So wehrt sich der ATIB Lustenau gegen FPÖ-Vorhaltungen

“Polarisierend, besorgniserregend, verantwortungslos”. Moschee-Betreiber wehren sich gegen Fitz und Co.
Lustenau In einer Presseaussendung bezog die FPÖ Lustenau am Dienstag Stellung gegen die geplante Errichtung eines islamischen Kulturzentrums an der Reichshofstraße. Das Objekt würde erhebliche Probleme in puncto Verkehr verursachen, meinte Ortsobmann Gemeinderat Martin Fitz unter anderem. Man fürchte zudem, dass sich Lustenau zu einem überregionalen Zentrum des Islams entwickle und sprach in diesem Zusammenhang von einer Großmoschee. “Wir haben schon lange einen überproportional hohen Anteil an islamischen Mitbürgern. Das schafft Probleme und gesellschaftliche Spannungen”, behauptet der Lustenauer FPÖ-Chef.

“Keine Großmoschee”
Nun hat der Betreiber des Projekts, der ATIB Lustenau, heftig auf die Behauptungen Fitz’ reagiert.”Es handelt sich beim Projekt nicht um eine ‘Großmoschee’, sondern in erster Linie um ein Kulturzentrum, in welchem ein Gebetsraum mit einer Fläche von ca. 450 m2 integriert ist. Die gesamte restliche Fläche des Projekts mit einer Fläche von ca. 1200 m2 wird, wie der Name schon sagt, als Kulturzentrum benutzt”, hält Hasan Tas, Vorsitzender des ATIB Lustenau, stellvertretend für die Betreiber fest.

Position gegen Vorwürfe
Es entstehe kein überregionales Zentrum des Islam, wie von der FPÖ behauptet. Das Kulturzentrum samt Moschee diene in erster Linie den ATIB-Mitgliedern der Gemeinde, betonen die Projektbetreiber. “Inwiefern das Kulturzentrum samt Moschee, wie von der FPÖ behauptet, ‘Probleme und gesellschaftliche Spannungen verursachen soll, ist nicht erschließbar und wird von der FPÖ auch nicht näher ausgeführt bzw. definiert”, heißt es in der Stellungnahme. Bezüglich Verkehr verweist der ATIB Lustenau auf ein aktuelles Verkehrsgutachten.
Der türkisch-islamische Kulturverein bezeichnet die Äußerungen der FPÖ Lustenau zum Kulturzentrum als “polarisierend, besorgniserregend und verantwortungslos”.