Warum Alexandra Hefel eine starke Frau mit großem Herzen ist

Hilfsorganisation zeichnet Alexandra Hefel für besonderes Engagement aus.
BREGENZ Wird Alexandra Hefel von Menschen in einer Notlage kontaktiert, lässt sie alles stehen und liegen und hilft – sofort und ohne bürokratische Hürden. Primär ist die 41-jährige Bregenzerin für „Stunde des Herzens“ im Einsatz. Für die Vorarlberger Hilfsorganisation, die sich um kranke, behinderte und sozial benachteiligte Kinder sowie um von Altersarmut Betroffene kümmert, sammelt sie Lebensmittel, Tierfutter, Gutscheine und Geld.
Alexandra ist aber auch für Menschen da, die sie persönlich kontaktieren, wenn sie dringend Hilfe benötigen. Sie versorgt etwa in Not geratene Mütter mit Nahrungsmitteln und anderen Dingen, die man zum Überleben braucht. Was diese Frauen durchmachen, kann Alexandra nachempfinden. Sie selber ist alleinerziehende Mutter von drei minderjährigen Kindern und war einmal in einer Notlage: „Darum weiß ich, wie es ist, wenn es einem schlechtgeht.“

Vor drei Jahren führte Alexandra Hefel eine Hygieneartikel-Sammelaktion fürs Frauenhaus durch. „Die übriggebliebenen Sachen – und das waren viele – gab ich Kerstin Bösch, der Vizeobfrau von ‚Stunde des Herzens‘“, erzählt sie. „Der Verein hat mir nämlich damals geholfen, als ich in einer schwierigen Situation war.“
Ganz viel Herz
Es gibt indes einen weiteren wesentlichen Grund, weshalb sich Alexandra Hefel für „Stunde des Herzens“ einsetzt: „Weil ich bei den Menschen, die dort mitarbeiten, viel Wärme und ganz viel Herz spüre, und weil ich weiß, dass dort alles Gespendete 1:1 bei den Bedürftigen ankommt.“
Zu ihren ersten Aktionen für den Verein zählt die letztjährige Weihnachtssammlung. „Es kamen wahnsinnig viele Pakete mit Sachen für den täglichen Gebrauch bei mir an, aber auch Gutscheine und Geldspenden“, schildert sie. Im März kamen durch ihre Geldspendenaktion fast 1000 Euro zugunsten eines von „Stunde des Herzens“ betreuten krebskranken Kindes zusammen. Große Freude herrscht nun über das Ergebnis ihrer diesjährigen Weihnachtssammlung: Gutscheine im Wert von 5280 Euro, zahlreiche Sachspenden, eine Schlittenfahrt, Reittherapie und vieles mehr.

Besonders am Herzen liegt Alexandra das Projekt Altersarmut: „Es geht darum, ältere benachteiligte Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen“, erklärt sie. „Betroffen sind vor allem Frauen.“ Als sie zum ersten Mal Joe Fritsche bei einer Verteilung begleitete, „konnte ich es nicht fassen, dass Menschen in unserem reichen Land so existieren müssen“. Da beschloss sie, aktiv mitanzupacken. Seitdem organisiert sie Sammelaktionen und bewirbt diese über soziale Medien: „Unglaublich, die vielen Reaktionen!“ Für ihr besonderes Engagement wurden Alexandra Hefel von „Stunde des Herzens“-Obmann Joe Fritsche der Menschlichkeits-Award und ein „Herzengel“ verliehen. Die Auszeichnungen bedeuten Alexandra viel, „denn sie sind eine Anerkennung für das, was ich tue, und dass das auch ankommt“.
Beiläufig erwähnt die umtriebige Frau, sie habe vor fünf Jahren im Kinderdorf Vorarlberg ein Ehrenamt mit Kindern übernommen – sie betreut ein Wochenende pro Monat zwei Kinder aus einer Familie, die Unterstützung benötigt. Zudem absolviert Alexandra derzeit eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin: „Das ist mein Traumjob.“ Angebote hat sie bereits.
Wie schafft man das alles als Alleinerzieherin? „Ganz einfach“, antwortet sie, „wenn man gut einteilt, ist alles machbar.“ HRJ
Zur Person
Alexandra Hefel
Geboren 26. August 1980
Wohnort Bregenz
Laufbahn Musikhauptschule, 3 Jahre HAK, gelernte Bürokauffrau, Ausbildung zur Fitnesstrainerin
Hobbys Wandern, Gitarre spielen und singen mit ihren Kindern
Familie Mutter von Jerome (11), Raphael (9) und Jessica (8).
Motto Behandle andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest.