Wie ein Handwerker und ein Computer zusammenpassen

Vorarlberg / 22.08.2022 • 10:00 Uhr
Thomas Kasseroler bringt Jugendlichen schon seit fünf Jahren im Code Base Camp Grundlagen des Programmierens bei. <span class="copyright">VN/Sams </span>
Thomas Kasseroler bringt Jugendlichen schon seit fünf Jahren im Code Base Camp Grundlagen des Programmierens bei. VN/Sams

Programmierer Thomas Kasseroler gibt sein Wissen im Code Base Camp an Jugendliche weiter.

Klaus Ein hilfesuchender Blick reicht und Thomas Kasseroler ist zur Stelle. Seit fünf Jahren ist er im Code Base Camp-Team dabei.

Der 31-Jährige bringt interessierten Jugendlichen in diesem Camp während der Sommerferien die Grundlagen des Programmierens bei. Wenn einer seiner Schützlinge nicht mehr weiterkommt, dann hilft der Programmierer.

Thomas Kasseroler ist überzeugt, dass gute Software in Zusammenarbeit mit weiteren Informatikern entsteht. <span class="copyright">VN/Rhomberg</span>
Thomas Kasseroler ist überzeugt, dass gute Software in Zusammenarbeit mit weiteren Informatikern entsteht. VN/Rhomberg

Ziel dieser von der Fachhochschule Vorarlberg und Russmedia organisierten Initiative ist es, junge Menschen in Vorarlberg für Softwareentwicklung und Web-Design zu begeistern sowie Einblicke in die Digitalisierung zu geben. Gemeinsam mit seiner Partnerin Sabrina Rosmann bringt Thomas Kasseroler einer Gruppe von 13- bis 16-Jährigen spielerisch Java Script bei. Diesen Sommer programmieren die Gruppen bei Omicron in Klaus und bei Russmedia in Schwarzach in der zweiten Woche ein eigenes Spiel. In der ersten Woche bekommen die Teilnehmenden einen Einblick in Variablen und Schleifen. „Ich finde es super, dass private Unternehmen und das Land Geld in die Hand nehmen, um Kindern eine Entscheidung zu erleichtern, in diesem Fall eine Berufsentscheidung. Das geht nur über Erfahrung“, ist der Informatiker begeistert von dem Projekt. Er steht gerade auch vor einer Entscheidung, wie es beruflich weitergehen soll. Daher kann sich Thomas Kasseroler gut in die Jugendlichen hineinversetzen, die sich gerade orientieren. „Ich suche einen Job, in dem ich das Gelernte anwenden kann“, fasst der Hobbyfotograf seine Ansprüche zusammen.

Thomas Kasseroler und sein Hund Amiro, ein Mittelspitz. <span class="copyright">Kasseroler</span>
Thomas Kasseroler und sein Hund Amiro, ein Mittelspitz. Kasseroler

Er selbst ist mit dem Programmieren spät in Kontakt gekommen. Nach dem Besuch der Fachschule für Elektronik und Technische Informatik an der HTL Rankweil hatte er im Aufbaulehrgang die Aufgabe, ein Spiel zu programmieren. „Von da an war ich motiviert“, erzählt er mit einem Lächeln. Da ihm schon seine Kindergartentante logisches Denken attestiert hatte, haben seine Eltern ihn in Richtung Technik geführt, schildert Thomas Kasseroler und erinnert sich zurück: „In meiner Schulzeit habe ich E-Gitarre gespielt und die Gitarrenverstärker meiner Kollegen repariert.“ Seinen ersten Job hatte er bei Liebherr als Softwaretester. Dabei hat der Frastanzer mit einer eigens gebauten Software die Kräne in Testfälle gebracht und überprüft, wie die Software des Krans reagiert.

Spielend lernen

Während seines Informatikstudiums an der FH Vorarlberg hatte Thomas Kasseroler die Möglichkeit an internationalen Projekten, u. a. an einem Zöliakie-Projekt, mitzuarbeiten. Der Programmierer entwickelte dafür ein Virtual-Reality-Spiel für Teenager mit Zöliakie. „Wir hatten das Ziel, Teenager mit Glutenunverträglichkeit dazu zu motivieren, ihre Diät einzuhalten.” Um dieses Projekt umsetzen zu können, musste sich der stolze Besitzer eines jungen Hundes namens Amiro zuerst mit didaktischen Themen auseinandersetzen und vieles über die Krankheit lernen.

Amiro liebt es, über Hürden zu springen, und Hobbyfotograf Thomas nutzt diese Chance für Bilder. <span class="copyright">Kasseroler</span>
Amiro liebt es, über Hürden zu springen, und Hobbyfotograf Thomas nutzt diese Chance für Bilder. Kasseroler

Vorurteile gegenüber Informatikern, kann der Frastanzer nicht bestätigen. „Es würde nicht viel gute Software geben, wenn wir nicht miteinander arbeiten würden“, gibt er zu bedenken. Außerdem biete die Informatik ein großes Betätigungsfeld mit vielen Schnittstellen und dadurch hätten Informatiker auch mit Kunden zu tun. „Das ist es auch, was mich reizt. Programmieren lässt sich fast für jeden Bereich anwenden“, so Kasseroler abschließend. Es ist ein Handwerk, mit dem man eigene Dinge kreieren kann.

Schäferhund Anuk dient auch öfter als Fotomotiv. <span class="copyright">Kasseroler</span>
Schäferhund Anuk dient auch öfter als Fotomotiv. Kasseroler

Thomas Kasseroler

Programmierer

Geboren: 24. April 1991

Wohnort: Frastanz

Familie: seit zehn Jahren in Partnerschaft mit Sabrina

Ausbildung/Laufbahn: HTL-Rankweil (Fachschule, Aufbaulehrgang); Informatikstudium an der FH Vorarlberg

Hobbys: Hund Akiro, Fotografieren

Lieblingsessen: Schnitzel

Lebensmotto: Leben ist eine Aneinanderreihung von Erfahrungen