Das ist das gefährlichste Tier der Welt. Auch bei uns.

Wenn sich die Tigermücke bei uns durchsetzt, lauern tödliche Gefahren. Ein Mückenjahr haben wir bisher nicht.
Dornbirn Haie, Löwen, Tiger, Giftschlangen: das sind alles gefährliche Tiere. Aber erstens kommen sie in unseren Breiten kaum vor, und zweitens kann man sich durch bestimmte Verhaltensweisen vor ihnen schützen. Auf die von Experten als gefährlichstes Tier eingestufte Kreatur trifft das nicht zu: die aus Asien bei uns eingeschleppte Tigermücke.
“Sie ist der Überträger von mehreren lebensbedrohenden Krankheiten, wie zum Beispiel dem Dengue-Virus oder dem Zika-Virus”, macht Inatura-Berater Klaus Zimmermann deutlich. Beängstigend ist: Die Tigermücke hat als Eindringling auch bei uns bereits Spuren hinterlassen. “Wir haben Eier von ihr nahe der Hörbranzer Autobahnraststation entdeckt”, erzählt Zimmermann.
Kampfmaßnahmen
Etwas beruhigend erscheint die Tatsache, dass man die Ausbreitung der Tigermücke durchaus bekämpfen kann. “Sie bewegt sich nicht gerne fort, und wir wissen, dass sie bevorzugt an Transportstandorten vorkommt. Dort, wohin sie selbst ungewollt hintransportiert wird”, weiß Zimmermann.
In Hörbranz funktionierte die Bekämpfung so: “Wir haben dort dann einen Behälter mit einer besonderen Flüssigkeit platziert, welche die gelegten Eier abtötet. Ein Lockstoff soll zusätzlich dafür sorgen, dass die Mücken diesen Standort aufsuchen”, beschreibt Zimmermann eine der gängigen Kampfmaßnahmen.
“Die neueste Methode im Kampf gegen die gefährliche Tigermücke ist das Heranzüchten steriler Männchen.”
Klaus Zimmermann, Biologe
Es gibt noch eine andere, die erst kürzlich erfolgreich erprobt wurde. “Dabei geht es um die Heranzüchtung von sterilen männlichen Tigermücken. Diese paaren sich mit den Weibchen ohne Folgen und die Population stirbt irgendwann aus”, beschreibt Experte Zimmermann diese Waffe gegen die Tigermücke.
Völlig anders als die Wespen
Von den invasiven Mückenarten, also jenen, die aus fernen Ländern importiert wurden, gibt es noch die japanische Buschmücke. Diese hat sich in Vorarlberger Tallagen schon verbreitet. “Sie kann lästig sein und tritt vor allem nach Regenfällen stark auf”, erklärt der Biologe.

Doch da sich die Regenfälle heuer sehr in Grenzen hielten bzw. große Trockenheit und Hitze den Sommer bestimmen, haben sich nicht nur die japanische Buschmücke, sondern vor allem auch heimische Mückenarten noch eher rar gemacht. “Es verhält sich umgekehrt zu den Wespen. Wir haben bisher alles andere als ein Mückenjahr”, sagt Zimmermann.
Pfützen als Kreißsaal
Freilich könne sich das noch ändern. Mücken entwickeln sich dort gut, wo Wasser ist. Da gibt es etwa die Überschwemmungsmücken an Gewässern. Die legen ihre Eier im Trockenen nahe des Ufers. Dort können sie längere Zeit überleben. Bei der nächsten Überschwemmung schlüpfen sie im Wasser.
Die von uns am lästigsten empfundene Hausmücke nützt jede Pfütze und Regentonne ums Haus, um sich dort zu entwickeln. Die fertigen Mücken überwintern in abgelegenen Ecken eines Hauses, um dann im Frühjahr aktiv zu werden. Bisher mit bescheidenem Erfolg.