Das sagen die Fahrgäste zum drohenden Ende des Bahnhofs Bregenz Hafen

Vorarlberg / 26.09.2022 • 19:00 Uhr
Das sagen die Fahrgäste zum drohenden Ende des Bahnhofs Bregenz Hafen
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Zugfahrende am Bahnhof Bregenz Hafen wollen nicht auf diesen verzichten. 

Von Emilia Kennerknecht und Raphael Wittwer.

Bregenz Der Bahnsteig am Bregenzer Hafen füllt sich. Es ist Montag Mittag, für viele Schüler der nahen HTL und Musikschule ist der Präsenzunterricht für heute beendet. 4100 Personen benutzen den Bahnsteig tagtäglich, er ist damit auf Platz neun der meistfrequentierten Bahnhaltestellen Vorarlbergs. Am Dienstag wird sich entscheiden, ob der Bahnsteig eine Zukunft hat oder nicht.

Günther Bode (57) aus Dornbirn nutzt den Bahnhof “Bregenz Hafen” tagtäglich. Er selbst ist Lehrer an der nahe gelegenen Musikmittelschule. „Morgens laufe ich oft vom Hauptbahnhof zur Schule, das tut mir gerade in der Früh sehr gut“, erklärt der Lehrer. „Dennoch bin ich gerade nach einem langen Schultag sehr froh über den kurzen Weg zum Bahnhof Hafen.“ 

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Günther Bode sieht die Vorteile vom nahen Bahnsteig. VN/Kennerknecht

Gerade auch für die Schülerinnen und Schüler sei es wesentlich angenehmer, wenn sie im Dunkeln nicht bis zum Hauptbahnhof müssen, ist Bode überzeugt. Ähnlich sieht es eine ebenfalls auf den Regionalzug wartende Frau, der Bahnsteig am Hafen wäre ideal für die Schüler. „Er ist meiner Meinung nach auch wesentlich zentraler gelegen als der Hauptbahnhof“, ergänzt sie.  

Der Bahnsteig ist jedoch zu kurz für die neuangeschafften Regionalzüge. An sich wäre eine Verlängerung notwendig, dieser wurde jedoch der Bahnübergang am Haus am See zum Opfer fallen, wie die VN berichteten. Am Dienstag wird sich die Stadt mit dem Bahnsteig befassen – und wenn es nach Bürgermeister Michael Ritsch geht, den Ausbau ablehnen. Denn Ritsch sieht im Ausbau auch eine Vorbereitung des oberirdischen Bahnausbaus im Widerspruch zu einer Unterflurlösung. In Vorarlberg LIVE sah Ritsch außerdem weitere Vorteile wie eine Entlastung des HTL-Kreisverkehrs.

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Im Falle eines Abrisses wäre jedoch wesentlich mehr Stau beim Kreisverkehr, da natürlich viele Schülerinnen und Schüler mit ihren Mopeds und Autos zur Schule kommen, meint ein Schüler der HTL-Bregenz. Zudem müssten wesentlich mehr Busse fahren, da diese bestimmt zu den Stoßzeiten enorm überfüllt seien, fügt er hinzu. Auch Laurin Ertl aus Lauterach nützt so wie die meisten seiner Schule den Bahnhof mehrmals täglich. „Wenn der Bahnhof nicht mehr ist, fahre ich mit dem Bus oder dem Moped zur Schule“, bestätigt der 15-Jährige gegenüber den VN die Aussagen seines Schulkameraden.  

Laurin Ertl (15)
Laurin Ertl (15)

Zwei junge Männer, die in der Kaserne Bregenz stationiert sind, sind sich nicht ganz einig. Während der eine meint, es wäre für ihn kein Problem, morgens zu Fuß vom Hauptbahnhof zur Kaserne zu laufen, zeigt sich der zweite wenig begeistert von einem täglichen Fußmarsch. „Natürlich ist es Luxus, dass der Bahnhof so nahe an der Kaserne liegt“, ergänzt er.  

 „Für mich persönlich wäre es unerträglich, wenn dieser Bahnhof nicht mehr ist“, erzählte eine ältere Dame. „Er ist viel einfacher zugänglich im Gegensatz zum Hauptbahnhof. Dort sind oftmals die Rolltreppen kaputt, was natürlich für mich schwierig ist.“ Sie sei nun einmal nicht mehr so gut zu Fuß. Die große Anzahl an täglichen Ein- und Ausstiegen bestätigt auch ein Passant. Seiner Ansicht nach wäre es fatal, wenn der Bahnhof Hafen geschlossen würde, da dieser so gut genutzt wird.