Geschichten vom „Großwerden“: Vorarlberger erinnern sich an ihre Kindheit

Vorarlberger Kinderdorf feiert Jubiläum auf besondere Art.
BREGENZ Vor 70 Jahren erfolgte die Gründung des Vorarlberger Kinderdorfs durch Pfarrer Hugo Kleinbrod. Viel ist seit damals geschehen, doch viele Kinder und ihre Familien benötigen immer noch Unterstützung und Aufmerksamkeit, und zwar die der ganzen Gesellschaft. Deshalb wird das Jubiläum statt mit einem großen Fest mit einer breiten Initiative gefeiert. Sie steht unter dem Titel „Wir KINDER VORarlbergs!“.
Dafür hat das Vorarlberger Kinderdorf Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen eingeladen, von dem zu erzählen, was ihnen Perspektiven gab und wer dahinter stand. Zahlreich melden sie sich nun zu Wort. Sie berichten offen über das, was ihnen gutgetan und sie ermutigt hat. Entstanden ist daraus ein buntes Mosaik aus kleinen Porträts, die mit einem individuellen und ganz persönlichen Blick zurück den Weg in die Zukunft weisen.
Die Geschichten vom „Großwerden“ erzählen von Chancen, die geschenkt wurden, von Beziehungen, die auf eigene Art Perspektiven eröffneten und dazu beitrugen, dass Kinder ihre Talente und Fähigkeiten entfalten und sich für die Welt öffnen können. Sie alle zeigen aber auch, wie facettenreich die Zukunft ist und wie sehr es sich lohnt, Kinder zu bestärken, an ihren Träumen festzuhalten.
Den Worten sollen jedoch auch Taten folgen und konkrete Projekte verwirklicht werden, mit denen Kinder unterstützt und bereichert werden. Ob es eigene Ideen sind oder laufende Aktionen des Vorarlberger Kinderdorfs unterstützt werden, man freut sich über jede Beteiligung an der Initiative. VN-MM
Jeder kann Perspektivengeber werden: kinder-vor@voki.at, Tel. 05574 4992-9011, Blog mit Geschichten und Projekten: www.wir-kinder-vorarlbergs.at

Er war ein Bub voll unbändiger Energie, zumeist zu finden auf dem Spielplatz vor dem Haus. Dass sich sein Traum erfüllte, Fußballprofi zu werden, verdankt er seinen Eltern: „Sie haben mich immer ermutigt und unterstützt.“ Philipp Netzer


Frech sei sie gewesen und Bäuerin wollte sie werden, erzählt Angelika Hagspiel. Denn auf dem Bauernhof der Großeltern fand sie in ihren ersten sechs Lebensjahren Heimat und erfuhr bedingungslose Liebe. Angelika Hagspiel


Seine Mutter weckte sein Interesse am Schicksal anderer Menschen, sein Deutschprofessor erkannte seine rhetorischen Fähigkeiten und förderte seine Fabulierlust. Diese zwei Personen sorgten maßgeblich dafür, dass aus einem kleinen ein großer Geschichten-Erzähler wurde. Reinhard Haller


George wusste bereits in der vierten Klasse, was er später machen will – fürs Radio arbeiten und in einer Band spielen. Immer schon hatte er seine Ziele klar vor Augen. Dass er viele seiner Träume verwirklichen konnte, verdankt er ganz wesentlich seiner außergewöhnlichen Stimme. George Nussbaumer


Ihr Onkel und ihr Lektor an der Uni waren für Eva Häfele Leitfiguren, die ihr neue Welten eröffneten. Sie inspirierten sie, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Eva Häfele


Der Sound der Kindheit
Ihr Lieblingsplatz war das Geschäft der Mutter und das Lachen des Vaters für Karin Böhler das schönste Geräusch der Welt. „Mein Papa hatte ein wunderbares Lachen und gab mir damit das Gefühl, mit Kraft mein Leben zu meistern“. Karin Böhler


„Gib nicht so viel auf Äußerlichkeiten“, würde sie sich im Rückblick raten. Kindern Perspektiven zu schenken, ist der Juristin wichtig: „Weil sie das für ein gesundes Selbstbewusstsein brauchen.“ Auf der Rangliste ihrer Perspektivengeber landet ihr Hauptschullehrer auf Platz eins. Cornelia Leitner


Er war kein besonders guter Schüler, Karriere machte er trotzdem: Martin Ohneberg wurde als Kind darin bestärkt, seine Ziele zu verfolgen und lernte, mit Rückschlägen umzugehen. Martin Ohneberg


Aus dem schüchternen Kind wurde eine mutige, selbstbewusste Frau: Es war ihre Lehrerin, die ihr dabei geholfen habe, meint die Keramik- und Objektkünstlerin Maria Jansa, die ihre Kindheit zwischen der Bildhauerwerkstatt ihres Vaters und der Schuhmacherei ihres Großvaters verbrachte. Maria Jansa


Sein Mut ist legendär und kommt nicht von irgendwoher. Stets gaben seine Eltern Aaron Stöckl die Freiheit, sich in vielem auszuprobieren. Darüber hinaus spielte eine „Liste“ eine bedeutende Rolle im Leben des Tätowierers und Künstlers. Aaron Stöckl


Hans-Peter Ludescher wuchs in einem sehr behüteten Elternhaus in Weiler auf. Gerne denkt er an seine Kindheit mit großen Familientreffen, Freiheit und Fußball zurück. Doch es waren zwei Menschen außerhalb der Familie, die das Leben des Landespolizeidirektors entscheidend beeinflussten. Hans-Peter Ludescher
