Nach tödlichem Unfall mit Paddel: Betreiber ohne Haftung

Vorarlberg / 20.06.2022 • 19:00 Uhr
Nach tödlichem Unfall mit Paddel: Betreiber ohne Haftung
Am Sonntagnachmittag kam es im Harder Binnenbecken zu einem tödlichen Zwischenfall. VN/Steurer

Wer sich ein Stand-Up-Paddle (SUP) ausleiht, trägt die Verantwortung selbst.

Hard Ein 22-jähriger Mann ist am Sonntagnachmittag an den Folgen eines Badeunfalls im Harder Binnenbecken verstorben (VN.at berichtete). Er hatte sich ein Stand-up-Paddle ausgeliehen, obwohl er Nichtschwimmer war. Auch eine Schwimmweste hatte er nicht angezogen. Nachdem er ins Wasser gestürzt und untergetaucht war, konnte er zwar geborgen werden. Im Landeskrankenhaus Feldkirch verstarb er jedoch noch am selben Tag.

Nach tödlichem Unfall mit Paddel: Betreiber ohne Haftung
Wasserrettung, der Notarzt und die Polzei rückten an.

Keine rechtlichen Folgen

Für den Betreiber des dortigen Paddle-Verleihs hat der Unfall keine rechtlichen Konsequenzen. Von den Gästen, die bei ihm ein solches Board ausleihen, verlangt er sogar mehr, als er eigentlich müsste. So sind ihm von den Kunden nicht nur ihre Ausweise, sondern auch die E-Mail-Adresse und sogar die Handy-Nummer bekannt zu geben. Im tragischen aktuellen Fall ließ er sich von dem 22-jährigen Mann auch eine Erklärung unterschreiben, in dem dieser bestätigte, dass er schwimmen könne.

Dass man seitens der Betreiber sogar die Handynummer verlange, ist laut Andreas Portenschlager (35), Betreiber von Ländle-SUP, ansonsten nicht üblich. „Da geht es eigentlich nur darum, über persönliche Daten des Kunden zu verfügen, falls irgendetwas verschwinden sollte“, so Portenschlager zu den VN. Auch er bestätigt, dass die Verantwortlichkeit ausschließlich beim Kunden, der sich ein solches Board ausleiht, liege.

Nach tödlichem Unfall mit Paddel: Betreiber ohne Haftung
Andreas Portenschlager: “Fragen jeden Kunden, ob er schwimmen kann.” Ländle-SUP

„Unfälle extrem selten“

„Natürlich fragen wir jeden Kunden, ob er schwimmen kann“, betont der erste SUP-Betreiber Vorarlbergs. Man würde auch eine Einführung ins Stand-Up-Paddeln mit den wichtigsten Tipps zum schnellen Start anbieten. Vor dem tragischen Unfall in Hard sind dem 35-Jährigen keine tödlichen Vorfälle mit Stand-Up-Paddeln in Vorarlberg bekannt. „Überhaupt kommt es mit den SUP extrem selten zu Unfällen“, sagt Portenschlager rückblickend.

Auch Daniel Plaichner, Landesleiter der Vorarlberger Wasserrettung, spricht von wenigen Alarmierungen, die im Zusammenhang mit solchen Paddeln stehen. Anders sieht es allerdings mit der derzeitigen Anzahl von anderen Einsätzen aus. Über fünfundzwanzig Mal gab es bei der Vorarlberger Wasserrettung heuer schon Pager-Alarm. „Überdurchschnittlich oft für Ende Juni“, sagt Plaichner.