Vorarlbergs besterhaltene Burgruine

Die Feldkircher sahen sich veranlasst, ihren eigenen Pfandbesitz einzunehmen und in Brand zu stecken.
Tosters Über dem Feldkircher Ortsteil Tosters thront – kaum zu übersehen – die Burgruine der Tostner Burg. Auch von der bekannten Schattenburg aus erkennt man sie eindeutig. Die Burg wurde im Auftrag von Graf Rudolf II. von Montfort um 1260 bis 1270 errichtet. Damit war sie der erste von Montfortern erbaute Ansitz in der Region. Die erste urkundliche Nennung der Burg fällt in das Jahr 1271. Sie zählt zu den besterhaltenen Burgruinen in Vorarlberg. Der Bergfried ist heute noch vollständig erhalten. Gut erkennbar sind auch die Balkenlöcher für den früheren Wehrgang im fünften Geschoss.
Die Grafen von Montfort versahen die Burg mit einem eigenen Herrschaftssprengel. So gehörte der größte Teil des Nofler und Bangser Riedes zur Herrschaft Tosters. 1362 wurde das Herrschaftsgebiet an die Grafen von Fürstenberg verpfändet. Gemeinsam mit Feldkirch ging Tosters im Jahre 1390 an die Habsburger über.

Im bekannten Appenzellerkrieg 1405 wurde die Burganlage von den Feldkircher Bürgern erobert und niedergebrannt. Einzig der starke Bergfried widerstand allen Zerstörungsversuchen. Im Jahr 1408 ließ Herzog Friedrich IV die Burg wieder aufbauen. Sie verlor aber ihre militärische Bedeutung. 1416 vergaben die Habsburger Tosters als Pfandbesitz zuerst an die Toggenburger und dann 1436 an die Stadt Feldkirch. Es folgten bekannte Adelige wie beispielsweise Hans Tratzberger, die Grafen von Hohenems und die Jonas aus Götzis. Bis zur Auflösung der Grundherrschaft 1848 besaßen die Wolkenstein-Rodenegg aus Südtirol die Herrschaft. Allerdings wurde die Burg bereits 1616 von ihren Bewohnern verlassen, was ihren anschließenden Verfall zur Folge hatte.

Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand gehörte die Burg von 1905 bis zu seinem Tod 1914. Ab 1915 befand sie sich im Besitz von Pfarrer Dr. Josef Häusle, der sie 1935 dem Heimatpflege- und Museumsverein Feldkirch um einen Schilling verkaufte. Seit jeher kümmert sich der Verein um die Anlage.

Erhaltungsmaßnahmen
„Die Erhaltung der Ruine ist sehr wichtig. Das Areal der Tostner Burg ist wunderschön und ein kultischer Kraftplatz“, steht für Manfred A. Getzner, Obmann des Heimatpflege- und Museumsvereins Feldkirch, fest.

In den letzten sieben Jahren wurden rund 700.000 Euro in die Erhaltungsmaßnahmen investiert. „Seit fast 30 Jahren haben wir mit unserem Ehrenmitglied Markus Kevenhörster einen eigenen ‚Burgvogt‘. Er geht täglich zur Burganlage und schaut nach dem Rechten“, informiert Getzner.
“Das Areal der Tostner Burg ist wunderschön und ein kultischer Kraftplatz.”
Manfred A. Getzner, Heimatpflege- und Museumsverein Feldkirch
Ausflugsziel Ruine Tostner Burg
Unsere Ruinenbesichtigung startet bei der Kirche in Tosters. Wir laufen entlang der Egelseestraße in Richtung Nofels und biegen nach einigen hundert Meter in den Tostner Burgweg ab. Nach einem kurzen Anstieg im Wald sehen wir links einen kleinen Parkplatz gefolgt von einem Forstweg. Diesem Forstweg folgen wir und gelangen so auf direktem Weg zur Tostner Burg.

Auf dem Rückweg kehren wir beim Gasthaus „Zur Eibe“ ein und gehen über den Rütteleweg, anschließend über den Lehenweg und die Egelseestraße zurück zum Ausgangspunkt.

Ruine Tostner burg, tosters
GEHZEIT 2 Stunden
KILOMETER 3,4
HÖHENMETER 90
PARKMÖGLICHKEIT Parkplatz Kirche Tosters
ÖFFENT. VERKEHRSMITTEL Bushaltestelle Tosters Kirche
EINKEHRMÖGLICHKEITEN Gasthaus zur Eibe
SONSTIGES Grillstelle vorhanden
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Quellen: Die Vorarlberger Burgen – Alois Niederstätter
Walgau Fernsehen – Burgen im Walgau