Wie Geld gespart und die Umwelt geschont werden kann

Wolfurter nehmen die Schattenseiten des Lichts ins Visier.
Wolfurt Eine flache graue LED-Lampe, ein Bewegungsmelder, Sensoren und 35 Technikkästen zaubern Tobias Frahs (32) und Hermann Hopfner (59) ein Lächeln auf die Lippen. Die beiden Bauhofmitarbeiter rüsten die Straßenbeleuchtung in Wolfurt um.
Wie hell sich die Welt in der Nacht präsentiert, zeigt Google Earth unter “Die Erde bei Nacht”.
“Wir haben in der Gemeinde zirka 1000 Leuchten. Etwa 900 davon auf Gemeindestraßen, die Hälfte sind schon sensorgesteuert”, erzählt Tobias Frahs und zeigt eine graue LED-Leuchte her. Statt 70 Watt gibt es jetzt Lichter mit 16 Watt. “Die haben dieselbe Leistung und wir können damit 80 Prozent des Energieverbrauchs einsparen”, ergänzt der gelernte Elektriker.
Ausgestattet sind die neuen Straßenleuchten in der Hofsteiggemeinde mit Bewegungsmeldern. Ist auf den Gemeindestraßen nichts los, fahren die warmweißen Lichter auf 30 Prozent der Leistung herunter. Damit sollen nicht nur Energie und Geld gespart werden, sondern auch Lichtverschmutzung reduziert und die Umwelt geschont werden. Quecksilberlampen gibt es in der Gemeinde nicht mehr. “Die LED-Umrüstung hat vor drei Jahren begonnen”, erzählt Hopfner. Innerhalb von insgesamt acht Jahren soll sich die Investition amortisiert haben.

Außenbeleuchtung ändert nicht nur den Tag- und Nachtrhythmus des Menschen, sondern beeinflusst auch die Lebensbedingungen vieler Tiere. Vor allem das Thema Straßenbeleuchtung bereitet Umweltexperten in diesem Zusammenhang Sorgenfalten. Denn nachts werden Insekten von den vielen Lichtern wie ein Staubsauger angezogen.
Auswirkungen auf Insekten und Vögel
“Über die Hälfte der Insekten sind nachtaktiv”, sagt Christiane Machold von der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz des Landes. Wird es zu hell, rücken auch die Themen Arten- und Insektensterben ans Licht. “Werden Bäume angeleuchtet, werden die Vögel bei ihrem Vogelzug abgelenkt”, fügt die Biologin hinzu. Der Sicherheitsaspekt sei natürlich wichtig. “Aber man muss nicht jeden Winkel ausleuchten.” Sie ist sich sicher, dass es ein Umdenken geben muss. “Wir müssen anspruchsloser werden, und auch an die Folgen von zu viel Beleuchtung denken.”
Eine Möglichkeit die Lichtemissionen zu begrenzen ist, das Geschwindigkeitsniveau auf Gemeindestraßen zu senken.
Thomas Pieber, Energieinstitut
Für Gemeinden gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten, die Lichtemissionen zu begrenzen, erklärt Experte Thomas Pieber vom Energieinstitut und fügt hinzu: “Sich bei jeder Straßenleuchte genau überlegen, ob es diese wirklich braucht. Das Geschwindigkeitsniveau auf Gemeindestraßen zu senken und der Einsatz von sensorgesteuerten Straßenleuchten.” Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern auch dem öffentlichen Geldbörserl.
Auch auf den Landesstraßen soll sich in den nächsten fünf Jahren einiges tun. Konkrete Zahlen gibt es zwar nicht. Nach Angaben von Gerhard Schnitzer von der Straßenbauabteilung sind zirka 90 Prozent aller Beleuchtungsanlagen in der Straßendatenbank erfasst. Von den rund 9500 Leuchten sind 1400 noch mit Quecksilberdampflampen ausgestattet. Diese sollen in den nächsten fünf Jahren weiterhin sukzessive ausgetauscht werden, wie Schnitzer auf VN-Anfrage mitteilt.
Immerhin fünf LED-Leuchten auf der Landesstraße gibt es momentan in Wolfurt. “Zur Probe”, wie Tobias Frahs hinzufügt. Ginge es nach Frahs und Hermann Hopfer sollte auch bald das Gelblicht gegen LED getauscht werden.
Tipps zur Reduzierung von Lichtverschmutzung im Garten
– Lichtdauer und Lichtintensität auf das Notwendigste reduzieren
– Bäume sollten nicht bestrahlt werden
– Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder helfen Strom zu sparen
– LED-Lampen unter 3000 Kelvin sind insektenfreundlicher
(Quelle: Umweltberatung.at)