So will die Pflege zu mehr Personal kommen

Vorarlberg / 10.06.2022 • 05:00 Uhr
Neu-, Um- und Wiedereinsteigerinnen sind gleichermaßen angesprochen. <span class="copyright">KHBG/Mathis</span>
Neu-, Um- und Wiedereinsteigerinnen sind gleichermaßen angesprochen. KHBG/Mathis

Neue Ausbildungsförderung soll einen Schub bringen.

Bregenz Mitarbeitende sind das Herz der neuen Pflegekampagne, Ausbildungsförderungen der harte Kern. Beides zusammen soll dem Pflegebereich das immer dringender benötigte Personal bringen. Bis 2030 müssen laut aktueller Bedarfsprognose mehr als 680 Pflegekräfte aufgrund von Pensionierungen ersetzt werden. Dazu kommt die demografische Entwicklung, die zusätzlich 780 Pflegekräfte erforderlich macht. Die Ausbildungsförderung wurde bei der Präsentation der Kampagne „Mein Job fürs Leben“ als stärkstes Argument, sich für einen Pflegeberuf zu entscheiden, ins Treffen geführt. Ab September 2022 erhalten Auszubildende 600 Euro monatlich, als 7200 Euro jährlich. Profitieren davon sollen alle, auch diejenigen, die sich bereits in Ausbildung befinden. Zudem wird bei der connexia ein Welcome Center als Anlaufstelle für alle Interessierten eingerichtet.

Imagepolitur

Um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen, treten Land und Landeskrankenhäuser erstmals gemeinsam auf. „Das macht uns stärker“, zeigte sich Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker überzeugt. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher pflichtete bei: „Es geht nur miteinander.“ Es reiche auch nicht, nur die Werbetrommel zu rühren: „Es braucht konkrete Mittel.“ Diese sehen die Verantwortlichen mit der Ausbildungsförderung und den Botschaftern aus der Praxis geschaffen. Für KHBG-Direktor Gerald Fleisch ist in diesem Zusammenhang vor allem die Imagepolitur wichtig: „Der Beruf hat Schattenseiten, darüber muss man reden, aber die Sonnenseiten überwiegen bei weitem.“ Dazu zählen aus seiner Sicht die hohe Zukunftssicherheit, die Jobvielfalt sowie die gute Bezahlung.

Nicht zuletzt handle es sich um eine enorm sinnstiftende Tätigkeit. Dies unterstrichen auch zwei Vertreterinnen des Hauses Klosterreben in Rankweil. „Man bekommt viel zurück, und man kann gestalten“, bekräftigten Pflegedienstleiterin Barbara Bischof-Gantner und Bereichsleiterin Gabriele Mayerhofer. Marco Thurnher von der Kinder- und Jugendpsychiatrie im LKH Rankweil schwärmte von den vielfältigen Möglichkeiten: „Das ist für mich die Attraktion an diesem Beruf.“

Soziale Medien als Motor

Die Ausbildungsförderung soll einen weiteren Schub bringen. Die 600 Euro monatlich gibt es für den gesamten Ausbildungszeitraum. Für eine dreijährige Diplom- oder Bachelorausbildung sind das immerhin 21.600 Euro. Berücksichtigt werden auch berufsbegleitende Ausbildungen. Bei den Schulen für Sozialbetreuungsberufe springt das Land mit einer Förderung ein, denn vom Bund werden lediglich die Praktikumsmonate mitfinanziert. Das Land erhöht auf den einjährigen Ausbildungszeitraum, wie dies der der Ausbildung zur Pflegeassistenz in den Krankenpflegeschulen der Fall ist. Über verschiedene soziale Medien sollen zudem Pflegekräfte auch außerhalb des Landes zu einer Übersiedlung motiviert werden.