Nachbarn verschärfen Maßnahmen

In der Schweiz und in Liechtenstein spitzt sich die Lage zu: Zumindest 2-G-Regel geplant.
SCHWARZACH Westlich von Vorarlberg spitzt sich die Corona-Lage zu. In der Schweiz und in Liechtenstein werden so viele Infektionen wie noch nie erfasst. Auch in den Spitälern gibt es zunehmend Engpässe. Der eidgenössische Kanton Waadt hat gestern die „nationale Krise“ ausgerufen. Das soll es erleichtern, Kapazitäten zur Behandlung von Patienten zu schaffen. In der Zentralschweiz müssen Spitäler bereits die Triage anwenden, können also nicht allen die Behandlung gewähren, die erforderlich wäre.
Im Fürstentum Liechtenstein liegt die Inzidenz bestätigter Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 1111. In Vorarlberg handelte es sich gestern bei sinkender Tendenz um 657. In Liechtenstein ist das Niveau seit mehreren Tagen konstant hoch. Die Folge ist, dass es nicht nur so viele Spitalspatienten gibt wie seit dem vergangenen Winter nicht mehr, sondern auch mehr und mehr Todesfälle zu beklagen sind. Im Dezember handelte es sich in dem kleinen Land um bisher sechs.

Für diese Woche kündigte die Regierung in Vaduz an, über „allfällige Verschärfungen“ zu informieren. Wie üblich will man sich an der Schweiz orientieren. Dort will der Bundesrat bis morgen klären, was kommen soll. Auf dem Tisch liegen zwei Varianten. Als Mindestlösung gilt eine 2-G-Regel für Veranstaltungen sowie Restaurants. Zugang werden demnach nur noch Genesene und Geimpfte haben. Für Fitnessstudios soll es zudem eine Testpflicht geben („2-G plus“). Möglich ist aber auch, dass Innenbereiche von Restaurants und Fitnessstudios geschlossen werden.
In der Schweiz bewegt sich die Inzidenz bestätigter Infektionen auf 800 zu, im Kanton St. Gallen liegt sie bei rund 1000. 110 Spitalspatienten mussten zuletzt behandelt werden, 20 davon intensivmedizinisch. „Die Lage ist sehr angespannt, aber noch kontrolliert“, berichtet Philipp Lutz vom Kantonsspital: „Es bleibt kaum Spielraum.“ Sicherheitshalber bereite man sich darauf vor, andere nicht dringend nötige Eingriffe „strukturiert zu reduzieren“.
Auch den Eidgenossen bereitet die Ausbreitung der neuen Virus-Variante Omikron Sorge. Der Epidemiologe Christian Althaus geht davon aus, dass sie bereits um Weihnachten dominant sein wird.
Weiterhin am Limit ist das medizinische Personal im süddeutschen Raum. Die Auslastung der Intensivstationen ist unverändert hoch. Das sollte sich jedoch ändern: Wie in Vorarlberg gehen die Infektionszahlen seit geraumer Zeit zurück.