Klösterle blickt in die Zukunft

Die Gemeinde arbeitet an einer neuen Wasserversorgung und einem neuen Entwicklungsplan.
KLÖSTERLE Neben den laufenden Aufgaben stehen zwei Großprojekte im Mittelpunkt der kommunalen Arbeit, wofür die Gemeindevertretung von Klösterle die notwendigen Beschlüsse gefasst hat. Einmal geht es um die Erarbeitung eines Gemeindeentwicklungskonzepts und der Erstellung des gesetzlich vorgeschriebenen Räumlichen Entwicklungsplans (REP). Das zweite Großprojekt ist die Erweiterung der Wasserversorgungsanlage, ausgehend von der Parzelle Sand bis zur Parzelle Hof mit der Erneuerung der Quellableitung aus den Langener Quellen.
Klösterle in zehn Jahren
Im vergangenen September wurde in der Sitzung der Gemeindevertreter mit dem Beschluss zur Erstellung eines Räumlichen Entwicklungsplans (REP) nicht nur eine Vorgabe des Landes Vorarlberg erfüllt, sondern auch der Grundstein für eine zielgerichtete Gemeindeentwicklung in den kommenden zehn Jahren gelegt. Die Erstellung des REP wird innerhalb der nächsten 1,5 bis 2 Jahre stattfinden, in denen die Bevölkerung zur aktiven Beteiligung eingeladen wird. Für die fachliche Begleitung des Projekts konnte die im alpinen Raum erfahrene Landschaftsplanerin DI Angelika Manner gewonnen werden.
Wie sollen sich Wirtschaft und Tourismus entwickeln? Und was braucht es für den Erhalt und die Weiterentwicklung eines lebendigen Ortszentrums? Diese und weitere Fragen werden im Laufe des Projektprozesses diskutiert. Sie sind wichtig, um aussagekräftige Lösungen zu finden. Die Tragfähigkeit eines zukunftsfähigen Gemeindeentwicklungskonzepts hängt vor allem von der Mitgestaltung der Bevölkerung ab, weshalb bereits eine Arbeitsgruppe von über 20 Personen einberufen wurde, um verschiedene Gesellschaftsbereiche, Interessen und Sichtweisen zu vertreten. „Jede Bewohnerin und jeder Bewohner kennt den Lebensalltag in der Gemeinde, daher sind alle eingeladen, sich aktiv an diesem Entwicklungsprozess zu beteiligen,“ sagt Bürgermeister Florian Morscher. In den kommenden Monaten soll es mehrere Beteiligungsbausteine geben.
Erweiterung Wasserversorgung
Die Errichtung und Instandhaltung einer sicheren und verlässlichen Trink- und Löschwasserversorgung gehört zu den wichtigsten Aufgabenbereichen der Gemeinden. Für die Wasserversorgungsanlage Klösterle sind in den kommenden Jahren umfangreiche und dringende Sanierungsarbeiten vorgesehen. Diese sind deshalb notwendig, weil das über 40 Jahre alte Leitungsnetz einige undichte Stellen aufweist, was zu beträchtlichen Wasserverlusten führt. Deshalb sind auch die Druckverhältnisse bei Löschwasserentnahmen nicht ausreichend. Neben dem Austausch bestehender Leitungen soll das Netz durch zusätzliche Leitungen ausgebaut werden. Etwa ein Drittel der Leitungen soll bestehen bleiben.
Zu Beginn des Projekts soll im Ortsteils Sand mit dem Austausch der Wasserleitungen begonnen und bis zum Wäldletobel gearbeitet (Bauzeit Herbst 2022) werden. Von dort erfolgt der Leitungsbau zum Hochbehälter Hof und unter der Alfenz zum Badeteich Almwasserpark. Zusätzlich wird in dieser Bauphase die alte Quellableitung erneuert, die das Quellwasser von den Oberlangener Quellen bis in den Hochbehälter Hof leitet. Von dort aus erfolgt die Versorgung der Ortsteile Klösterle bis Danöfen.
Zum Schluss ist die Sanierung des Hochbehälters „Hof“ geplant. Die Maßnahmen umfassen die Sanierung der Betonoberflächen in den beiden Wasserkammern, die Feuchtigkeitsabdichtung und Wärmedämmung am Behälter außen und die Erneuerung der Installation in der Schieberkammer. Das Quellwasser wird künftig auch über eine Entkeimungsanlage geleitet, in der durch Bestrahlung mit UV-Licht allfällige bakterielle Belastungen entfernt werden können. Das für die Wasserversorgung nicht benötigte Überwasser wird direkt der Druckleitung des Kleinwasserkraftwerks „Blisadona“ zur Stromerzeugung zugeführt. Der Behälter fasst 500 Kubikmeter, wovon künftig 200 Kubikmeter als sogenannte Löschwasserreserve dienen.
Das Gesamtprojekt soll in den kommenden fünf bis sechs Jahren ausgeführt werden und umfasst in Summe 4,7 Kilometer Hauptleitungen, rund 2,7 Kilometer Hausanschlüsse und 1,2 Kilometer für die Quellableitung. Die Gesamtinvestitionen liegen bei rund 4 Millionen Euro. Diese werden vom Land Vorarlberg und vom Bund mit ca. 50 Prozent in Form von Finanzierungszuschüssen gefördert. MEK