Wo ein Lichterlabyrinth zum Innehalten einlädt

Heuer fand wieder ein Stillegang durch das Lichterlabyrinth in Thüringen statt.
Thüringen „Wir freuen uns jedes Jahr auf den Stillegang im Lichterlabyrinth. Für uns gehört dieses stimmungsvolle Innehalten einfach in der Vorweihnachtszeit dazu“, zeigte sich Milica Peric, die mit ihren Töchtern Adrijana und Kristina zum Stillegang gekommen war, begeistert.
Als Treffpunkt der teilnehmenden Familien diente am vergangenen Montag der Pfarrhof in Thüringen. Dort wurden Kerzen in Schalen angezündet und Anni Leimser, die Initiatorin und Organisatorin des Lichterlabyrinths, hielt eine kurze Ansprache: „Mit dem Licht in der Hand gehen wir in Stille zum Pausenplatz der Volksschule, wo sich das Lichterlabyrinth befindet.“ Ursprüngliche Labyrinthe gibt es schon seit 2500 Jahren und führen immer in die Mitte, man kann sich darin also nicht verirren. „Sinnbildlich soll ein Labyrinth auch in die eigene Mitte führen, indem in Stille über die eigenen Wertevorstellungen und Ziele nachgedacht werden kann“, so Leimser.

Die Form einer Rose
Diese alte Tradition hat Anni Leimser wieder aufgegriffen. Irene Haid, die Schwester von Anni Leimser und ehemalige Volksschuldirektorin, erklärte: „Meine Schwester Anni und ich erstellen schon seit 15 Jahren ein Holzlabyrinth auf dem Pausenplatz der VS Thüringen. Damals war Anni Religionslehrerin bei uns an der Schule. Als begeisterte Labyrinth-Bauerin kam sie auf die Idee, ein Adventlabyrinth zu erstellen. Seither erstellen wir gemeinsam mit den Schulkindern der vierten Klasse jedes Jahr im Advent ein Holzlabyrinth.“ Das Holzlabyrinth hat jedes Jahr eine andere Form. Heuer ist es eine Rose, die im Mittelalter ein Symbol für Jesus war. Anni Leimser verwies bei der Legende „Als Maria durch den Dornwald ging“ auf eine besondere Bedeutung: „Überall dort, wo das Göttliche mit dem Alltag in Berührung kommt – wie es im Leben oftmals der Fall ist – da fängt auch Verdorrtes zu leben an.“


Reflexion über die kleinen Freuden des Lebens
Nach dem Gang zum Pausenplatz, der über den Pfarrgarten führte, wurde in aller Stille das Labyrinth begangen. Traditionell stand in der Mitte die Freudensäule. Diese dient als Erinnerung daran, dass es die kleinen Freuden sind, die oftmals zu wenig geschätzt werden und dabei dennoch einen wichtigen Teil der Lebensfreude ausmachen. Die Lichter in den Schalen wurden von den Teilnehmern im Labyrinth an verschiedenen Orten abgestellt, schlussendlich erstrahlte das Labyrinth und wurde immer heller. Die Familie Barbara, Nora und Konrad Bönig begleitete diesen Gang durch das Labyrinth musikalisch sehr passend, wie etwa mit dem Lied „Zünd ein Licht an“. BI
