Warum Christian Urban ein echter Tausendsassa ist

Karl-May-Sammler, Spitzenleichtathlet, Hobbyschauspieler und -Regisseur, Kinderbuchautor: Der Mann hat was drauf.
Klaus „Haba daba duga“ nennen sich die zwei Kinderbücher, die der gebürtige Feldkircher geschrieben hat. Das erste vor fünf Jahren, das zweite brachte er unlängst heraus. Es sind Fantasie-Abenteuergeschichten, die ihren Ursprung in den fiktiven Erzählungen haben, die Urban früher für seine Kinder als Gute-nachtgeschichten erfand.
Apachenland
Es braucht für solche, die Urban nicht kennen, durchaus auch etwas Fantasie, um sich vorzustellen, was der gute Mann sonst noch alles macht. Dass er zum Beispiel früher ein Top-Leichtathlet war, immer noch die Vorarlberger Rekorde über die 1500 Meter bzw. die 3000 Meter Hindernis hält. Dass er als eloquenter Stadionsprecher beim professionellen Mösle-Mehrkampfmeeting fungiert. Dass er ein beachtlicher Laienschauspieler beim Spielkreis Götzis ist und sich schon länger auch als Regisseur etabliert hat. Aber, und vor allem: Christian Urban ist ein leidenschaftlicher Karl-May-Fan, sammelt alles, was im Zusammenhang mit den berühmten Filmen steht: Fotos, Zeitschriften, Plakate, Gegenstände, Bücher, Kassetten, DVDs.

Bei einem Rundgang durch sein Haus wähnt sich der Besucher im Apachenland, mit dem Ohrwurm von Martin Böttcher im Kopf, Winnetou und Old Shatterhand an seiner Seite.

Sehnsucht zur Fantasie
Wie macht das der Christian Urban? „Mein Gehirn arbeitet unwillkürlich permanent, ich habe dauernd etwas im Kopf. Ich finde, die Zeit ist das Kostbarste, das wir haben. Wir sollten sie nutzen, um unsere Ideen zum Leben zu erwecken“, lächelt der ganz besondere Tausendsassa.
Zeit ist das Kostbarste, was wir haben. Wir sollten sie nutzen, um unsere Ideen zum Leben zu erwecken.
Christian Urban
Gar nicht zum Lächeln zumute sei ihm, wenn er das Gefühl habe, dass ihm jemand Zeit stiehlt. „Das hat dann schon mit Inkonsequenz zu tun. Und Inkonsequenz mag ich nicht.“
Dass er sich vor 47 Jahren auf Winnetou einließ, hat auch mit der Sehnsucht zur Fantasie zu tun. Der edle Apachenhäuptling, sein Blutsbruder Old Shatterhand und deren Schöpfer Karl May nahmen Besitz vom jungen Christian. Er hat Protagonisten der berühmten Filme auch schon persönlich getroffen. Darunter Martin Böttcher, der Filmmusikkomponist, und Maria Versini, die Nscho tschi, verkörperte, die kleine Schwester Winnetous. „Versini ist vor Kurzem gestorben“, ist dem Karl-May-Fan natürlich nicht entgangen.

Bereit für neues Abenteuer
Dass der zweifache Familienvater auch einfach nur einmal relaxen kann, ist angesichts seiner fast hyperaktiven Vita schwer zu glauben. „Doch, kann ich“ schmunzelt Urban, während es seiner Frau doch nicht so leichtfällt, ihm beizupflichten. Corona zwingt freilich auch ihn, seine Aktivitäten herunterzufahren. „Reisen ist derzeit nicht wirklich angesagt, und auch die Schauspielerei leidet unter der Situation.“

Doch Christian Urban wäre nicht er selbst, würde er nicht schon wie ein Rennpferd in der Startbox scharren – allzeit bereit für das nächste Abenteuer.