Warum Kicken das beste Mittel gegen soziales Ungleichgewicht ist

“Ma hilft” unterstützt ein Projekt, das Mädchen aus sozial benachteiligten Schichten zum Fußball bringt.
Lustenau Die 15-jährige Eslem kennt im Zweikampf keine Scheu. Schneidig, aber fair erkämpft sie sich den Ball und spielt ihn weiter. “Kämpfen”, so sagt sie später, “gehört zu meinem Wesen. Ich mache ja auch Wing Tzun. Fußball ist für mich nun aber auch ein tolles Hobby.” Eslem stieß durch eine Freundin auf das Projekt “Kick mit”, das der FC Lustenau im Stadion an der Holzstraße durchführt.
Die Rolle der Freundinnen
Freundinnen spielen bei “Kick mit” überhaupt eine Schlüsselrolle. Denn sie haben durch Mundpropaganda aus einer Gruppe von ursprünglich zwölf Mädchen noch vergangenen Herbst bis zum Frühjahrsauftakt eine stattliche Truppe von 32 Teilnehmerinnen gemacht. “Wir haben uns mit unseren Mädchen an der Vorarlberger U14-Meisterschaft beteiligt”, streicht Projektorganisator Thomas Sperger hervor. Den Kern der Truppe rekrutierte er aus dem Lernprojekt des FC Lustenau. Die Mädchen wurden dort im bestens ausgestatteten Vereinsheim schulisch betreut und gleichzeitig von Fußballfieber ergriffen. So wie Busra (14). “Ich beobachtete die Aktivitäten am Fußballplatz. Fußball gefiel mir sofort”, erzählt das Mädchen.

Fachmann als Trainer
Die fast ausschließlich migrantischstämmigen Teenager müssen auch in der Ferienzeit nicht ohne Fußball auskommen. Dafür sorgt ihr Trainer Dursun Atav, früher ein profilierter Unterhauskicker. “Die Mädchen sind voller Freude bei der Sache und zeigen eine großartige Disziplin. Sie sind leichter zu betreuen als Burschen”, findet der Coach nur lobende Worte für seine Truppe. Er sorge dafür, dass alle zum Spielen kommen. Unterstützt wird Dursun Atav bei seiner Trainerarbeit durch seinen Sohn Gödeniz.

“Wir sind ‘Ma hilft’ für die Unterstützung dieses Projekts sehr dankbar”, sagt Thomas Sperger. Die VN-Sozialaktion hat das Projekt auch heuer mit 20.000 Euro unterstützt. “Es ist dies gut investiertes Geld. Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, was hier passiert und wie die Mädchen das Angebot dankend annehmen”, freut sich auch “Ma hilft”-Koordinatorin Marlies Müller.
“Wir sind ‘Ma hilft’ für die Unterstützung dieses Projekts sehr dankbar. Bei den Mädchen kommt es toll an.”
Thomas Sperger, Organisator
Neue Herausforderung
Die Vorfreude der Mädchen gilt bereits der kommenden Saison. Da werden sie eine U16-Mannschaft bilden und wieder ihr Bestes geben. Das haben sie auch im vergangenen Jahr gemacht, auch wenn es für die Anfängerinnen nur den letzten Platz gab. Aber das spielt überhaupt keine Rolle. Zum einen weil sie sich die Freude nie nehmen ließen, zum anderen weil sie mit einem Jahr Erfahrung voller Tatendrang und Optimismus die nächste Herausforderung suchen.