“Wir würden vom Fahrradtunnel enorm profitieren”

Der Götzner Armin Hartmann und andere Fahrradpendler sehnen die geplante Radschnellverbindung Am Kumma/Vorderland samt dem Sattelberg-Radtunnel herbei.
Klaus Damit Österreich die Klimaziele erreichen kann, muss der Anteil der Fahrräder am Gesamtverkehr erhöht werden. „Dafür braucht es eine gute und vor allem sichere Radinfrastruktur“, ist Armin Hartmann (77) überzeugt. Der Götzner ist passionierter Fahrradfahrer und regelmäßig zwischen Götzis und Klaus, wo eine Tochter und die Enkelkinder wohnen, unterwegs.
Derzeit existiert seiner Ansicht nach für Radfahrer zwischen den Kummenberggemeinden und dem Vorderland keine sichere Verbindung für Radfahrer. Diese müssen nämlich den Autobahn-Vollanschluss Klaus-Koblach passieren. Das sorgte bereits bei dessen Fertigstellung 2013 für Kritik: „Radfahrer müssen weiterhin an der vielbefahrenen L62 Treietstraße fahren. Zwar ist der Fahrradstreifen bei den Autobahnrampen farblich abgetrennt, allerdings ist das zu wenig“, erklärt Hartmann.



Gefahrenstellen entschärfen
Von einer geplanten neuen Radverbindung zwischen Götzis und Klaus samt dem 180 Meter langen Radtunnel durch den Sattelberg würde Armin Hartmann profitieren. Und nicht nur er: Von den 3000 Einwohnern in Klaus pendeln täglich etwa 1400 Menschen aus der Gemeinde. „Damit gibt es enormes Potenzial für den geplanten Radtunnel“, ist auch Gemeindevertreter Karlheinz Zeiner (Klaus blüht, 68) von dem Vorhaben überzeugt. „Teilweise vergeht einem das Radfahren, weil es mit dem Autoverkehr so gefährlich ist. Man fühlt sich wie Freiwild. Der Radtunnel würde die Gefahrensituation bei der Autobahn entschärfen“, sagt Zeiner.



Firma Omicron dafür
Das Thema Radfahren bewegt auch die in Klaus ansässige Firma Omicron. Von der geplanten Radschnellverbindung Am Kumma/Vorderland erhofft sich das Unternehmen einen Mehrwert, da der Umstieg vom Auto auf das Rad für Mitarbeitende noch attraktiver wird. „Schon jetzt legen rund 130 unserer 700 Mitarbeitenden am Standort Klaus ihren Arbeitsweg regelmäßig mit dem Rad zurück. Wir sind natürlich daran interessiert, diesen Anteil weiter auszubauen“, sagt Simon Bachmann, der sich bei Omicron unter anderem um Mobilitätsfragen kümmert. „Wir setzen seit vielen Jahren auf ein fahrradfreundliches Umfeld: Denn Radfahren wirkt sich nicht nur positiv aufs Klima, sondern auch auf die Gesundheit unserer Mitarbeitenden aus.“

Baustart 2023 geplant
Im Zuge der geplanten Radschnellverbindung Am Kumma/Vorderland zwischen der Bahnstation Sulz/Röthis und dem Bahnhof Götzis ist außerdem eine weitere Radstrecke von der Haltestelle Klaus in Richtung Koblach geplant. Im Zuge dessen soll unter anderem vom Radtunnel eine Radbrücke über die L62 Treietstraße direkt zur Bahnhaltestelle Klaus führen. Diese soll außerdem 2023 modernisiert werden. Die Kostenschätzung für die neue Radschnellverbindung beträgt rund 35 Millionen Euro brutto, bis zu zwölf Millionen Euro übernimmt der Bund. Mit dem Bau soll bereits 2023 begonnen werden. Armin Hartmann und andere Fahrradpendler sehnen die Fertigstellung jedenfalls jetzt schon herbei.
