Fasching unterm Regenbogen beim Prinzessinenpaar

Nähaktion für das Prinzessinnenpaar von der Fluh und sein Gefolge.
Bregenz-Fluh Nähmaschinen rattern, Scheren fressen sich durch bunten Stoff und Tüll verbindet sich mit Organza zu meterlangen Rüschen. Es wird gemessen, geschneidert und genäht, was das Zeug hält. Für die prächtige Aussicht, die sich vom Aufenthaltsraum des Feuerwehrhauses auf der Fluh bietet, haben die emsig werkelnden Frauen kein Auge.

Sie sind zu beschäftigt, müssen doch bis 21. Jänner noch 151 Kostüme fertiggestellt werden. An diesem Tag hat das erste Prinzessinnenpaar, Alexandra I. und Gabriela I. samt Gefolge seinen Premierenauftritt. Es wird ein schillernder, einer unter dem Regenbogen. Wobei die Entscheidung dafür weniger mit der Bewegung zu tun hat. „Wir wollten nach der düsteren Pandemiezeit einfach wieder Farben und etwas Freundliches in den Alltag bringen“, erklärt Gabriela. Ebenso wichtig waren dem Prinzessinnenpaar selbstgenähte Kostüme. Per WhatsApp wurde zu einer Nähaktion aufgerufen, und viele Freiwillige kamen.


Handarbeit statt Internet
Schachteln voller Stoffballen warten, darauf von fleißigen Händen zu farbenfrohen Kostümen verarbeitet zu werden. Wie sie fertig aussehen, bleibt ein Geheimnis. „Das wird vorher nicht verraten“, sagt Patrizia und lacht verschmitzt. Sie kennt die Sitten und Gebräuche, denn sie und ihr Mann Patrick hatten ebenfalls schon das Vergnügen, die „Fluhar Nollatrüllar“ als Prinzenpaar in und durch den Fasching zu führen. „Ein super Erlebnis“, schwärmt sie und schiebt dabei flink eine Ladung Stoff durch die Nähmaschine, der er sich am andere Ende wie eine rote Wolke bauscht.


Rund 450 Meter braucht es allein für die Umhänge. Dazu kommen noch Tüll und Organza, der Stoff aus dem die Rüschen sind. „Wir nähen einiges auch zu Hause“, erzählt Irmi. Die gelernte Näherin ist froh, dass nach vielen Jahren, in denen die Kostüme meist im Internet bestellt wurden, endlich wieder das Handwerk goldenen Boden hat. „Dieser Beruf genießt kaum noch Wertschätzung.“ Das schmerzt sie. Umso größer ist ihre Freude, wieder Nadel und Faden in Bewegung zu sehen. Auch Paula findet Gefallen an der Maßarbeit. „Ich habe Lust zu helfen“, sagt die Achtjährige, die selbstredend im Prinzessinnengefolge mitläuft.

Farbenprächtiges Motto
Die Prinzessinnen sind ebenfalls hochmotiviert. Bevor sie zur Arbeit in die Tierarztpraxis nach Wolfurt fährt, schaut Gabriela noch auf einen Sprung bei den Näherinnen vorbei. Sie sieht sich zufrieden im Saal um. Eine Frage da, ein prüfender Blick dort. Alles läuft wie am Schnürchen.

Gabriela hilft und organisiert, wo sie kann. „Den Wagen müssen wir auch noch richten“, bemerkt sie. Vier Umzüge stehen auf dem Programm: Hard, Lauterach, Bregenz und Schwarzach, außerdem Schulbesuche und ein Auftritt in der Kirche. Erster rauschender Höhepunkt ist jedoch der Ball am 21. Jänner im Schindlersaal in Kennelbach. „Tanz auf dem Regenbogen“ lautet das Motto. Er soll leuchten bis zum 21. Februar.

