Beim Poolbar-Generator sprudelt es nur so vor Ideen

55 Studierende erarbeiten im Hohenemser Löwensaal das Konzept und das Design für das Poolbar-Festival.
Hohenems Unter dem Motto “Teil sein” erarbeiteten Studierende im vergangenen Jahr das Konzept für das Poolbar-Festival. Heuer wird das Motto des Poolbar-Generators unter dem Titel “Am Rand” weitergeführt.
“Durch die vielen Konflikte ist das Thema gerade hochaktuell. Das Motto soll aber eher den Rahmen als das Ziel vorgeben”, erklärt Studentin Lilian Furrer aus Wien. Die 23-Jährige war im vergangenen Jahr selbst Teilnehmerin des Poolbar-Generators. In diesem Jahr kümmert sie sich vor Ort um den reibungslosen Ablauf der Workshop-Reihe. Erstmals ist der Hohenemser Löwensaal Schauplatz des Generators, in dem die gestalterische Basis für das Festival gelegt wird – freilich nicht ohne Sicherheitsvorkehrungen. “Um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, haben wir uns an den strengsten Uniregelungen orientiert”, unterstreicht Furrer. Dazu zählt neben einem negativen PCR-Test für die Teilnehmer auch die Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Der Kreativität tut dies jedoch keinen Abbruch.

Heuer sind es rund 55 Kunst-, Architektur-, Design-, Literatur- und IT-Studenten, die in verschiedenen Labors Ideen austauschen und gemeinsam das Festivalkonzept erarbeiten. Begleitet werden sie dabei von Fachleuten aus den Poolbar-Reihen sowie externen Experten. Im Architekturlabor entstehen schon Entwürfe für den Außenbereich des Poolbar-Festivals. Architekturstudentin Sophia Niederkofler aus Südtirol ist zum ersten Mal dabei und freut sich darauf, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln. “Im Studium entstehen zwar viele Entwürfe, aber nicht mit der Absicht, etwas zu bauen. Das ist beim Poolbar-Generator anders, hier kann man auch mal etwas ausprobieren”, sagt die 26-Jährige. Auch den direkten Austausch mit anderen Studierenden schätzt sie. “Nach der langen Coronazeit ist es schön, wieder einmal persönlich Ideen miteinander auszutauschen.”

Kim Gubbini (24) und Ronja Barz (22), Teilnehmerinnen des neuen Innenarchitektur-Labors, sind für die Gestaltung des “Wohnzimmers” im Alten Hallenbad zuständig. “In diesem Raum können die Besucher nach dem Konzert zur Ruhe kommen. Aktuell beschäftigen wir uns mit dem Mobiliar”, erklärt Gubbini. Das Motto “Am Rand” sei auch hier allgegenwärtig. “Unsere Überlegung war es, den Rand im Raum verschwinden zu lassen, mit dem Kontrast zum Außenbereich zu spielen und gegensätzliche Atmosphären zu schaffen”, sagt Barz.

Skizzen und Modelle entstehen auch im Produktdesign-Labor. “Wir arbeiten an einen Co-Working-Space, der vor dem Poolbar-Festival, aber auch im öffentlichen Raum aufgestellt werden kann. Wahrscheinlich wird es ein Container”, verrät Industrialdesign-Studentin Johanna Schlosser (25) aus Wien.

Neu eingeführt wurde auch das Labor “Digitale Projekte”, in dem erstmals eine Poolbar-App entwickelt wird. Florina Schneider (21) tüftelt gerade am Design der App. “Diese App soll die Besucher durch das Festival begleiten. Sie enthält alle wichtigen Infos zu den Künstlern und den Events”, erklärt die Studentin der Transdisziplinären Kunst. Sie sieht die Teilnahme am Poolbar-Generator als Bereicherung und einzigartige Möglichkeit, abseits des Studiums Erfahrungen zu sammeln: “Es ist total spannend, dass Menschen aus verschiedenen Feldern zusammenkommen und gemeinsam etwas gestalten.”
Rahmenprogramm
Ergänzt werden die Workshops durch Vortragsreihen. Noch bis Freitag geht das Tüfteln im Löwensaal weiter, dann sollen erste Ergebnisse präsentiert werden. Parallel dazu nimmt auch das Festivalprogramm Form an. Groß aufspielen werden unter anderem die Sportfreunde Stiller, Local Natives oder As I Lay Dying. Geplant wird erstmals wieder mit großen Konzerten im Alten Hallendbad. Auf die Freiluftkonzerte, die sich vor allem während der Coronazeit bewährt haben, will man aber weiterhin nicht verzichten.
Das Poolbar-Festival findet vom 7. Juli bis 14. August 2022 im Hallenbad und im Reichenfeld Feldkirch statt. Tickets, Infos: www.poolbar.at
Rahmenprogramm Poolbar-Generator
Dienstag, 12. April, 19 Uhr: Vortragsreihe des Poolbar Generators 2022 zu den Themen Architektur, Design und Grafik mit Robert Thum (Uni Trier), Flora Szurcsik-Nimmervoll (NDU), Maris Nisu und Klemens Schillinger. Öffentlich, freier Eintritt, kleiner Löwensaal Hohenems.
Donnerstag, 14. April, 19 Uhr: Vortragsreihe des Poolbar Generators 2022 zu den Themen Literatur, Digitales und Kunst. Mit Michael Csar und Wolfgang Urstadt (Bregenzer Festspiele), Belinda Rukschcio (Werkraum Bregenzerwald), Margarita Köhl (FH Vorarlberg) Sophie Bombeck (Kunstbiennale Lindau). Öffentlich, freier Eintritt, kleiner Löwensaal Hohenems.
Freitag, 15. April, 18 Uhr: Präsentation der Ergebnisse des Poolbar Generators 2022. Einblick in das Konzept und die Gestaltung des Poolbar Festivals 2022. Öffentlich, freier Eintritt, Löwensaal Hohenems. Im Anschluss wird gefeiert.



