Marco Büsel: Von Kind an ein begeisterter Funkenzünftler

Vorarlberg / 04.03.2022 • 12:00 Uhr
Marco Büsel: Von Kind an ein begeisterter Funkenzünftler
Marco Büsel ist stolz auf sein 27-köpfiges Team.

Marco Büsel und sein Team sorgen dafür, dass in dem Bergdorf Kehlegg alljährlich ein Feuerspektakel stattfindet.

Dornbirn/Kehlegg Marco Büsel (36) wurde in Kehlegg groß, einem kleinen Bergdorf oberhalb von Dornbirn. Dort oben kennt jeder jeden. „Ich bin mit dem ganzen Dorf aufgewachsen.“ So gut wie alle Kinder in dem idyllischen 500-Seelen-Dorf waren seine Spielkameraden. „Wir konnten tun und lassen, was wir wollten.“ Marco erinnert sich, „dass wir oft im Wald waren und viel Blödsinn gemacht haben“. Der 36-Jährige schmunzelt. „Wir haben Bäume umgesägt, Baumhütten gebaut und Höhlen gegraben.“

Als Kind spielte Marco Büsel oft im Wald.
Als Kind spielte Marco Büsel oft im Wald.

Marco, der heute Vater von drei Kindern ist, kann auf eine schöne Kindheit zurückblicken. Denn: „Ich durfte Kind sein.“ Nicht wenige seiner Kindheitserinnerungen stehen mit dem Funkenbrauchtum in Verbindung. Marco war gerade eineinhalb Jahre auf der Welt, als sein Vater Markus 1987 die Kehlegger Funkenzunft gründete. „Meine Oma hat mich als Kleinkind zum Funkenplatz mitgenommen“, erinnert er sich vage, auch dass er damals fasziniert ins Feuer starrte. Durch seinen Vater und seine drei Brüder wuchs der Bub ins Funkenleben hinein. Mit neun Jahren baute Marco mit anderen Buben erstmals einen (Kinder)Funken. Es bescherte ihm ein Glücksgefühl, als er sah, wie dieser schön abbrannte.

Marco Büsel leitet seit 2010 die Kehlegger Funkenzunft.
Marco Büsel leitet seit 2010 die Kehlegger Funkenzunft.

Die Kunst des Funkenbauens lernte Marco „durchs Zuschauen und Mitschaffen“. Das Funkenbauen begeistert Marco, genauso wie die Kameradschaft und der Zusammenhalt unter den Funkenbauern. „Man kann sich aufeinander verlassen.“ 17 Jahre lang führte sein Vater die Funkenzunft. Danach sorgten Marcos älterer Bruder Matthias und sein Cousin Bernd dafür, dass das Funkenbrauchtum in Kehlegg weitergeführt wurde. Aber nach zwei Jahren legten diese ihre Funktionen nieder. Das hatte zur Folge, dass in Kehlegg drei Jahre kein Holzturm brannte.

Marco und viele andere bedauerten dies sehr. „2009 traf ich mich mit mehreren Kollegen im Dorfgasthaus. Wir merkten, wie uns der Funken fehlte, da wir von klein auf immer mit dabei waren. Also beschlossen wir, die Funkenzunft wieder zum Leben zu erwecken.“ Marco stellte sich als Obmann zur Verfügung, sein Bruder Andreas als Vize-Obmann. „Papa war am Anfang nicht begeistert, weil er weiß, dass man viel Verantwortung trägt. Aber heute ist er stolz auf uns und gibt uns gute Tipps.“

Das Werk ist volbracht. Stolz posieren die Kehlegger Funkenbauer vor ihrem Funken.
Das Werk ist volbracht. Stolz posieren die Kehlegger Funkenbauer vor ihrem Funken.

Dank dem Engagement der 27-köpfigen Funkenzunft hat Kehlegg seit 2010 wieder alljährlich sein Feuerspektakel an der Viehweide. Im Vorjahr musste es jedoch pandemiebedingt abgesagt werden. „Das hat uns sehr weh getan.“ Heuer jedoch wird er wieder brennen, der 12-Meter-hohe Funken der Kehlegger. „Darauf freut sich unsereins das ganze Jahr“, sagt Marco, der mit seinem Team schon seit Wochen darauf hinarbeitet. Dem Brauchtum zuliebe stellt der begeisterte Koch sogar seinen Beruf hintan und konsumiert Urlaub.