Drei Pionierinnen am Anfang

Ein Jubiläum der besonderen Art: 30 Jahre Frauenpower bei der Vorarlberger Polizei.
Bregenz Seit drei Jahrzehnten sorgt auch die holde Weiblichkeit für die Sicherheit in Vorarlberg: Am 1. Jänner 1991 traten erstmals 13 Frauen in der damaligen Gendarmerieschule in Feldkirch die Grundausbildung für die Exekutive an.
Mit dabei: Drei Pionierinnen, die das Bild der Polizistin in Vorarlberg von Beginn an besonders geprägt haben. Revierinspektorin Karin Würbel vom Bezirkspolizeikommando in Bludenz, seit 18 Jahren selbst im Dienst der Polizei, hat sich mit dem Thema detailliert auseinandergesetzt. „Bei den drei Pionierinnen handelt es sich um Petra Wiedemann, die erste Polizeihundedienstführerin im Land. Auch Melanie Wieland hatte sich einen Namen gemacht. Nämlich als erste Exekutivbeamtin nicht nur in Vorarlberg, sondern auch österreichweit und im Bodenseeraum. Mit im Bunde ist auch Monika Weiss, dereinst die stellvertretende Leiterin der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität und ab 2010 Lehrerin im Bildungszentrum der Sicherheitsexekutive in Feldkirch“, informiert Würbel.

Dass Polizistinnen beim Dienst in dieser offenbar so männlichen Domäne in nichts zurückstehen, konnten sie schon bald unter Beweis stellen. „Natürlich mussten sich die Frauen schon gleich ein dickes Fell zulegen“, sagt die Bludenzer Revierinspektorin.
Bundesweit höchster Frauenanteil
Mittlerweile sind rund 28 Prozent aller Exekutivbediensteten der Landespolizeidirektion (LPD) Vorarlberg weiblich. Bundesweit hat das Ländle damit mit Abstand den höchsten Frauenanteil. Derzeit sind 213 Frauen (33,7 Prozent) als eingeteilte Beamtinnen, 48 (17,6 Prozent) als dienstführende Beamtinnen und mit Tatjana Ratz eine Frau (vier Prozent) als leitende Beamtin und Offizierin tätig.

Doch nicht nur die Anzahl der Frauen im Exekutivdienst ist in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gestiegen, auch die Tätigkeitsfelder haben sich seither geändert. Zu Beginn waren die Beamtinnen überwiegend auf den Gendarmerieposten und später auf den Polizeiinspektionen sowie im Kriminaldienst tätig. Mit den Jahren fanden sich aber auch immer mehr Frauen in diversen Sonderverwendungen, wie etwa Diensthundeführerin, Alpin- und Verkehrspolizistin usw., wieder. Dabei sind sie ihren männlichen Kollegen in allen Bereichen und sämtlichen Belangen gleichgestellt.

Familie und Beruf
Immer mehr Frauen kommen bei der Polizei in Führungspositionen. Und dennoch: „Gerade in diesem Bereich herrscht noch Aufholbedarf“, bemerkt Karin Würbel und: „Die größte Herausforderung für die weiblichen Polizistinnen ist und wird auch in Zukunft sein, Familie und Beruf zu vereinbaren.“ Denn zahlreiche Beamtinnen sind auch Mütter.