Sprachrohr für den Planeten

Vorarlberg / 03.04.2022 • 17:30 Uhr
Sprachrohr für den Planeten
Johannes Hartmann bei einer Demo. Privat

Der Fridays-for-Future-Koordinator Johannes Hartmann setzt sich leidenschaftlich für den Klimaschutz ein.

von Petra Milosavljevic

Dornbirn Das Mikrofon in der Hand am Rednerpult stehend und die große Menge vor einem. Dieses Bild hat Johannes Hartmann oft vor sich als Koordinator der Fridays-for-Future-Bewegung in Vorarlberg.

Zunächst hat der 26-Jährige in seiner Freizeit versucht, etwas zum Klima- und Umweltschutz beizutragen, etwa durch den Verzicht auf Fleisch und das Auto. Doch er merkte schnell, dass er so nichts Großes bewegen kann. Deshalb schloss er sich FFF an. Mittlerweile ist er seit zweieinhalb Jahren dabei.

Verbesserungen in Sicht

In Vorarlberg gäbe es kleinere Verbesserungen hinsichtlich des Kilmaschutzes, die man so nicht sieht. „Die Stadt Bregenz hat z. B. einen Klimanotstand ausgerufen und einen Klimacheck für alle Stadtvertretungsbeschlüsse eingeführt“, so Hartmann. Ein Riesenerfolg ist seiner Meinung nach der gestoppte Bau der Schnellstraße S18 in Vorarlberg. Obwohl man kleine Fortschritte mache, sei man bei weitem nicht am Ziel angekommen, denn wie der Dornbirner schildert: „Vom Klimaschutz, wie wir ihn brauchen, der tatsächlich wirksam lebenswerte Zukunft der kommenden Generationen ermöglicht, sind wir weit entfernt. Trotzdem sind wir weiter als wir wären, wenn wir gar nichts tun würden.“

"Die Arbeit mit den Jugendlichen ist auf Augenhöhe", erzählt Hartmann. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
"Die Arbeit mit den Jugendlichen ist auf Augenhöhe", erzählt Hartmann. VN/Steurer

Nach langer coronabedingter Pause ist es wieder möglich zu demonstrieren. Hartmann hält das für sehr wichtig, denn so kann Druck auf die Politiker ausgeübt werden. „Wir haben es geschafft, dass wir weiterhin das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung gehalten haben. Der wichtigste Beitrag ist meiner Meinung nach das Demonstrieren und Streiken“, erzählt der FFF Koordinator. Der Dornbirner sieht sich und andere Aktivisten dabei als eine Art Sprachrohr für den Planeten. „Wir machen aufmerksam, dass es so nicht weitergehen kann. In der Umsetzung brauchen wir aber die Experten“, so Johannes Hartmann.

FFF als Ausrede zum Schwänzen?

Oft wird den Jugendlichen vorgeworfen, dass Fridays for Future eine Ausrede wäre, um die Schule zu schwänzen. Der 26-Jährige teilt diese Meinung nicht, denn die Schüler müssten erstmal darum kämpfen, um an den Demonstrationen teilnehmen zu dürfen. „Sie müssen mit ihrem Lehrer darüber diskutieren und ihre Eltern davon überzeugen. Sie können nicht einfach nicht in die Schule gehen und erwarten, dass das toleriert wird. Die meisten, die mit uns auf der Straße mitgehen, brennen für das Thema Klimaschutz. Und das Verpasste in der Schule müssen sie natürlich nachholen“, berichtet er. Außerdem gibt es auch Aktionen von FFF, die nicht während der Schulzeit stattfinden. So sind die Aktivisten einmal eine ganze Woche mit Fahrrädern durch Dornbirn gefahren, Tag und Nacht, als eine Art Protest.

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Der Fridays-for-Future-Koordinator, während er eine Rede hält. Privat

Beruflich engagiert sich der Dornbirner als Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger. Im Herbst beginnt Johannes Hartmann sein Studium, wahrscheinlich Umwelt und Bio-Ressourcen-Management. Bis zum Beginn des Studiums wird der Dornbirner einiges zu tun haben, da er einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für die Fridays-for-Future-Koordination organisieren muss, denn wie er sagt: „Die Klimakrise wird nicht weniger.“