Land sieht kein Katastrophenszenario bei Lehrerstellen, weil …

Vorarlberg / 15.06.2022 • 04:30 Uhr
LehrerInnen und FreizeitpädagogInnen braucht das Land. Gegen den Personalmangel in diesem Bereich sind alle Anstrengungen notwendig. <span class="copyright">APA-Symbolbild</span>
LehrerInnen und FreizeitpädagogInnen braucht das Land. Gegen den Personalmangel in diesem Bereich sind alle Anstrengungen notwendig. APA-Symbolbild

Von den 255 offenen Stellen können 61 Klassenlehrerposten besetzt werden. Die Opposition stellt trotzdem Fragen.

Bregenz Kürzlich wurde das Projekt “Arbeitsplatz Schule” von Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink vorgestellt. Zweck: Ein Bündel von Maßnahmen soll dazu beitragen, die immer dramatischer werdende Personalsituation am Pädagogenmarkt zu entschärfen. Dennoch schlug die Lehrervertretung Alarm: 255 Lehrerinnen und Lehrer fehlen laut ihrer Rechnung zur Aufrechterhaltung des regulären Schulbetriebs im neuen Schuljahr.

Diese Rechnung lässt man im Ressort der Schullandesrätin nicht gelten. “Von den 255 Stellen im Ausmaß von vier und 22 Stunden können 61 offene Klassenlehrerstellen im Primarstufenbereich bis zur Hälfte mit neu eintretenden Lehrpersonen besetzt werden”, heißt es in einer Aussendung. Und weiter: “Alle anderen Klassenlehrerstellen werden schulintern besetzt werden. Insgesamt fehlen an den Sonderschulen und Volksschulen derzeit rund zwölf klassenführende Lehrpersonen.”

Anfragenkatalog an Schöbi-Fink

Die Grünen als Regierungspartner und die FPÖ als Oppositionspartei nehmen die aktuelle Situation trotzdem zum Anlass, um Fragen zu stellen bzw. scharfe Kritik zu üben. So sorgt sich die Bildungssprecherin der Grünen, Eva Hammerer, um den Personalmangel an den heimischen Kindergärten und Schulen und bezeichnet diesen wörtlich als “verheerend”. Sie fordert unter anderem die Einbindung von anderen Berufsgruppen in die Betreuungsarbeit an Kindergärten und Schulen. “Eine enge Zusammenarbeit von Vereinen, Musikschulen, Sportlern, Trainern oder Künstlern mit pädagogischen Einrichtungen könnte die Personalkrise teilweise erleichtern.” Vor diesem Hintergrund übermittelte Hammerer an die Schullandesrätin einen Anfragenkatalog.

FPÖ gemeinsam mit Lehrervertretung

Mit heftiger Kritik an der Bildungspolitik der Bundes- und Landesregierung wartet FPÖ-Bildungssprecherin Andrea Kerbleder auf. Bezugnehmend auf den im VN.at-Bericht erwähnten Rücktritt des Direktors der Landessonderschule Jupident spricht Kerbleder von “großen Versäumnissen der letzten Jahre seitens der Verantwortlichen von Bund und Land. Die Schulleiter haben immer wieder auf die ständig zunehmende Problematik der überbordenden administrativen Aufgaben hingewiesen und dass ihnen dadurch wertvolle Zeit, die sie eigentlich in den Klassen bei ihren Schülern verbringen sollten, fehle. Erst auf massiven Druck hin wurden die Maßnahmen erhöht”.

“Maßnahmen zur Unterstützung der Schulleitungen wurden immer erst auf massiven Druck hin erhöht.”

Andrea Kerbleder, FPÖ-Bildungssprecherin im Landtag

Kerbleder solidarisiert sich bei ihrer Kritik mit der Pflichtschullehrervertretung. So schließt sie sich etwa der Forderung an, die Bachelor-Ausbildung bereits nach drei Jahren abschließen zu können und den Master in zwei weiteren Jahren berufsbegleitend zu erlangen.