Keine Lollipop-Tests an Vorarlbergs Kindergärten

Bei allen Testmöglichkeiten wird in Kindergärten und Spielgruppen auf Freiwilligkeit gesetzt, eine Verpflichtung gibt es bundesweit nicht.
Schwarzach In den Kindergärten und Schulen besteht ein hohes Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus, da viel Kontakt zu Gleichaltrigen besteht. Das Testen auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 beruht für die Kinder auf Freiwilligkeit, es gibt österreichweit keine einheitlichen Regelungen. In Salzburg unternimmt man einen neuen Anlauf für sogenannte Lollipop-Tests für Kinder in Kindergärten und Krabbelgruppen. Bei dieser Art von Test wird das Stäbchen wie ein Lolli im Mund gelutscht.
Bereits im Herbst kamen in Salzburg PCR-Lutscher-Tests zum Einsatz, diesmal sind es Antigen-Tests. Die Schnelltests seien zwar weniger genau, aber dafür einfacher zu handhaben. Das Land Salzburg erhofft sich dadurch eine höhere Teilnahmequote, denn bei den PCR-Tests im Oktober nahm nur etwas mehr als ein Viertel der Kindergarten-Kinder teil. Neben Salzburg setzen die Steiermark und das Burgenland auf Lollipop-Tests. Im benachbarten Bayern vertraut man sogar in Grundschulen auf PCR-Lollipop-Tests.

Vorarlberg setzt auf Eltern und Freiwilligkeit
In Vorarlberg sind derzeit keine Lollipop-Tests in den elementarpädagogischen Einrichtungen geplant, erklärt die zuständige Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) auf VN-Anfrage: „Unsere Teststrategie setzt auf die Selbsttest-Kits, die den Kindergärten von den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.“ Den Eltern werde empfohlen, dass sie die Antigen-Selbsttests mit ihren Kindern regelmäßig vor dem Gang in den Kindergarten durchführen.
Eine Verpflichtung zum Testen der Kinder unter sechs Jahren erachtet Landesstatthalterin Schöbi-Fink nicht für sinnvoll, auch weil die Pädagoginnen nicht befugt seien, die Tests durchzuführen und es vom Bund keine Verpflichtung für das Testen der Kindergarten-Kinder gibt. „Was die Lollipop-Tests betrifft, gibt es seitens der Landessanitätsdirektion Skepsis gegenüber deren Qualität.“ Derzeit gebe es keine größeren Cluster in Vorarlbergs Kindergärten und Spielgruppen, informiert Schöbi-Fink.
AK und Gewerkschaft schlagen Alarm
Erst Anfang Woche schlugen Arbeiterkammer und Gewerkschaftsbund wegen der Situation in den Kindergärten Alarm: Die Beschäftigten seien am Limit, der Aufwand in der Corona-Pandemie sei fast nicht mehr bewältigbar. Es sei nun endlich dringend eine bundeseinheitliche Teststrategie für die Kleinsten notwendig, einheitliche Sicherheitskonzepte für die Kindergärten und mehr Unterstützungspersonal, forderten ÖGB-Vizepräsidentin Korinna Schumann und AK-Präsidentin Renate Anderl. Die Situation des Personals in der ersten Bildungseinrichtung für Kinder sei „schon längst angespannt“, nicht erst seit der Pandemie, betonte Anderl. Es gehe um Personalmangel, Bezahlung und einen enormen Arbeitsdruck. „Die Pandemie hat diese Situation noch einmal verschärft.“