Ludesch investiert in Kindercampus und Gmeiner Huus

Verschuldung der Gemeinde Ludesch wird nach elf Jahren des Sparens erstmals wieder ansteigen.
Ludesch Nach den hohen Investitionen für das Gemeindezentrum und das Sozialzentrum lag die Verschuldung der Gemeinde Ludesch im Jahr 2010 auf dem Rekordhoch von 20 Millionen Euro bzw. 5821 Euro pro Kopf der Wohnbevölkerung. Die durchschnittliche Verschuldung von Vorarlbergs Gemeinden lag damals bei 1884 Euro – die von Ludesch also rund 270 Prozent darüber. Seither konnte der Schuldenstand bis Ende 2021 sukzessive um fast 60 Prozent auf 2341 Euro pro Kopf reduziert werden, was in etwa dem Schnitt der Ländle-Gemeinden entspricht (Vorarlberg-Zahlen liegen nur bis 2019 vor). Bis zum Jahresende steigt die Pro-Kopf-Verschuldung wieder leicht auf 2.441 Euro an.
Darlehen für Kindercampus
Diese Zahlen präsentierte Bürgermeister Martin Schanung im Februar der Gemeindevertretung. Mit dem großen Vorhaben „Kindercampus“ wird die Verschuldung in den nächsten Jahren ansteigen: Im Budget 2022 ist für dieses Projekt nur eine erste Tranche von 712.000 Euro berücksichtigt. „Wir werden in den nächsten Jahren noch weit höhere Beträge dafür reservieren müssen. Doch es ist ja nicht so, dass wir das Geld sinnlos ausgeben“, betonte Martin Schanung bei der Budgetsitzung. „Wir investieren mit der neuen Volksschule und der erweiterten Kinderbetreuung direkt in die Zukunftschancen unserer Kinder“, erklärte Schanung. Dass es sinnvoll ist, dafür Darlehen aufzunehmen, wurde von der Gemeindevertretung vollumfänglich mitgetragen.
Im Budget 2022 ist auch die zweite Bauetappe beim Gmeiner Huus mit rund 620.000 Euro eingeplant, wobei ein Teil davon vom EU- Leaderprogramm gefördert wird. Für das neue Feuerwehrauto sind 475.000 Euro veranschlagt. Bei den laufenden Ausgaben schlagen die Bereiche Unterricht, Erziehung und Sport mit 1,34 Millionen Euro zu Buche. In den Bereich Soziales werden 938.000 Euro investiert, in Gesundheit nochmals 878.000 Euro. Für Straßen, Wasserbau und Verkehr werden 542.000 Euro, für die Sicherheit weitere 337.000 Euro ausgegeben. Für Kunst und Kultur sind 211.000 Euro vorgesehen.
Insgesamt sieht das Gesamtbudget Einnahmen von 9.776.000 Euro und Ausgaben von 9.702.000 Euro vor. 110.000 Euro sollen außerdem in das „Sparkässele“ der Gemeinde, die sogenannten „Tilgungsrücklagen“ fließen. Die Gemeindevertreter stimmten einstimmig dem Budget zu.