Aaron Wölfling (20) zum Dornbirner Stadtrat gewählt

Fridays-for-Future-Aktivist künftig für Jugend und interkulturelles Zusammenleben zuständig.
Dornbirn Er ist 20 Jahre alt und in der Dornbirner Stadtregierung künftig für die Jugendagenden zuständig: Aaron Wölfling (Grüne) wurde in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstagabend zum Stadtrat gewählt und tritt damit die Nachfolge des zurückgetretenen Martin Hämmerle an. Dass er der jüngste Stadtrat ist, betrachte er als ein tolles Zeichen. „Junge Leute können dann einen Unterschied machen, wenn sie merken, dass sie gemeinsam etwas verändern können“, gab der Fridays-for-Future-Aktivist an, als er am Donnerstag nach seiner Wahl ans Rednerpult trat.
„Gerade deine Jugend legitimiert dich, eine starke Stimme zu sein, auch für den Klimaschutz“, gratulierte ihm seine Fraktionschefin Juliane Alton, „das Engagement ist da, das Wissen ist da, jetzt ist auch das Amt da“, freute sie sich über Wölflings Ernennung.
Der Stadtratsposten stand laut Gemeindegesetz den Grünen zu, bei der Wahl galten alle Stimmen, die nicht auf den Grünen-Vorschlag entfielen als ungültig. So reichten Wölfling 18 Stimmen, genauso viele hatten ihm bei der geheimen Wahl jedoch die Stimme nicht gegeben.
Interkulturelles statt Schule
Aaron Wölfling erbt zwar das Amt, bekommt aber nicht die gleichen Zuständigkeiten wie sein Vorgänger Hämmerle. Zwar wird der 20-Jährige für Jugendbeteiligung zuständig sein, das Schulressort aber wandert zur Energie- und Digitalstadträtin Karin Feurstein-Pichler (VP). Sie gibt wiederum ihr Ressort „Interkulturelle Zusammenarbeit“ an den Jungstadtrat ab.
Zuvor hatte der scheidende Stadtrat Martin Hämmerle bekannt gegeben, nun alle politischen Ämter, auch das des Stadtvertreters, abzugeben. In seiner Abschiedsrede bedankte er sich bei allen Unterstützern und kündigte an, sich künftig zwar im Hintergrund, aber dennoch mit seiner eigenen Meinung einbringen zu wollen. Hämmerle war in Kritik geraten, nachdem er im Gespräch mit den VN die Ausgrenzung von Menschen durch die 2G-Regel bemängelt und in diesem Zusammenhang die Frage „Wo beginnt der Faschismus, wo hört er auf?“ gestellt hatte.