Diese Vögel flattern am häufigsten durch Vorarlbergs Gärten

Vorarlberg / 24.01.2022 • 18:00 Uhr
Diese Vögel flattern am häufigsten durch Vorarlbergs Gärten
Mit 900 Vogelbeobachtern aus Vorarlberg gab es 2022 eine Rekordbeteiligung bei der “Stunde der Wintervögel”. Birdlife

Rekordbeteiligung bei der diesjährigen Wintervogelzählung. Die Anzahl der gezählten Vögel pro Garten stagnierte allerdings.

Schwarzach In Vorarlbergs Gärten sind wieder mehr Vögel anzutreffen. Dabei überraschen vor allem die Kohl- und Blaumeisen, die nach dem Ausbleiben im Vorjahr wieder vermehrt zu beobachten waren.

„Aufgrund des Mastjahrs der Waldbäume und der daraus resultierenden hohen Verfügbarkeit an Baumsamen waren die Meisen im Vorjahr weniger im Siedlungsraum anzutreffen“, erklärt Ornithologin Johanna Kronberger.  

Ornithologin Johanna Kronberger freut sich über die vielen Teilnehmer.
Ornithologin Johanna Kronberger freut sich über die vielen Teilnehmer.

Diese Beobachtung geht aus dem Endergebnis der diesjährigen „Stunde der Wintervögel“ hervor, zu der BirdLife Österreich aufgerufen hat. Zwischen dem 6. und 9. Jänner konnten Vogelfreunde die gefiederten Tiere an der eigenen Futterstelle, im Garten, Park oder am Balkon zählen und an die Schutzorganisation melden – die VN berichteten. In Vorarlberg war der Haussperling der mit Abstand am häufigsten beobachtete Wintervogel (4300 Tiere), gefolgt von der Kohlmeise (2430), die nur knapp vor der Amsel auf Platz 3 (2360) rangiert.  

Platz 1 in Vorarlberg: Der Haussperling ist ein Gebäudebrüter. Weil viele alte Gebäude abgerissen oder saniert werden, fehlen die Nistmöglichkeiten. Auch das Insektensterben macht ihm zu schaffen. 
Platz 1 in Vorarlberg: Der Haussperling ist ein Gebäudebrüter. Weil viele alte Gebäude abgerissen oder saniert werden, fehlen die Nistmöglichkeiten. Auch das Insektensterben macht ihm zu schaffen. 
Platz 2 geht an die Kohlmeise: Österreichweit flatterte der Anpassungskünstler Kohlmeise auf den ersten Platz.
Platz 2 geht an die Kohlmeise: Österreichweit flatterte der Anpassungskünstler Kohlmeise auf den ersten Platz.
Die Amsel wurde mit der Bronzemedaille belohnt.
Die Amsel wurde mit der Bronzemedaille belohnt.
Platz 4 geht an den Buchfink, der dieses Jahr wieder häufiger zu beobachten war. Buchfinken suchen ihr Futter überwiegend am Boden. <p class="infozeile">
Platz 4 geht an den Buchfink, der dieses Jahr wieder häufiger zu beobachten war. Buchfinken suchen ihr Futter überwiegend am Boden.

Einen erfreulichen Zuwachs konnte bei den Teilnehmenden beobachtet werden. „Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen mitgemacht haben und damit die Datenlage verbessern“, sagt BirdLife-Expertin Kronberger im Hinblick auf die 900 Vorarlberger Vogelfreunde, die sich bei dem Projekt beteiligten. Das waren 12 Prozent mehr als im Rekordjahr 2021. Sie zählten durchschnittlich 26 Vögel pro Garten, was deutlich unter dem Österreichschnitt mit 31 Vögel pro Garten liegt. 

Bedenklicher Rückgang

 Langfristig sei ein Rückgang der Wintervögel in Vorarlberg zu beobachten, erklärt die Ornithologin. „Wir merken, dass die Zahlen der Vogelpopulationen zurückgehen, was verschiedene Ursachen haben kann. Es gilt dies weiter zu beobachten.“ Prinzipiell konnte BirdLife einen Zusammenhang zwischen Winterhärte und Anzahl der gemeldeten Vögel feststellen. Je kälter und schneereicher der Winter, umso mehr Vögel kommen zum Futterhaus.

Weitere Erklärungsansätze für den Rückgang der gefiederten Tiere sind ein geringerer Zuzug von Vögeln aus dem Norden oder Nordosten Europas aufgrund milderer Winter wie auch eine mögliche bessere Nahrungsverfügbarkeit ebendort. Und auch die ungebremste Bodenversiegelung, der zunehmende Verlust alter Baumbestände und eine naturferne Gartengestaltung spielen eine Rolle, warum kontinuierlich weniger Vögel im winterlichen Siedlungsraum gezählt werden. 

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Hier klicken für die Ergebnisse der “Stunde der Wintervögel 2022” in Vorarlberg im Detail.