Ein Feuerwehrauto aus Vorarlberg: Ein Einzelstück in Rot

In Rankweil entstehen Feuerwehrautos in echter Handarbeit.
Rankweil Geschäftiges Treiben herrscht in der langgezogenen Werkhalle direkt neben der A 14. An einem Ende entstehen die modularen Elemente eines Aufbaus, direkt daneben wird das Fahrgestell eines Lkw angepasst, dahinter der Aufbau mit einem Lkw-Fahrwerk verbunden. Die meisten Fahrzeuge in der Halle sind schon einen Schritt weiter: Rot an Rot reihen sich Logistik- und Löschfahrzeuge bei der Walser Gruppe aneinander.


Rund 40 Feuerwehrautos fertigt Walser jedes Jahr in Rankweil. “Jedes ist ein Einzelstück, wir sind ein echter Handwerksbetrieb”, erklärt Geschäftsführer Daniel Scheibenstock. Jedes Fahrzeug spiegelt damit die besonderen Bedürfnisse der Kunden wider. Das zeigt sich auch in der Produktionshalle: Für den Einsatz in beengten Altstädten und auf bewaldeten Hängen entstehen derzeit drei kompakte Allradfahrzeuge. Rund 1500 Stunden fließen in ein Fahrzeug. “Viele unserer Mitarbeiter sind selbst bei der Feuerwehr, haben sich das Hobby zum Beruf gemacht”, ist Scheibenstock froh über das vorhandene Sachverständnis.


Die Herausforderungen beginnen bei der Planung. Jedes Fahrzeug muss gleich drei Normen genügen: Den Aufbaurichtlinien des Fahrgestellproduzenten, der Straßenverkehrsordnung wie auch den Normen der Feuerwehr. Diese regeln Mindestvorgaben an Ausrüstung wie auch deren Verteilung im Fahrzeug. Schwere Ausrüstung eher unten, oft benötigte auf der Gehsteigseite. Grundsätzlich muss das Fahrzeug jedoch gleichmäßig beladen sein. Hinzu kommen die Wünsche und Erfahrungen der einzelnen Wehren. In Maßarbeit wird der Innenausbau auf die Ausrüstung des Kunden aufwendig angepasst. “Viele Ausrüstungsgegenstände sind genormt, dennoch variieren die Dimensionen teilweise enorm”, weiß Produktionsleiter Gerd Klöpfer. Allein schon deswegen müssen sich Kunde und Mitarbeiter beim Aufbau aktiv einbringen. Die Ausrüstung wird ebenfalls nach Rankweil geliefert, um sie einpassen zu können. Dass die Fahrwerke mit der Euro-6-Norm schwerer wurden, erleichtert den Auftrag nicht.

Für Stangenware gibt es andere Hersteller, bestätigen Jürgen Loacker und Daniel Heinzle vom Verkaufsteam. Vor allem in Österreich läuft viel über die Bundesbeschaffung, die in großen Stückzahlen denkt. Oft informieren sich Feuerwehren bei ihren Nachbarn, mit welchen Fahrzeugen sie gute Erfahrungen gemacht wurden. Betriebsfeuerwehren genießen wiederum mehr Freiheiten bei der Konfiguration und Sonderwünschen. Der Trend gehe neben dem mit austauschbaren Containern ausgerüsteten Alleskönner auch immer mehr zum Katastrophenschutz. “Geländegängige Fahrzeuge, die für Waldbrände und Hochwasser gerüstet sind, kommen immer mehr”, bestätigt Heinzle. Entsprechend legt die Firma Walser Wert auf nachhaltige und langlebige Produkte, bei denen auch dem Umweltschutz durch recyclebarer Materialien und dem Verzicht auf Fiberglas Rechnung getragen wird. Der Grüne Punkt im langlebigen roten Fahrzeug als Verkaufsargument.

