Mordfall Janine G.: Was der jüngere Tatverdächtige zu sagen hat

Vorarlberg / 17.03.2022 • 16:00 Uhr
Mordfall Janine G.: Was der jüngere Tatverdächtige zu sagen hat
An dieser Stelle im Lustenauer Ried wurde das Mordopfer abgelegt. Der jüngere Tatverdächtige sagt, er habe mit dem Mord nichts zu tun. VN/Sohm/Steurer/rauch

19-Jähriger schiebt Schuld von sich. Er sei vom Täter zu Opferbeseitigung genötigt worden.

Lustenau In die Umstände des Tötungsdelikts an der 30-jährigen Janine kommt Licht. Sanjay Doshi (46), Anwalt des jüngeren Tatverdächtigen, gibt die Darstellung seines Mandanten wider. Eines stellt Doshi an den Beginn seiner Erläuterungen: „Mein Mandant hat die Tat nicht begangen. Er hat mit dem Mord nichts zu tun. Er befand sich zum Tatzeitpunkt zwar in der Tatwohnung, war in die schrecklichen Ereignisse jedoch nicht verwickelt.“

„Mein Mandant hat die Tat nicht begangen. Er hat mit dem Mord an der Frau nichts zu tun.“

Sanjay Doshi, Anwalt des 19-jährigen Tatverdächtigen

Laut Doshi sei der 19-jährige Lustenauer nach den fatalen Geschehnissen unter Schock gestanden und vom 25-jährigen Täter – es gilt die Unschuldsvermutung – genötigt worden, bei der Wegschaffug der Leiche zu helfen. „Mein Mandant hat sich dann jedoch aus dieser Situation befreien können. Er war bei der Ablegung der Leiche im Ried definitiv nicht dabei.“

Einblick in Handy-Daten

Um das beweisen zu können, hat Doshi bei der Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Einblick in die Handy-Daten der beiden Tatverdächtigen gestellt. Die Bewegungsprofile in der Zeit rund um die Tat sollen belegen, dass der 19-Jährige nicht am Ort der Leichenablegung war. Der Anwalt wartet auch gespannt auf das Ergebnis anderer Untersuchungen, zum Beispiel darauf, wie lange die Leiche im Wasser lag.

Erkenntnisse liegen vn.at auch über den Verlauf des schicksalhaften Abends vom Donnerstag, den 3. März, vor. Demnach befanden sich die beiden Tatverdächtigen mit dem späteren Opfer zuerst in der Wohnung einer anderen Person in Fußach. „Als diese Person müde geworden war, hat sie die drei anderen weggeschickt. Erst danach sind das Opfer und die zwei Männer in der Lustenauer Wohnung meines Mandanten gelandet“, berichtet Sanjay Doshi.

Was genau geschah?

Was genau in der Wohnung geschah, warum die Situation letztlich völlig eskalierte und in einer Tragödie endete, darüber gibt es offensichtlich noch einige Rätsel. Unter anderem steht die Vermutung im Raum, der mutmaßliche Täter habe dem Opfer Geld geschuldet. Das könne ein Motiv gewesen sein.

Wie vn.at. in Erfahrung brachte, handelt es sich beim 19-jährigen Lustenauer um den Spross einer angesehenen Familie. Der junge Mann sei irgendwann mit der Drogenszene in Kontakt gekommen und zog später von seinem Elternhaus in jene Wohnung, in der das Tötungsdelikt passierte.

Janine G. starb durch massive Gewalteinwirkung an Kopf und Hals.