Diese Vögel flattern am häufigsten durch Vorarlbergs Gärten

Rekordbeteiligung bei der diesjährigen Wintervogelzählung. Die Anzahl der gezählten Vögel pro Garten stagnierte allerdings.
Schwarzach In Vorarlbergs Gärten sind wieder mehr Vögel anzutreffen. Dabei überraschen vor allem die Kohl- und Blaumeisen, die nach dem Ausbleiben im Vorjahr wieder vermehrt zu beobachten waren.
„Aufgrund des Mastjahrs der Waldbäume und der daraus resultierenden hohen Verfügbarkeit an Baumsamen waren die Meisen im Vorjahr weniger im Siedlungsraum anzutreffen“, erklärt Ornithologin Johanna Kronberger.

Diese Beobachtung geht aus dem Endergebnis der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ hervor, zu der BirdLife Österreich aufgerufen hat. Zwischen dem 6. und 9. Jänner konnten Vogelfreunde die gefiederten Tiere an der eigenen Futterstelle, im Garten, Park oder am Balkon zählen und an die Schutzorganisation melden – die VN berichteten. In Vorarlberg war der Haussperling der mit Abstand am häufigsten beobachtete Wintervogel (4300 Tiere), gefolgt von der Kohlmeise (2430), die nur knapp vor der Amsel auf Platz 3 (2360) rangiert.




Einen erfreulichen Zuwachs konnte bei den Teilnehmenden beobachtet werden. „Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen mitgemacht haben und damit die Datenlage verbessern“, sagt BirdLife-Expertin Kronberger im Hinblick auf die 900 Vorarlberger Vogelfreunde, die sich bei dem Projekt beteiligten. Das waren 12 Prozent mehr als im Rekordjahr 2021. Sie zählten durchschnittlich 26 Vögel pro Garten, was deutlich unter dem Österreichschnitt mit 31 Vögel pro Garten liegt.
Bedenklicher Rückgang
Langfristig sei ein Rückgang der Wintervögel in Vorarlberg zu beobachten, erklärt die Ornithologin. „Wir merken, dass die Zahlen der Vogelpopulationen zurückgehen, was verschiedene Ursachen haben kann. Es gilt dies weiter zu beobachten.“ Prinzipiell konnte BirdLife einen Zusammenhang zwischen Winterhärte und Anzahl der gemeldeten Vögel feststellen. Je kälter und schneereicher der Winter, umso mehr Vögel kommen zum Futterhaus.
Weitere Erklärungsansätze für den Rückgang der gefiederten Tiere sind ein geringerer Zuzug von Vögeln aus dem Norden oder Nordosten Europas aufgrund milderer Winter wie auch eine mögliche bessere Nahrungsverfügbarkeit ebendort. Und auch die ungebremste Bodenversiegelung, der zunehmende Verlust alter Baumbestände und eine naturferne Gartengestaltung spielen eine Rolle, warum kontinuierlich weniger Vögel im winterlichen Siedlungsraum gezählt werden.