Im Einsatz gegen Schnee und Eis auf der Autobahn

Winterdienstmitarbeiter der Asfinag sind rund um die Uhr für Einsätze gerüstet.
Bludesch, Hohenems Wenn Schnee und Kälte angekündigt sind, sind Florian Wackernell und seine Kollegen vom Winterdienst der Asfinag naturgemäß in Alarmbereitschaft. Im Schichtbetrieb sorgen sie rund um die Uhr für Sicherheit auf der A 14. “Hier werden die Wetterprognosen sowie Werte wie Fahrbahn- und Lufttemperatur, die von Sensoren gemessen werden, angezeigt”, erklärt der 35-Jährige und zeigt auf einen Bildschirm in den Räumlichkeiten des Asfinag-Standorts in Bludesch-Gais.

Die Asfinag-Mitarbeiter verlassen sich aber natürlich nicht nur auf die Technik rund um Sensoren und GPS, sondern auch Erfahrung und das Wissen um die kritischen Bereiche und das Gespür für Schnee und Kälte sowie Feuchtigkeit zählen.

“Geschlafen wird im Dienst nicht, man muss immer gut aufpassen”, ist sich Wackernell seiner Verantwortung stets bewusst. Während andere noch im Bett liegen, ist er bei winterlichen Verhältnissen im Dienst zum Teil auch nachts oder in den frühen Morgenstunden unterwegs. Dabei befreit er den Autobahnabschnitt im Oberland von Schnee oder streut Salz, um Glätte zu verhindern.

“Heuer war der Winterdienst wegen des Föhns bislang eher ruhig”, berichtet er mit Blick auf das Salzstreufahrzeug und die beiden turmhohen Salzsilos neben ihm. Nur an einem Wochenende im Dezember habe es für die Winterdienstmitarbeiter bei Temperaturen um die Minus sieben Grad und Schneefällen richtig viel zu tun gegeben.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
“Bei gewissen Arbeiten würde ich mir schon Unterstützung wünschen”, sagt der Mann mit der leuchtorangen Jacke und zuckt mit den Schultern. Zusätzliches Personal wird je nach Wettervorhersage eingeteilt, etwa wenn starke Schneefälle angekündigt sind.

Unterdessen schlägt sich der bislang milde Winter auch in der Statistik der Autobahnmeisterei in Hohenems beziehungsweise der Zentrale zu Buche. “Zwischen 1. November und 31. Jänner wurden diesen Winter 1100 Tonnen Salz gestreut”, erzählt Autobahnmeister Gerald Gröger (57). Durchschnittlich werden jährlich 3500 Tonnen benötigt, um Glätte zu verhindern.
Asfinag Winterdienst
20 Winterdienstfahrzeuge sind in Vorarlberg auf der A 14 im Einsatz
1100 Tonnen Salz wurden in diesem Winter seit 1. November auf der A 14 gestreut
31.000 Kilometer wurden im Winterdienst heuer bislang bei Räum- und Streuarbeiten zurückgelegt
23 Asfinag-Mitarbeiter sind im Winterdienst beschäftigt, hinzu kommen 49 Externe von Frächtern, die für vier Streckenabschnitte zwischen dem Ambergtunnel und der Grenze zu zu Deutschland zuständig sind
Anhand der Wettermodelle wird entschieden, ob eine Präventivstreuung notwendig ist, um bei Schneefall besser räumen zu können. Gestreut werden auf der Autobahn Salz und Sole, sprich eine Salzlösung. Unter dem Motto “Was liegt, das pickt” soll das Verwehungen vorbeugen, wie der Experte erklärt. “Es handelt sich zu 99 Prozent um Siedesalz, die letzte Stufe vor dem Speisesalz”, erklärt Gröger.

Vier weiße Dünen ragen momentan im Salzlager in Hohenems in Richtung Decke. “Derzeit sind es 1300 Tonnen, die hier gelagert sind”, führt der Autobahnmeister aus und lässt das weiße Streugut durch seine Finger rieseln.

“In der Soleanlage wird das Salz mit Wasser vermischt”, erläutert Gröger den Vorgang und deutet auf eine Wanne und einen Tank neben ihm. Da Salz auch in der Industrie ein gefragtes Gut sei und die Preise steigen, wird derzeit im Rahmen von Pilotprojekten bei diversen Autobahnmeistereien sogenanntes Steinsalz als Alternative geprüft.

“Grundsätzlich wird das Salz für die Streuung sehr sparsam verwendet”, sagt der Autobahnmeister und fügt hinzu: “Aber es muss die Sicherheit natürlich gewährleistet werden.”
Hinsichtlich der jüngst angekündigten Schneefälle sind die Winterdienstmitarbeiter also gewappnet. Bis dato legten sie laut Gröger im diesjährigen Winter rund 31.000 Kilometer für Räum- und Streuarbeiten zurück.