Hier werden Kindheitserinnerungen geweckt

Christian Mair eröffnet in Bludenz eine neue Puppenwerkstatt.
Bludenz Ein wahrer Schatz schlummert in der Bludenzer Rathausgasse und wird nun von Christian Mair, bekannt als Oma Lilli, zu neuem Leben erweckt. Die Rede ist von Habakuks neuer Werkstatt, die seit Juli in Bludenz entsteht. Die feierliche Eröffnung findet am Freitag, 17. Dezember, ab 18 Uhr statt. Wer erinnert sich nicht an Kasperl, Tintifax, Helmi und Co., die bekannten Figuren aus der ORF Kindersendung „Am Dam Des“, die zwischen 1975 und 1997 ausgestrahlt wurde? Viele werden die bekannten Puppen mit schönen Kindheitserinnerungen verbinden. Ab sofort können die berühmten Fernsehfiguren in Bludenz hautnah erlebt werden.

Kraftort
Dank seiner guten Beziehung zu Arminio Rothenstein alias Clown Habakuk übergab dessen Witwe Christine Rothenstein dessen Vermächtnis vertrauensvoll an Christian Mair. Nachdem fast alle Figuren von Wien nach Vorarlberg übersiedelt worden waren, haben hunderte Puppen in der Rathausgasse auch eine Generalüberholung erhalten. In der Werkstatt werden die Figuren in akribischer Kleinarbeit restauriert und zu neuem Glanz erweckt. „Die Arbeit ist sehr aufwendig, da viele der Puppen zwischen 50 und 60 Jahre alt sind“, schildert Mair beim VN-Lokalaugenschein. „Die Werkstatt ist für mich aber zu einem richtigen Kraftort geworden. Hierher kann ich mich zurückziehen und Kraft tanken.“

Neben hunderten von Puppen kann Mair auch eine Vielzahl an Requisiten, Bühnenbilder, Zeitschriften sowie Originalkostüme von Clown Habakuk sein Eigen nennen. „Praktisch alle Puppen sind in Film- und Fernsehgeschichten aufgetreten. Dazu habe ich noch rund 400 eigene Puppen“, führt der gelernte Bäcker ins Treffen.
Ehrliches Publikum
Die Leidenschaft für Puppenspiele begleitet den gebürtigen Osttiroler schon ein Leben lang. Seit über 20 Jahren spielt er selbst Kasperltheater, ist dabei im ganzen Land und über die Grenzen hinweg unterwegs. „Kinder sind das ehrlichste Publikum“, sagt er. „Die Kraft und Magie, die die Puppen auf ihr Publikum ausüben, ist für mich immer noch sehr faszinierend. Das Leuchten der Kinderaugen ist für mich immer wieder aufs Neue Antrieb, weiterzumachen und meine Leidenschaft weiterzugeben.“

Der große Wusch Mairs ist es, die Schätze langfristig zu erhalten. Diesbezüglich laufen bereits die Pläne für eine Puppen-Erlebniswelt. Diese soll in der Museumswelt in Frastanz in der alten Holzwerkstatt entstehen. „Wir wollen dort die Puppen präsentieren, aber auch Führungen, Workshops und Aufführungen anbieten. Zudem ist es mir ein großes Anliegen, auch einen sozialen Schwerpunkt zu setzen“, sagt Mair, der gemeinsam mit Architektin Ursula Ender, Dieter Heidegger und Manfred Morscher von der Museumswelt bereits an der Konzeptionierung der neuen Puppen-Erlebniswelt arbeitet. Läuft alles nach Plan, soll diese rechtzeitig zur Langen Nacht der Museen im Oktober eröffnet werden. „Das wäre ein Lebenstraum, der für mich in Erfüllung geht“, so der leidenschaftliche Puppenspieler.

Öffentlich zugänglich
Zuvor wird nun aber die Puppenwerkstatt in Bludenz eröffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. „Auch hier wird es kleine Führungen geben. Außerdem kann man Restaurator August ‚Guggi‘ Swoboda bei der Arbeit über die Schulter schauen“, führt Mair aus. Wer Interesse hat, kann sich per E-Mail an buchung@habakuk.at informieren. Geöffnet ist die Werkstatt von Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr sowie sonntags von 13 bis 17 Uhr. SPOS
