Angst vor Blackout kurbelt Geschäft in Survival-Shop in Hard an

Im Lehmann Army & Survival Shop in Hard läuft das Geschäft so gut wie nie. Das sind die gefragtesten Produkte.
Hard Urlaub ist für Alex Erhard und Angela Lehmann ein Fremdwort. Vor allem in Krisenzeiten gehören 14-Stunden-Tage zu ihrem Alltag. Die Sorge in der Bevölkerung vor einem Blackout lässt die Verkaufszahlen im Army- und Survival-Shop in Hard derzeit ordentlich in die Höhe schnellen.

„Die Nachfrage ist so groß wie nie“, sagt der ehemalige Soldat, der den Laden gemeinsam mit seiner Partnerin Angelika Lehmann führt. Ihr Sortiment umfasst rund 4000 Produkte, im Online-Shop bieten sie insgesamt 10.000 verschiedene Artikel an.
Früher seien es in erster Linie Wanderer und Camper gewesen, die in ihrem Geschäft die passende Ausrüstung gekauft haben. „Wir haben Kunden dazugewonnen. Heute kommt auch die 80-jährige Frau, die sich auf den Ernstfall vorbereiten möchte, oder auch ein Banker, der davor wohl nie bei uns eingekauft hätte.“

Die Angst der Menschen vor einem möglichen Blackout sei deutlich spürbar, sagt Angela Lehmann. Zu den Verkaufsschlagern zählen neben Gaskochern, Taschenlampen oder Tabletten zur Desinfektion und Haltbarmachung von Wasser auch Schlafsäcke und Trockennahrung. Auf das Lieblingsessen muss auch in einer Notsituation nicht verzichtet werden. „Das Essen schmeckt wirklich gut und hält über viele Jahre“, sagt Alex Erhard. Im Angebot hat der Ladenbesitzer unter anderem Spaghetti Bolognese, einen Wald-Gourmettopf mit Rind oder Rührei mit Zwiebeln. „Und das alles ohne Konservierungsstoffe“, fügt der 52-Jährige hinzu.

Bei vielen Produkten hieß es zwischenzeitlich: ausverkauft. „Dazu zählen unter anderem Riegel, Rucksäcke oder Gaskocher.“ Die letzten Monate seien die Verkaufszahlen der Outdoor-Produkte um etwa 30 Prozent gestiegen. Das habe auch mit dem Ukraine-Krieg zu tun, sagt Erhard. „Bei uns kaufen auch Ukrainer ein, die sich entweder für den Einsatz ausrüsten oder sich mit warmen Schlafsäcken, Winterjacken und Rücksäcken eindecken.“
„Wollen die Angst nicht ausnutzen“
Als Unternehmer freue man sich über die starken Umsatzzahlen. Die Angst der Menschen wolle man aber keinesfalls ausnutzen. „Wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst und setzen auf persönliche Beratung. Die Bedürfnisse der Kunden sind nämlich ganz individuell“, unterstreicht Erhard. „Wir verkaufen auch nur Produkte, die wir für sinnvoll erachten“, fügt Lehmann hinzu. Sie selbst haben sich zu Hause ebenfalls bereits für den Ernstfall vorbereitet. „Unsere Vorratskammer ist prall gefüllt. Zudem haben wir einen Raketenofen, mit dem wir im Notfall auch im Freien kochen können.“
Das sind die gefragtesten Produkte




