Zufriedenheit als persönliches Lebenselixier

Vorarlberg / 18.08.2022 • 14:00 Uhr
Andreas Huemer mag den hohen Norden.
Andreas Huemer mag den hohen Norden.

Andreas Huemer ist Handwerker, Fischer, Koch, Musiker und mehr.

Dornbirn Eine Fischerstange, ein Messer und ein Feuerzeug. Das ist alles, was Andreas Huemer zum Leben braucht.

Vor allem in seinem Lieblingsland Norwegen sei das so, wo er aus dem Meer reichlich Fisch ziehe und im Wald essbare Pilze und Kräuter in Fülle finde. „Das Fischen habe ich von meiner Mama und sie schon vom Opa gelernt“, erinnert sich der in Hard am Bodensee aufgewachsene 33-Jährige. Für ein Menü, das er im hohen Norden auch gern für mehrere Leute am Lagerfeuer zubereitet, holt er hin und wieder Zutaten – wie etwa Tomaten – im Laden. Ein Fischlokal zu eröffnen, ist einer seiner Träume und ein Kochbuch ist gedanklich quasi fertig. Allein die Bilder seiner Gerichte machen viel her. Vielleicht fährt er bald wieder hin, denn dort, wo es kühl ist, fühlt er sich wohl.

Arbeiten in der Werkstatt.
Arbeiten in der Werkstatt.

Aber eigentlich sollte er jetzt in Costa Rica sein, wo er doch dafür seinen Teilzeitjob als Arbeitsanleiter bei Job Ahoi in der Offenen Jugendarbeit Dornbirn aufgegeben hat. „Manchmal kommt es eben anders“, weiß Andreas Huemer, dessen eigene Firma „Eitj Design“ heißt, aus Erfahrung. Traurig stimmen ihn solche Situationen nicht. Vielmehr nennt er sie eine Weggabelung, an der er die Richtung neu festlegen kann. Auf Veränderungen zu reagieren, scheint für ihn normal, so wie auch die etwas außergewöhnliche Art zu leben und zu wohnen. Die schulische Laufbahn, unter anderem im Musikgymnasium Feldkirch, hätte zunächst nicht darauf schließen lassen.

Huemer ist viel im Wohnbobil unterwegs.
Huemer ist viel im Wohnbobil unterwegs.

Seine Werkstatt ist eine Art Garage auf einem Gewerbeareal in Dornbirn. Den Raum füllt derzeit ein Transporter, den Huemer für einen Auftraggeber zum Wohnmobil umbauen soll.

Was es dafür braucht, weiß der gelernte Metallkonstrukteur und Allrounder von seiner eigenen fahrbaren Wohnung. Neben der alten Hobelbank führt eine steile Stiege hinauf ins Studio, wohin er sich zuweilen zur Ideenfindung zurückzieht. „Im Moment ist alles ein bisschen verstellt“, merkt Andreas, der am Konservatorium Musikinstrumente lernte und immer noch mit Begeisterung die Posaune spielt, an. Und dann dreht er die Boxen auf. Auf den tollen Sound ist er stolz.

Sein Studium als Elektrotechnik-Toningenieur an der TU Graz und der Lehrgang Akustik und Design an der ndu St. Pölten machen ihn zum Experten auf dem Gebiet. Mit der Abschlussarbeit „Raumakustische Planung und Ausbau für einen Schlagzeugraum“ endete die Ausbildung im Jahr 2018.

Geheimnis des Erfolgs

Geld ist es nicht, wonach Andy, wie ihn Freunde auch nennen, strebt. Hat er welches, schafft er Material an oder investiert es in Werkzeug. Und schließlich wird klar, wie sich seine Philosophie zusammenfassen lässt. Es ist die Zufriedenheit, die er als persönliches Lebenselixier bezeichnet. Einen dauerhaften „Nine-to-five-Job“ brauche er nicht. Sein Ziel sei es, viele Menschen auf der fühlbaren Frequenz der Zufriedenheit zu erreichen. Und vielleicht schaue er demnächst doch noch in Costa Rica vorbei, wo er sich beim Ausbau von Ferienunterkünften nützlich macht. ERH