihre Arbeit mit den Kindern gut brauchen kann. Einen Einkaufswagen prall voll mit allerhand Sachen schieben die beiden vor sich her. “Ich bin wirklich zufrieden. Ich habe alles gefunden, wonach ich gesucht habe”, freut sich Christine. Dazu zählen Weihnachtsdekoration genauso wie Bastelsachen und vor allem eine stattliche Zahl von Blumentöpfen, die sie sofort verwenden wird. “Perfekt war das hier heute”, attestiert Gatte Arno.

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650 freiwillige Helfer
Ein gutes Gefühl haben auch Anna und Lisa hinter ihrem Verkaufsstand. Sie gehören zu den 650 freiwilligen Helfern, die sich für den Verkauf und das Handeln der zur Verfügung gestellten Waren und Gegenstände zur Verfügung gestellt haben. “Ich bin bei den Pfadfindern. Für mich ist die Arbeit hier eine gute Tat”, strahlt Schülerin Anna. Viel Zeit zum Reden haben beide auch kurz vor Ende der Veranstaltung nicht. Obwohl das Zusperren bereits angekündigt wurde, scheint der Zulauf ungebrochen. Sunny Fässler kennt das. “Gerade bei einem Flohmarkt versuchen viele, kurz vor dem Ende noch besondere Sachen zu erwerben. Das gehört zu den Eigenheiten einer solchen Veranstaltung.”
