“Ma hilft”-Weihnachtsaktion für Menschen in finanzieller Notlage

Dank Spenden der VN-Leserfamilie erhält die IfS-Schuldenberatung Unterstützung von „Ma hilft“.
bregenz Seit mehr als 30 Jahren kümmert sich das Institut für Sozialdienste um die psychischen und sozialen Krisensituationen der Menschen und bietet Hilfe und Unterstützung an. Das Angebot der IfS-Schuldenberatung richtet sich an Menschen, die überschuldet sind. „Gemeinsam mit den Betroffenen und anderen Fachleuten werden kurz und langfristige Lösungen erarbeitet. Ziel ist eine geordnete finanzielle Zukunft der Klientinnen und Klienten“, erklärt Simone Strehle-Hechenberger, Leiterin der Schuldenberatung des Institut für Sozialdienste.
Existenzbedrohend
Häufige Ursachen für Schulden sind plötzliche Krankheit oder Arbeitslosigkeit sowie die Scheidung. „Dabei geht es nicht um Schuld, sondern um Hilfe zur Selbsthilfe. Schulden gefährden die Existenz in jeder Hinsicht“, gibt die Leiterin zu verstehen. Das kann auf Dauer auch gesundheitliche Folgen wie beispielsweise Depressionen oder Schlafstörungen mit sich bringen.
„Es gibt Situationen, bei denen unsere Klienten an ihre Grenzen kommen. Bei denen weder die öffentliche Hand noch jemand anderes finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Sinnvoller wäre es aber, die Situation richtig einzuschätzen“, erzählt Strehle-Hechenberger.
„Wenn beispielsweise eine Miete oder eine Zahlung der Alimente nicht bezahlt werden kann, oder die Kaution aktuell nicht gestemmt werden, dann greifen wir ein. Aber nur, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und eine Rückzahlung sichergestellt werden kann“, betont die Leiterin mehrfach.
3000 Betroffene
Die Spende durch „Ma hilft“ kommt den betroffenen Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern somit als kleiner Minikredit ohne Zinsen zugute. Simone Strehle-Hechenberger ist es wichtig, dass die Kreditsummen schnellstmöglich zurückgezahlt werden, „so können wir weiteren Betroffenen unter die Arme greifen und kurzfristige Lösungen anbieten“.
Fast 3000 Klientinnen und Klienten hatte die IfS-Schuldenberatung im Jahr 2021 beraten. Mehr als die Hälfte, etwa 64 Prozent, der Betroffenen sind männlich. Zwischen einem Alten von 36 bis 45 Jahren sind etwa 30 Prozent der Klientinnen und Klienten der IfS-Schuldenberatung. 37 Prozent sind verschuldet, obwohl sie in einem Berufsverhältnis und in Vollzeit angestellt sind.