Wirbel um Bregenzer Parkplatz West

Der Parkplatz West in Bregenz ist seit Ende Juli gebührenpflichtig. Bei den Benutzern gibt es Unmut über zu wenig Ausschilderung.
Bregenz Der Parkplatz West war die letzte große Gratisparkfläche in Bregenz. Seit Ende Juli muss nun auch hier fürs Parken bezahlt werden.
Auf Grundlage eines Beschlusses in der Stadtvertretung wurde die Parkraumbewirtschaftung in der Landeshauptstadt im Vorjahr mit den Stimmen von ÖVP, Neos und Grünen ausgeweitet. SPÖ und FPÖ waren dagegen. Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) musste die Einführung der Parkgebühren umsetzen, auch wenn er sich in der Vergangenheit dagegen aussprach.

Für Ärger sorgt das insbesondere bei Gästen des Strandbades. „Gerade in Zeiten der Teuerung ist das ärgerlich. Außerdem zahlt man sowieso schon den Eintritt in das Strandbad“, ärgert sich Doris Germann. „Besonders mit Kindern läppert sich das ganz schön.“ Der Parkplatz West fällt ebenso wie die Drucker-, Säger- und Stockachgasse in die Tarifzone A (1,40 Euro/Stunde, 7,90 Euro/Tag), also die teuerste der Stadt. Die Tarife gelten täglich von 6 bis 23 Uhr. Die Lauteracherin überlegt sich, zukünftig in ein anderes Schwimmbad zu gehen. „Die Preise sind für einen Parkplatz, der nachts nicht einmal beleuchtet ist, eine Frechheit“, äußert Germann ihren Unmut.

Unzureichend ausgeschildert
Für Verärgerung sorgt bei vielen Parkplatzbesuchern aber nicht nur der Umstand, dass nun auf der letzten Gratisparkfläche gezahlt werden muss, sondern insbesondere auch, dass die neue gebührenpflichtige Zone mehr schlecht als recht ausgeschildert ist. Bei der ersten Einfahrt gibt es gar keinen Hinweis auf die Gebührenpflicht, bei der zweiten hinteren Einfahrt weist lediglich ein ausgedruckter A4-Zettel darauf hin. Und: Für den gesamten großen Kiesplatz ist lediglich ein einziger Parkautomat aufgestellt, auf den ein erhöhtes, aber recht kleines blaues P-Schild hinweist, das vom anderen Ende des Platzes kaum erkennbar ist. Ein VN-Lokalaugenschein zeigt, dass tatsächlich einige Besucher ihr Auto ohne Parkschein abstellen.

Handyparken
„Man muss also von vornherein wissen, dass man jetzt fürs Parken zahlen muss und dann den Automaten erst mal finden. Hätte ich die Information nicht in den VN gelesen, wüsste ich es gar nicht“, ärgert sich Anni Ramoser. „Wenn man schon zahlen muss, sollte das auch besser ausgewiesen sein, allein schon für die vielen Touristen, die hierherkommen“, sagt die Bregenzerin.



Nicht nur das ärgert die Parkplatznutzer: Zwar ist bei dem Automaten das Handyparken mit EasyPark und Parkster möglich, allerdings nicht mit Karte oder Scheinen.
Lieferverzögerungen
Weitere Parkautomaten sollen kommen, wegen Lieferverzögerungen seien diese allerdings noch nicht da. „Die Beschilderung wird mit den neuen Parkscheinautomaten verbessert, es wird je Automat noch ein Hinweisdreieck kommen“, heißt es vonseiten der Stadt Bregenz. Auch das Zahlen mit Karte sei dann möglich. Wie viele Strafen bisher ausgestellt wurden, lasse sich nicht exakt sagen. Den Kontrollorganen seien laut Stadt aber keine außergewöhnlichen Tendenzen aufgefallen.
