Ukraine-Krieg: Mehr als zwei Millionen Euro für „Vorarlberg hilft“

Vorarlberger Bevölkerung zeigt große Hilfsbereitschaft. Vielzahl an Projekten wird unterstützt.
Schwarzach Seit Februar 2022 ist in der Ukraine nichts mehr, wie es war: Mit jedem Tag, an dem der Konflikt andauert, vergrößert sich das Leid der Menschen und somit die humanitäre Krise. So sind auch das Rote Kreuz sowie die Caritas im Großeinsatz, auf Bundes-, ebenso auf Landesebene. Bei humanitären Katastrophen unterstützten die Vorarlbergerinnen und Vorarlberg schon immer mit großzügiger Hilfe. Vorarlberger Nachrichten, Land Vorarlberg, das Rote Kreuz und Caritas schlossen sich nach Bekanntwerden der humanitären Krise zusammen, um gemeinsam zu helfen.

Schubkraft für Unterstützungsangebote
Unter dem Motto „Vorarlberg hilft“ wurden die Hilfsangebote gebündelt. In Summe sind über das ganze Jahr 2.131.927,24 Euro an Spenden auf den beiden Spendenkonten der Caritas Vorarlberg und des Vorarlberger Roten Kreuzes eingelangt und geben deren Projekten eine enorme Schubkraft. „Die Aktion „Vorarlberg hilft“ bedeutet konkrete Hilfe: Vor Ort in der Ukraine ebenso wie für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer, die in Vorarlberger vorübergehend Heimat gefunden haben“, beschreibt Sicherlandesrat Christian Gantner das Ziel der Initiative.
Hilfe vor Ort
Mit den bei der Caritas eingegangenen Spenden beteiligte sich die Caritas Vorarlberg gemeinsam mit der Caritas Österreich unter anderem an einem groß angelegten Nothilfeprogramm mit einem Gesamtvolumen von mehr als 30 Millionen Euro. Bisher sind dadurch mehr als eine Million Menschen direkt in der Ukraine erreicht worden. Die Unterstützung umfasst dabei die Versorgung von Binnenvertriebenen mit allem Lebensnotwendigen (Wasser, Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel), auch und speziell für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie Kleinkinder und Babys. Ebenso werden Heizmaterialien für den Winter bereitgestellt sowie psychosoziale Unterstützung für Familien und Kinder angeboten.

Durch das Engagement eines Großspenders konnten ein größeres Pflege- und ein Medizinprojekt in der Region Lemberg mit Mitteln aus Vorarlberg finanziert werden: In Zusammenarbeit mit dem Sheptytsky Hospital in Lemberg erhalten Binnenvertriebene sowie isoliert lebende, chronisch kranke und wenig mobile ältere Menschen Zugang zu mobiler medizinischer Betreuung. Das mobile Team erreicht jeden Monat Hunderte Menschen.
Lerncafés und Unterstützung für Frauen
Auch in Vorarlberg wirken die Spenden. Dank der Unterstützung von „Ma hilft“ werden in den 16 Lerncafés der Caritas spezielle Angebote für kriegsvertriebene Kinder ermöglicht. 21 Kinder und Jugendliche profitieren aktuell davon. Durch eine Großspende konnten im WirkRaum in Dornbirn Sprachkurse und Deutschtreffs mit Kinderbetreuung realisiert werden. 120 Frauen nahmen mit ihren 40 Kindern diese Angebote sehr gerne an.

Unterbringung von Geflüchteten
Die Geldspenden an das Rote Kreuz wurden auf diverse Projekte verteilt, die sich für die Unterbringung und Versorgung von Kriegsgeflüchteten aus der Ukraine kümmern. Dazu zählt unter anderem die Errichtung und der Betrieb des Erstaufnahmezentrums in Vorarlberg. Auch Initiativen direkt in der Ukraine werden unterstützt, etwa die Spendengemeinschaft „Structure Projects Network. We help.” Diese organisiert den Transport von Feuerwehrfahrzeugen, Hygieneartikeln für Babys sowie Verbandsmaterial in das Kriegsgebiet. Zudem gingen Gelder an das Österreichische sowie das Internationale Rote Kreuz, die für die konzentrierte Hilfe vor Ort eingesetzt werden. 3000 Feldbetten, 10.000 wärmende Decken und weitere Hilfsgüter konnten bereitgestellt werden. Weitere Mittel sollen unter anderem für den Wiederaufbau nach Beendigung des Krieges in der Ukraine vor Ort eingesetzt werden.
„Durch die Vielzahl an Hilfsprojekten wird sichtbar, dass die gespendeten Geldmittel auch direkt dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Hilfe vor Ort ist wichtig, damit die Menschen nicht den mühsamen Weg der Flucht auf sich nehmen müssen“, betont Gantner.
“Vorarlberg hilft” Spendenkonten
Caritas: Raiffeisen Feldkirch
IBAN: AT32 3742 2000 0004 0006
„Ukraine-Nothilfe“
Rotes Kreuz: Raiffeisen Feldkirch
IBAN: AT84 3742 2000 0014 3248