Zwei Bischöfe unterm Heiligen Kreuz

Vorarlberg / 09.12.2021 • 17:20 Uhr
Pater Guido Kobiec, Thomas Folie, Astrid Honold, Kaplan Mathias Bitsche und Diözesanbischof Benno Elbs.<span class="copyright">SCO</span>
Pater Guido Kobiec, Thomas Folie, Astrid Honold, Kaplan Mathias Bitsche und Diözesanbischof Benno Elbs.SCO

Bischof Benno Elbs und der Nikolaus waren in der Heilig-Kreuz-Kirche zu Gast.

Bludenz Hohen Besuch empfing der Seelsorgeraum Bludenz in jüngerer Zeit gleich zwei Mal. Am Abend der Versöhnung, kurz vor dem kirchlichen Jahresausklang, sprach Diözesanbischof Benno Elbs in der Heilig-Kreuz-Kirche zum Thema „Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“. Mathilde Heiseler und Daniela Domig sowie Ulrich und Isolde Caba begleiteten die geführte, zweistündige Anbetung musikalisch. Neben Lobpreisliedern erfüllten auch Spirituale, Volksmusik und irische Werke den Sakralraum. Zahlreiche strahlende Kinderaugen sahen die Gläubigen am 1. Adventsonntag bei der Messfeier mit Evangeliums-Spielgeschichte und Segnung der Adventkränze und eine Woche später beim Besuch eines weiteren Bischofs, des prominenten heiligen Nikolaus.

Gut vorbereitet

In dessen Rolle war beim Gottesdienst Christoph Neyer geschlüpft. Der Vorarlberger Schulsportreferent ist seit nunmehr 40 Jahren Mitglied der Nikolausaktion der Pfarre Bludenz Heilig-Kreuz. „Ich war als Jugendlicher einige Jahre als Knecht Ruprecht dabei und besuche nun schon viele Jahre als Nikolaus Familien in Bludenz. In der Pfarre Heilig-Kreuz sind pro Jahr mehr als zehn Nikolauspaare unterwegs. „Für mich ist besonders schön, Jahr für Jahr dieselben Familien zu besuchen und das Heranwachsen der Kinder mitzubekommen“, sagt Neyer.

Der Nikolaus stattete der Heilig-Kreuz-Kirche einen Besuch ab.
Der Nikolaus stattete der Heilig-Kreuz-Kirche einen Besuch ab.

Die Freude steht dem Bludenzer ins Gesicht geschrieben. Auf die Besuche bereitet er sich natürlich vor, stöbert in den Unterlagen und Briefen des letzten Jahres. „Ich bewahre immer alle Briefe, Zeichnungen, Merkhilfen der Familien, Wünsche und anderes auf. Meine Sammlung ist schon recht groß“, lacht der Pädagoge. An einem Nikolausabend besucht er zwischen zwölf und 15 Familien. Wichtig ist ihm, dass er sich für die Besuche genügend Zeit nehmen und mit den Anwesenden ein Gespräch führen kann. „Besonders natürlich mit den Kindern“, fügt Neyer an. Diese wünschen sich vom Nikolaus, dass er die Wünsche ans Christkind – etwa eine Puppe, Spielsachen und Bücher – weitergibt. Mehr Wünsche (auf Umwegen an die Kinder) äußern die Eltern. Die häufigste Bitte ist oft, dass die Kinder dem himmlischen Gast den Schnuller mitgeben.

Großer Andrang vieler Kinder herrschte beim Nikolausbesuch. Sie konnten sich vom Nikolaus prallgefüllte Säckchen abholen.
Großer Andrang vieler Kinder herrschte beim Nikolausbesuch. Sie konnten sich vom Nikolaus prallgefüllte Säckchen abholen.

„Es muss nicht perfekt sein“

In Erinnerung bleiben ihm hauptsächlich die Besuche, bei denen in den Familien beim Besuch des Nikolaus gesungen und gemeinsam musiziert wird. Zudem gefällt es ihm, wenn mehrere Familien oder Verwandte gemeinsam das Nikolausfest feiern und die Kinder das eine oder andere Gedicht oder Lied vorbereitet haben. „Toll ist es auch, wenn mir die Kinder auf ihren Instrumenten etwas vorspielen, und das muss auch nicht perfekt sein“, ergänzt der Lehrer.

Aufgrund der Coronapandemie und der notwendigen Covid-19-Schutzmaßnahmen waren diese Dinge, wie er es sonst gewohnt ist, heuer leider nicht möglich. So entschied er sich schweren Herzens, in diesem Jahr keine Hausbesuche als Nikolaus zu machen. „Sicherheit und Gesundheit haben Priorität“, betont der Pädagoge.

Auch Tanja und Thorsten Schaub mit ihren Kindern Gian-Luca und Shirin ließen ihren Adventkranz segnen.
Auch Tanja und Thorsten Schaub mit ihren Kindern Gian-Luca und Shirin ließen ihren Adventkranz segnen.

In der Kirche statt zu Hause

Umso mehr hat er sich auf den Besuch und das Mitfeiern bzw. Mitgestalten im Gottesdienst in der Bludenzer Heilig-Kreuz-Kirche gefreut. „Die Anwesenheit so vieler Kinder mit ihren Familien war wunderschön“, schwärmt Neyer. Er hofft, dass „wir im kommenden Jahr unsere lieb gewordenen Rituale und Gewohnheiten auch am Nikolaus­abend wieder leben können“. Und mit etwas Glück kann der Nikolo dann durch den Schnee stapfen, während die aufgeregten Kinder bereits hinter den Fenstern warten und in den Winterabend hinausschauen. SCO