Diese Firma hat jetzt einen betriebseigenen Kindergarten

In Schruns hat ein betriebseigener Kindergarten eröffnet, der am Wochenende, in den Ferien und an Feiertagen offen hat.
Schruns Im Dezember hat der Gagla Club in Schruns eröffnet. Drei adaptierte, kindgerechte Räume mit insgesamt 120 Quadratmetern stehen den bis zu zwölf Kindern, die dort betreut werden können, zur Verfügung.

Der hauseigene Kindergarten der Silvretta Montafon (SiMo) ist in der Montafonerstraße 8 über der Skiwerkstätte untergebracht (in der ehemaligen Firma Gantner).
Gerhard Burtscher, Aufsichtsratsvorsitzender der BTV (Bank für Tirol und Vorarlberg), berichtete bei der offiziellen Eröffnung des Gagla Clubs letzte Woche, dass bereits vor zwei Jahren in Innsbruck ein Kindergarten mit einem ähnlichen Konzept eröffnet hat. Die Nachfrage sei so groß gewesen, dass man mittlerweile auf 24 Kinder aufgestockt hat.
Die Idee hätte man schon länger gehabt, sagte Geschäftsführer der SiMo, Martin Oberhammer. „Doch wir wollten erst schauen, wie es bei der BTV in Innsbruck läuft.“ Dann ging es auf Standortsuche. Zuerst war der Kindergarten im ehemaligen Hotel Cresta in Tschagguns geplant, dann wurde es aber doch das M8-Gebäude. Als der Standort geklärt war, musste es schnell gehen. „Wir hatten einen sportlichen Zeitplan, denn wir sind ja ein sportliches Skigebiet“, so Oberhammer. In nur fünf Wochen wurde der Gagla Club umgesetzt. Mit den Umbauarbeiten wurden heimische Firmen aus dem Montafon und Walgau beauftragt. 85.000 Euro haben die Umbauarbeiten gekostet, davon sind 15.000 Euro Eigenleistungen und 70.000 Euro Fremdleistungen.



Leichter Wiedereinstieg
Vor Weihnachten noch konnte der Betrieb aufgenommen werden. Die Projektleitung und Koordination für den Gagla Club übernahm Elisabeth Walch. Sie ist seit zehn Jahren bei der SiMo, hat eine Tourismusausbildung gemacht, zwei Kinder bekommen und ist jetzt Assistentin der Gastronomie- und Personalabteilung. Mit dem Gagla Club will die SiMo erreichen, dass „tolle Mitarbeiterinnen schneller und überhaupt zurückkommen“, nachdem sie in Karenz waren, so SiMo-Chef Peter Marko, dem der berufliche Wiedereinstieg in die Tourismusbranche wichtig ist. Die Kindergartenbetreuung und die dortige Verpflegung (Frühstück, Mittagessen, Jause) kostet für SiMo-Mitarbeiter nichts.

An Arbeitszeiten angepasst
Der Gagla Club passt sich an die Arbeitszeiten der Tourismusmitarbeiter und -mitarbeiterinnen an. Deshalb hat der Kindergarten von 7.30 bis 18 Uhr an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien geöffnet. Die Eltern können ihr Kind bis zwei Tage vorher für einen Betreuungstag anmelden, je nach Bedarf. In den Weihnachtsferien wurde das Betreuungsangebot bereits sehr gut angenommen. Die Öffnungszeiten sind auf die touristischen Hauptarbeitszeiten, zu welchen öffentliche Betreuungseinrichtungen geschlossen sind, abgestimmt. Bis Gaschurn gibt es zudem einen kostenlosen Shuttlebus für Kinder, die in der Innerfratte wohnen und deren Eltern nicht extra jedes Mal nach Schruns fahren wollen, um ihr Kind abzugeben. Erst einmal werden bis zu zwölf Kinder von drei bis zehn Jahren betreut, nach zwei Jahren könnte man auf 24 Kinder erweitern.


Die Französin Nathalie Petit ist die neue Leiterin des Gagla Clubs. Sie war zuvor schon Kindergartenleiterin in Wien und ist danach ins Montafon zurückgekehrt. Leonie Haller und Anna Salzgeber unterstützen sie. Das pädagogische Konzept des Gagla Clubs fokussiert sich auf eine aktive Beschäftigung der Kinder im Freien, sodass sie zum Beispiel eine Skischule besuchen und zusammen Skifahren gehen. Für dieses Angebot besteht eine Kooperation mit der Skischule am Hochjoch. Skischulleiter Joe Tripp wird den Kindern das Skifahren beibringen. „Die Kinder können kostenlos das Angebot nutzen“, sagte Joe Tripp. Die Ausrüstung wird gestellt. Im Sommer können die Kinder auf dem Erlebniswanderweg spazieren oder auf dem großen Spielplatz herumturnen. „Wir können vom Berg bis ins Tal ein gutes Angebot bieten“, so der Skilehrer. Obwohl es sich formal um eine Freizeiteinrichtung und daher lediglich eine Ergänzung zu öffentlichen Betreuungseinrichtungen handelt, sollen die Kinder in ihrer Zeit im SiMo Gagla Club gefördert werden. Peter Marko ergänzte, dass man bei den Kindern die Begeisterung für die Berge wecken wolle. VN-JUN


Andere Betriebe oder Privatpersonen können bei freien Plätzen den Gagla Club gegen einen Kostenbeitrag ebenfalls nutzen. In weiterer Folge können und sollen sich daraus auch Kooperationen mit anderen Betrieben aus der Region ergeben.
„Auf die Bedürfnisse von Mitarbeiter/innen und Betrieben zugeschnittene, flexible Kinderbetreuung ist einer der wichtigsten Hebel, um vor allem Mitarbeiterinnen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Als großer touristischer Arbeitgeber haben wir hier die Initiative ergriffen, um unseren Mitarbeiter/innen neue Möglichkeiten zu bieten. Wir hoffen aber, dass sich nach der Startphase Kooperationen mit anderen Betrieben ergeben, um damit die Attraktivität des Montafons als touristische Arbeitsregion insgesamt zu steigern.“
Peter Marko, Geschäftsführer der SiMo
“Wir sind eine gemeindeübergreifende Einrichtung für die ganze Region, um das bestehende Kinderbetreuungsangebot im Montafon zu ergänzen und einen Austausch zwischen den Kindern über die Orts- und sogar Landesgrenzen zu ermöglichen. […] Darum möchten wir auch Hand in Hand mit den zahlreichen Vereinen und Institutionen im Montafon zusammenarbeiten. Natürlich werden wir auch die gesamte SiMo-Welt mit ihren Sport- und Freizeitangeboten aktiv nutzen”, heißt es auf der Homepage des Gagla Clubs.

Gagla Club
SiMo Gagla Club in Schruns
im M8-Gebäude (ehemals Fa. Gantner), Montafonerstraße 8
Betreuungszeiten:
07.30 – 18.00 Uhr an Wochenenden (Fr bis So), Feiertagen und in den Ferien (Weihnachtsferien, Semesterferien, Karwoche, Sommer- und Herbstferien)
12 Betreuungsplätze für Kinder von 3-10 Jahren
Verpflegung mit Frühstück, Mittagessen, Jause
Kinder können persönlich gebracht/abgeholt werden; bei Bedarf wird ein kostenloser Shuttledienst von Gaschurn/St. Gallenkirch bis Schruns angeboten
Anmeldung auch flexibel bis eineinhalb Tage vorher möglich
neu adaptierte, kindgerecht ausgestattete Räume mit 120m² (exkl. Sanitäranlagen und Küche)