Was jetzt mit den Christbäumen passiert

Christbäume spenden auch nach Weihnachten noch Wärme, sorgen bei Brauchtumsliebhabern für gute Stimmung oder wirken als Dünger.
Dornbirn Feldkirch Vor Kurzem standen sie noch schmuckbehangen in Wohnzimmern und erfreuten viele Herzen. Nun beginnen die Nadeln der Christbäume langsam zu rieseln.

So manches Tännchen liegt inzwischen bereits auf dem Platz vor dem Heizwerk des städtischen Werkhofs in Dornbirn. “Die ersten wurden bereits am 2. Jänner abgegeben”, erzählt Michael Walter von der Umweltabteilung. Inzwischen hat sich bereits ein Haufen aus grün und bräunlich gefärbten Nadelbäumen bei der Sammelstelle der einwohnerstärksten Stadt des Landes gebildet.
„Es kommt eine Großhäckselmaschine zum Einsatz und die ehemaligen Christbäume werden schließlich wie Hackschnitzel verheizt.“
Michael Walter, Umweltabteilung der Stadt Dornbirn
Die Mitarbeiter der Werk- und Bauhöfe haben es im Land jedes Jahr nach Weihnachten mit Zigtausenden Christbäumen zu tun. Die Tannen können kostenlos an Sammelstellen der jeweiligen Städte und Gemeinden abgeben werden oder werden teilweise auch abgeholt – dies mit dem Hinweis, dass sie frei von Lametta und Christbaumschmuck sein müssen. Verwandelt werden sie dann etwa in Energie oder wirken als Kompost und Dünger nach.

“Zu 95 Prozent sind die Menschen sehr vorbildlich”, erzählt Michael Thurnher vom Dornbirner Werkhof im Hinblick auf das Abschmücken und fügt hinzu: “In Einzelfällen ist vielleicht mal ein Christbaumständer eingewachsen.”
„Zu 95 Prozent sind die Menschen sehr vorbildlich.“
Michael Thurnher, Werkhof-Mitarbeiter
Der 42-Jährige wird ab dem 9. Jänner auch wieder bei der Abholungsaktion in Dornbirn im Einsatz sein. “Wenigstens ist es dieses Jahr nicht so kalt”, sagt er im Hinblick auf die aktuelle Wetterlage. Zwei Wochen lang dauert die Abholaktion, bei der Christbäume am Straßenrand eingesammelt werden. Da es noch ältere Menschen gibt, die den Christbaum bis Lichtmess stehen lassen, werde bei Anfrage auch mal eine Ausnahme gemacht.
“Bis wir mit dem Einsammeln fertig sind, ist der Haufen jedes Jahr schon ordentlich groß”, sagt Michael Walter und deutet mit einer Armbewegung die Dimension an, welche sich über den halben Vorplatz des Heizwerks erstreckt.
Im Vorjahr kostete die Aktion die Stadtkasse 8000 Euro. Heraus kommt am Ende Wärme beziehungsweise Energie. “Es kommt schließlich eine Großhäckselmaschine zum Einsatz und die Christbäume werden wie Hackschnitzel verheizt”, erklärt Walter.
Auch Funkenzünfte wieder im Einsatz
Während die Werk- und Bauhofmitarbeiter des Landes für Wärme und Dünger sorgen, möchten heuer auch wieder zahlreiche Mitglieder von Funkenzünften für gute Stimmung bei Brauchtumsliebhabern sorgen und sammeln ebenfalls Christbäume ein.

In Feldkirch beispielsweise legte der eine oder andere Christbaum nach dem Dreikönigstag allerdings noch einen Zwischenstopp ein. Die Mitglieder der Funkenzunft Tosters-Dorf veranstalteten nämlich nach zwei Jahren coronabedingter Pause am 7. Jänner wieder ein Christbaum-Weitwerfen beim Kirchplatz.

Der Gaudi-Bewerb sei stetig gewachsen, berichtet Funkenzunft-Obmann Stefan Heim. Über 100 Teilnehmer seien in den Klassen Frauen, Männer, Kinder und Mannschaft insgesamt schon gezählt worden.

„Jeder hat drei Versuche, der weiteste Wurf wird gewertet“, erläutert der Funkenzunft-Chef die Regeln. Die Tannen seien dabei schon neun bis zehn Meter weit geflogen.

Nach dem Gaudi-Bewerb geht die Reise für die Christbäume weiter zum Funkenplatz. „Mit diesen wird dann schließlich der Hohlraum des Funkens gefüllt“, erklärt Heim. Und dabei sollen die ehemaligen Weihnachtstannen noch einmal für Stimmung sorgen.