Der Lechweg feiert Zehnjähriges

Markus Hahn von Lech Zürs Tourismus informiert über den Weitwanderweg und erzählt, was ihn so besonders macht.
Lech Das Arlberggebiet zählt mit seinen zahlreichen Wandermöglichkeiten und der einzigartigen Bergkulisse zu den beliebtesten Wanderdestinationen Österreichs. Aber auch Besucher aus aller Welt sind auf den Wanderwegen des Arlbergs zu finden.
Beliebt ist unter anderem der Lechweg, der heuer sein Zehnjähriges feiert. Markus Hahn ist bei Lech Zürs Tourismus für die Sommer-Produktentwicklung verantwortlich und erzählt, was den Lechweg besonders macht und welche seine liebste Wanderroute ist.
Ein kurzer Rückblick: Der Lechweg wurde vor zehn Jahren eröffnet. Wie entstand die Idee für diesen Weitwanderweg?
Hahn Die ursprüngliche Idee für einen Weitwanderweg entlang des Lechs hatte der langjährige Tourismusdirektor Hubert Schwärzler bereits in den 80er/90er Jahren. Er organisierte oft Reisen für Tourismuskollegen, unter anderem auch entlang des Jakobswegs. Früh erkannte er das Potenzial des Themas Weitwandern. Erst Jahrzehnte später wurden ursprüngliche Pläne aus dem Archiv gegraben und 2012 letztendlich der Lechweg mit seinen 125 Kilometer Länge eröffnet. Es gab schon seit jeher Wanderwege in unserer Bergwelt, zum Beispiel zu den beliebten Alpenvereinshütten. Was man lange versäumt hatte, war, dem „Kind einen Namen zu geben“. Das kam erst so um die Jahrtausendwende auf. Der Lechweg war unser erstes richtig durchorganisiertes Wanderprodukt.

Welche Besonderheiten zeichnen den Lechweg aus?
Hahn Der Unterschied zwischen der alpinen Kulisse rund um das Lechquellengebiet und dem mehreren hundert Meter breiten Strom weiter unten im Tal ist sicher besonders beeindruckend. Zudem verändern sich mit der Landschaft auch die Menschen. Aber alle verbindet ein Element: das Wasser des Lechs. Außerdem zählt der Lechweg sicher nicht zu den schwierigsten alpinen Weitwanderwegen. Genau darin ist auch das Erfolgsgeheimnis zu sehen. Er ist einer der ersten alpinen Weitwanderwege, der großteils in Talnähe verläuft. Dazu kommt, dass die Übernachtungen in Unterkunftsbetrieben und nicht auf Hütten stattfinden. Entscheidend ist aber mit Sicherheit die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen den fünf Destinationen.
Der Lechweg ist in unterschiedlichen Etappen begehbar. Wie sind diese Etappen gegliedert?
Hahn Grundsätzlich können sich die Wanderer je nach Belieben die Etappenlängen selbst einteilen. Die meisten Gäste wandern den Lechweg in sieben oder acht Tagesetappen. Auch wenn ich erwähnt habe, dass er eher zu den leichteren alpinen Weitwanderwegen zählt, ist eine gewisse Kondition notwendig. Nicht jeder ist es gewohnt, jeden Tag über zehn Kilometer zu wandern. Am Ende sind es dann doch 125 Kilometer, die man zu Fuß zurücklegt. Ansonsten sind aber keine große Voraussetzungen notwendig. Trittsicherheit hilft aber immer – auch bei der Länge.

Ist es möglich, auch nur eine einzelne Etappe zu begehen?
Hahn Natürlich kann man sich auch einzelne Etappen heraussuchen. Viele unserer Gäste in Lech Zürs wandern zum Beispiel die erste Etappe vom Formarinsee nach Lech, die übrigens zu den schönsten Wegabschnitten zählt. Andere machen einen Ausflug ins Lechtal und wandern die Etappe über die Hängebrücke. Mein Tipp: Wandern Sie mal die erste Etappe in umgekehrter Richtung – von Lech zum Formarinsee. Es lohnt sich!

Sie waren auch bei der Entwicklung des im letzten Jahr eröffneten Arlberg Trails maßgeblich beteiligt.
Hahn Der Arlberg Trail ist – wie der Name schon verrät – ein weitaus sportlicherer Weitwanderweg. Er verbindet die fünf Arlbergorte miteinander und ist somit das erste gemeinsame Sommerprodukt des Arlbergs. In drei längeren Tagesetappen erwandern die Gäste sozusagen den Arlberg und entdecken diesen aus neuen Blickwinkeln, wobei die Übernachtungen in den Orten Lech, St. Anton und Stuben am Arlberg geplant sind.
Der Arlberg Trail stößt auf reges Interesse bei Wanderbegeisterten. Gibt es mittlerweile Neuerungen bei diesem spezifischen Angebot?
Hahn Wir arbeiten auch in diesem Jahr stark an dem Produkt. Hier und da versuchen wir, den Weg noch zu verbessern. Seit diesem Jahr ist der Arlberg Trail auch als Paket zu buchen. Bei unserem Partner ASI Reisen ist dann auch der Gepäcktransport inkludiert. Zudem fährt die Vallugabahn I dieses Jahr bereits 20 Minuten länger als in den vergangenen Sommern, dies gibt den Wanderern auf der schweren Königsetappe zwischen Lech und St. Anton am Arlberg etwas mehr Zeit.

Markus Hahn erzählt, was den Lechweg so besonders macht und welche die schönste Etappe ist.Patrick bälz
Was sind für Sie unabdingbare Voraussetzungen für eine gelungene Bergtour?
Hahn Neben guten Wetterbedingungen und einer guten Ausrüstung ist die wichtigste Voraussetzung, seinen eigenen Körper gut zu kennen. Die Selbsteinschätzung sollte ehrlich sein, schließlich sollte eine Wanderung ja vor allem eines sein: ein tolles Erlebnis in der wunderbaren Bergwelt.
Noch eine Abschlussfrage: Sie sind ein begeisterter Bergsportler. Verraten Sie unseren Lesern Ihre liebste Wanderroute?
Hahn Unabhängig davon, dass ich den Arlberg Trail mit ins Leben gerufen habe, gehe ich wirklich auch gerne das erste Drittel der Etappe Richtung St. Anton: der Weg vom Rüfikopf zur Stuttgarter Hütte. Die Vegetation im Bereich Ochsengümple/ Rauhkopfscharte ist so vielfältig und am Ende wartet ein äußerst freundlicher Hüttenwirt. Ich freue mich schon auf meinen mittlerweile vierten Besuch auf „Stuttgarts höchstem Haus“. BI